Aldi-Schnellweg

Im Schaf­fen schnel­ler Lösun­gen für den nicht moto­ri­sier­ten Ver­kehr wird Hei­del­berg mög­li­cher­wei­se immer bes­ser: Nach­dem der ALDI-Markt in der Eppel­hei­mer Stra­ße im Früh­jahr in das alte PX-Gebäu­de im Czer­ny­ring umge­zo­gen ist und die Bau­ar­bei­ten für das Ein­kaufs­zen­trum begon­nen haben, war die Bau­stra­ße als Abkür­zung zum ALDI weg­ge­fal­len. Nun hat die Stadt über das Abriss­feld der alten ame­ri­ka­ni­schen Gebäu­de einen Weg asphal­tie­ren las­sen, sodass die Bewoh­ner der Bahn­stadt nicht nur pro­blem­los den Dis­coun­ter, son­dern auch schnell und unkom­pli­ziert die Kreu­zung am Czer­ny­ring errei­chen. Da im Czer­ny­ring der­zeit ja die Bau­ar­bei­ten für die Stütz­mau­er und in der Fol­ge auch für die neue Stra­ßen­bahn­stre­cke durch die Bahn­stadt nach Eppel­heim lau­fen, ist es äußerst unan­ge­nehm, den Czer­ny­ring mit dem Fahr­rad in Rich­tung Wes­ten zu befah­ren: Es gibt in der Rich­tung schlicht kei­nen Rad­weg, und die Spu­ren sind recht eng. Man ist recht­lich dazu gezwun­gen, den links­sei­ti­gen Rad­weg zu benut­zen, der ohne­hin für den Ein-Rich­tungs­ver­kehr Rich­tung Osten schon zu schmal ist, also ein Hara­ki­ri-Unter­neh­men, hier unter­wegs zu sein. Daher ist die­ser neue Weg sehr zu  begrü­ßen. Dan­ke, Hei­del­berg!

Separate Fahrradbrücke über Neckar wahrscheinlich

Der­zeit pas­siert rich­tig viel rund ums Fahr­rad in den städ­ti­schen Gre­mi­en. Jetzt hat der Stadt­ent­wick­lungs- und Ver­kehrs­aus­schuss (SEVA) sich für eine eige­ne Fuß­gän­ger- und Fahr­rad­brü­cke über den Neckar aus­ge­spro­chen.

Die Stadt und die Gre­mi­en bera­ten ja schon seit eini­ger Zeit dar­über, wie ein bes­se­rer Ersatz für den bis­he­ri­gen Wehr­steg geschaf­fen wer­den soll. Wer den Hin­ter­grund noch nicht kennt: Das Stau­wehr zwi­schen Hei­del­berg und Wieb­lin­gen muss in den nächs­ten Jah­ren kom­plett erneu­ert wer­den. Damit ist auch der für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer wich­ti­ge Wehr­steg für eine Bau­zeit von 10 Jah­ren nicht mehr benutz­bar. Das hat die Stadt vor die Fra­ge gestellt: Lie­ber eine eige­ne Brü­cke für Rad­fah­rer und Fuß­gän­ger bau­en und damit vom Bau­herrn des Weh­res (das Amt für Nec­kar­aus­bau) abhän­gig zu sein, die alten Wehr­pfei­ler nut­zen, wenn das neue gebaut ist oder sich wie bis­her an das Stau­wehr dran­hän­gen. Die Vari­an­te, die Pfei­ler des Weh­res zu nut­zen, ist nicht mög­lich, da man die Rech­nung ohne den Wirt gemacht hat, sprich: Das Amt für Nec­kar­aus­bau plant, die Pfei­ler nach Fer­tig­stel­lung des neu­en Weh­res abzu­rei­ßen. Dar­über hin­aus sind die Kos­ten für die Sanie­rung der Pfei­ler wohl unkal­ku­lier­bar, da die Stand­fes­tig­keit unsi­cher ist. Das neue Wehr mit­zu­nut­zen, hat den Vor­teil, dass die Kos­ten für die Stadt deut­lich nied­ri­ger wären und kein wei­te­res Brü­cken­bau­werk in der Land­schaft steht. Ande­rer­seits hie­ße das, dass es zehn Jah­re lang west­lich der Ernst-Walz-Brü­cke kei­ne Que­rungs­mög­lich­keit mehr gäbe. Bau­be­ginn für das Wehr wäre frü­hes­tens 2024, die Fer­tig­stel­lung nicht vor 2034. Zum Ver­gleich: Der Bau einer eige­nen Brü­cke könn­te 2020 begon­nen und 2021 fer­tig­ge­stellt wer­den.

Vor eini­ger Zeit prä­sen­tier­te die Stadt eigens in der Hal­le 02 die ange­dach­ten Vari­an­ten. Dabei fiel bereits die Lösung über das Wehr durch. Vor­ge­se­hen war eine Mach­bar­keits­stu­die, die die­se bei­den Vari­an­ten unter­su­chen soll­te, unter Berück­sich­ti­gung der öko­lo­gi­schen Fol­gen, aber auch der Kos­ten. Nun fiel im SEVA die Ent­schei­dung, die Mach­bar­keits­stu­die auf die eige­ne Brü­cke zu beschrän­ken, um die Pla­nung so schnell wie mög­lich vor­an­zu­trei­ben.

(Quel­le: Stadt Hei­del­berg, http://www.heidelberg.de/site/Heidelberg_ROOT/get/documents_E-1070104039/heidelberg/Objektdatenbank/81/PDF/81_pdf_neckarquerung_infoveranstaltung_vortrag_thewalt.pdf)

Was auf­fällt, ist, dass in der Vari­an­ten­pla­nung die Ver­bin­dung von der “Gnei­sen­au­brü­cke” (also der Ver­bin­dung von Bahn­stadt und Gnei­sen­au­stra­ße) über die in der Gnei­sen­au­stra­ße lie­gen­den Häu­ser ver­läuft. Dies sug­ge­riert einen Abbruch, aber ich weiß nichts Genau­es, was aus den Häu­sern wird.

Die kom­men­den Unter­su­chun­gen und Pla­nungs­aus­schrei­bun­gen müs­sen auch noch zei­gen, wie genau die Que­rung über Auto­bahn, Park und der Anschluss an die Brü­cke aus­se­hen soll. Wäh­rend die Pla­nun­gen für die Gnei­sen­au­brü­cke ja eigent­lich schon fest­legt, dass die Fahr­rad­brü­cke über die Bahn­an­la­gen qua­si auf nor­ma­ler Gelän­de­hö­he endet und ohne­hin kei­ne nen­nens­wer­te Gefäl­le oder  Stei­gun­gen, muss man für die Que­rung von Autobahnende/B37, Mann­hei­mer Stra­ße und Van­ge­row­stra­ße noch­mal in die Höhe, um LKWs eine Durch­fahrt dar­un­ter zu ermög­li­chen.

Wer hier­zu Neu­ig­kei­ten und Kom­men­ta­re hat, ist herz­lich will­kom­men!

Durchgehende Radverbindung Leimen Heidelberg offenbar vor Durchbruch

Wie die Rhein-Neckar-Zei­tung am 10. Mai berich­tet hat, steht wohl eine lan­ge ersehn­te Rad­ver­bin­dung zwi­schen Lei­men und Hei­del­berg vor dem Durch­bruch. Zwi­schen der Lei­mer Stra­ße in Hei­del­berg-Rohr­bach und der Geheim­rat-Schott-Str. fehl­te noch ein Grund­stück, um die Ver­bin­dung bau­en zu kön­nen. Der Kauf die­ses Grund­stücks scheint jetzt so gut wie besie­gelt zu sein.

Für einen Zuschuss des Lan­des ste­hen die Aus­sich­ten wohl nicht all­zu gut, da das Land eine Rad­ver­kehrs­ver­bin­dung ent­lang der alten B3, also der Rohr­ba­cher Stra­ße, bevor­zugt. Grund­sätz­lich ist das auch rich­tig so. Pend­ler wol­len mög­lichst den kür­zes­ten Weg neh­men, und ohne Stra­ßen­bahn und Autos Platz weg­zu­neh­men, ist es dort zu eng.

Was ich mich fra­ge: Zwi­schen der Geheim­rat-Schott-Stra­ße (vom unte­ren Rand des Aus­schnitts aus) und der Lei­mer Stra­ße (obe­rer Rand) sind aus mei­ner Sicht ja noch mehr Lücken, dar­un­ter durch das Gelän­de der Hei­del­berg­Ce­ment. Weiß jemand, was dort pas­sie­ren wird?

Für Tou­ris­ten, die es nicht ganz so eilig haben mögen (es gibt über­all sol­che und sol­che), mag die Vari­an­te über die Geheim­rat-Schott-Stra­ße ja ganz ok sein. Über kurz oder lang geht es aber nicht anders, als dem Auto­ver­kehr Flä­chen abzu­neh­men.

Quel­le: https://www.openstreetmap.de/karte.html
Wich­tig ist, dass netz­ar­tig gedacht wird und nicht in Form weni­ger Ach­sen. Rad­ver­kehr ist nun mal auf­grund der auf­zu­wen­den­den Kör­per­kraft etwas umwegemp­find­li­cher als Auto­ver­kehr. Der zwar ange­neh­me Effekt, sich fit zu hal­ten, an der fri­schen Luft zu sein usw. muss in einem ver­nünf­ti­gen Ver­hält­nis zur auf­ge­wen­de­ten Zeit lie­gen. Letzt­lich will man doch nur von A nach B kom­men.
Vor Jah­ren leb­te ich eini­ge Mona­te in Nuss­loch (dann in Rohr­bach) und pen­del­te jeden Tag mit dem Fahr­rad nach Hei­del­berg-Wieb­lin­gen. Da war alles öst­lich der alten B3 unin­ter­es­sant. Der Weg führ­te so schnell wie mög­lich rüber nach St.-Ilgen, durch die Probst­er­wald­sied­lung ent­lang der Bahn bis zum Hei­del­ber­ger Mess­platz, am Bahn­hof vor­bei und über die Gnei­sen­au­stra­ße. Eine Stre­cke, die ich immer noch emp­feh­len wür­de, aller­dings fehlt mir die Orts­kennt­nis, um die Stre­cken süd­lich des Probst­er­walds noch beur­tei­len zu kön­nen. Weiß jemand, wel­che Stre­cken dort gut zum Pen­deln geeig­net sind?

Neue Radkultur-Veranstaltungen

Wie schon in den ver­gan­ge­nen Jah­ren fin­den in die­sem Jahr wie­der eine Rei­he von Ver­an­stal­tun­gen im Rah­men der Initia­ti­ve Rad­KUL­TUR statt. Hei­del­berg ist seit 2013 Modell­kom­mu­ne der Initia­ti­ve Rad­KUL­TUR des Minis­te­ri­ums für Ver­kehr und Infra­struk­tur Baden-Würt­tem­berg.

Bereits am Sams­tag, 8. April fand das Auf­tak­te­vent zur Rad­KUL­TUR 2017 auf dem Bis­marck­platz mit Rad­CHECK und Codier­ak­ti­on statt.

Eine Aus­stel­lung ver­schie­dens­ter Fahr­rä­der aus der Geschich­te des Fahr­rads vom Hoch­rad zum Rad aus Bam­bus­roh­ren zeig­ten ADFC-Akti­ve am “Bun­sen”, also vor dem Psy­cho­lo­gi­schen Insti­tut.

Das Auf­tak­te­vent zeig­te, wie schon in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, Rad­akro­ba­tik mit laut­star­ker Mode­ra­ti­on. Ich habe ja für sol­che Kin­ker­litz­chen nicht viel übrig, es ist halt Effekt­ha­sche­rei. Aber irgend­wie scheint man halt Auf­merk­sam­keit erre­gen zu müs­sen.

Wei­te­re Ver­an­stal­tun­gen (Infos von der Rad­KUL­TUR-Sei­te der Stadt, Stand 21.4. 2017): 

Gro­ßer Rad­KUL­TUR-Tag
Save the Date: Rad­KUL­TUR-Tag am Sams­tag, 20. Mai 2017, auf dem Uni­ver­si­täts­platz. Wei­te­re Infos fol­gen.
 
Rad­SCHAU
Im Juni 2017 wird in Koope­ra­ti­on mit dem City­mar­ke­ting­ver­ein Pro Hei­del­berg e.V. der Schau­fens­ter­wett­be­werb „Rad­schau“ statt­fin­den. Wei­te­re Infos fol­gen.
 
Jubi­lä­ums­wett­be­werb
Beim lan­des­wei­ten Jubi­lä­ums­wett­be­werb „Fahr­rad. Ideen. Ent­wi­ckeln.“ des baden-würt­tem­ber­gi­schen Minis­te­ri­ums für Ver­kehr schaff­te es die Stadt Hei­del­berg aufs Sie­ger­trepp­chen. Sie über­zeug­te in der Kate­go­rie „Wirt­schaft“ mit den Rad­KUL­TUR-Events, die 2017 in Koope­ra­ti­on mit dem Ein­zel­han­del geplant sind. Dafür wur­de Hei­del­berg mit dem zwei­ten Platz aus­ge­zeich­net. Der ers­te Platz ging an die „Indus­trie-Stramp­ler“ von bade­no­va, der drit­te Platz an die Arbeits­ge­mein­schaft Fahr­rad­freund­li­cher Kom­mu­nen in Baden-Würt­tem­berg e.V. (AGFK-BW), der auch die Stadt Hei­del­berg ange­hört. mehr dazu
 
Fahr­rad­ka­len­der 2017
Anläss­lich des Jubi­lä­ums hat die Stadt Hei­del­berg einen kos­ten­lo­sen Fahr­rad­ka­len­der 2017 her­aus­ge­bracht. Er ist mit schö­nen groß­for­ma­ti­gen Fotos zum The­ma „Fahr­rad­fah­ren in Hei­del­berg“ gestal­tet und zeigt die wich­tigs­ten Fahr­rad-Ter­mi­ne im Jubi­lä­ums­jahr. Die Bil­der für den Fahr­rad­ka­len­der wur­den im Rah­men eines Foto­wett­be­werbs aus­ge­sucht.

Wei­te­re Infos:
Stadt Hei­del­berg
Akti­on Rad­KUL­TUR des Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums

Fahrradstraße adé?

Seit 11. Febru­ar sind in der Hei­del­ber­ger Plöck ers­te Tat­sa­chen geschaf­fen: Die Stadt hat in der Nähe des Kauf­hofs wegen Bau­ar­bei­ten an einem Haus die Rege­lung teil­wei­se auf­ge­ho­ben, nach der seit den 90er Jah­ren Rafah­rer in bei­den Rich­tun­gen fah­ren durf­ten, wäh­rend für Autos eine rei­ne Ein­bahn­stra­ße bestand. Die Plöck ist zuge­ge­be­ner­ma­ßen ziem­lich eng und eigent­lich für eine in Gegen­rich­tung geöff­ne­te Ein­bahn­stra­ße ohne­hin nicht opti­mal. Aber bei der Hei­del­ber­ger Geo­gra­fie ist es nicht ein­fach, gute Ost-West-Ver­bin­dun­gen für den Ver­kehr zwi­schen der Alt­stadt (beson­ders die Uni-Insti­tu­te) und den west­lich gele­ge­nen Stadt­tei­len zu schaf­fen. Die Stadt will als Aus­weich­stre­cke zwar in der Fried­rich-Ebert-Anla­ge eine Fahr­rad­spur ein­rich­ten (die dort bei dem star­ken Auto­ver­kehr ohne­hin not­wen­dig ist), aber als ein­zi­ge Ver­bin­dung taugt sie eben wegen des star­ken und deut­lich schnel­le­ren Ver­kehrs nichts. Ein gro­ßer Teil der Ost-West-Rad­ler, der in die nörd­li­chen Stadt­tei­le will, müss­te gut 200 Meter Umweg in Kauf neh­men und gewän­ne dabei nicht ein­mal an Sicher­heit hin­zu, da in der Plöck Tem­po 15 ange­sagt ist, in der Freid­rich-Ebert-Anla­ge dage­gen teil­wei­se 50 km/h.

Das alles wäre ja für eine Über­gangs­zeit noch zu ver­schmer­zen, aber die Ver­kehrs- und Umwelt­ver­bän­de wie ADFC und VCD befürch­ten, dass Ober­bür­ger­meis­ter Würz­ner im Sinn hat, die Fah­r­ad­stra­ße auf kurz oder lang ohne­hin abzu­schaf­fen und die Rad­ler auf die Fried­rich-Ebert-Anla­ge zu ver­ban­nen. Das wäre ein Roll­back zurück in die 80er Jah­re. Nicht unbe­dingt erstaun­lich für einen OB, der v.a. von der CDU und wei­te­ren kon­ser­va­ti­ven Krei­sen Hei­del­bergs unter­stützt wird und eher dem Auto­ver­kehr zuge­neigt ist. Ers­te Pro­tes­te der Ver­bän­de haben immer­hin klei­ne Nach­bes­se­run­gen bei der bereits ein­ge­rich­te­ten Fahr­rad­spur gebracht, aber die Stadt hält an ihrer Posi­ti­on fest.