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Kategorie: Provence

9. Tag: Grasse


9. Tag: Grasse
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Nach einigen Tagen an den Gorges du Verdon sind wir am Sonntagabend in der Nähe der Parfumstadt Grasse angekommen. Die Fahrt durch die Provence durch kleine Städtchen wie Montmeyan, Salernes oder Draguignan zeigt, dass viele von ihnen kleine Schmuckstückchen sind. Man könnte überall anhalten und schlendern. Spätestens ab Fayence wird de Vegetation mediterraner: weniger Kiefern, mehr Pinien und Palmen.

Der Campingplatz La Paoute bei Grasse ist schlecht ausgeschildert, so dass wir ihn verpasst haben und bis halb nach Cannes heruntergefahren sind. In Pegomas sind wir fündig geworden und haben unser Zelt aufgeschlagen. Grasse selbst hben wir gestern besucht: Eine Stadt mit ganz eigenem Charme: im Grunde hübsch, sind aber in der Altstadt viele Häuser in für französische Verhältnisse recht schlechtem äußerlichen Zustand, doch überall sieht man kleine Schönheiten. Irgendwie eine Art Aschenputtel, das noch seinen Prinz sucht. Im Grunde lebt die Stadt von ihrem alten Ruf. Bei deutschen Touristen, nicht zuletzt für mich, ist sie durch Patrick Süskinds Buch „Das Parfum“ wieder interessant geworden. Es gibt zahlreiche kleine Parfumhersteller vor Ort, die selbst aus Blüten und Kräutern aller Art Essenzen herstellen und daraus Parfums kreieren. Sicher natürlicher als die großen Parfumlabels, die immer mehr synthetische Aromate nutzen. In dieser Stadt ist es also kein Wunder, wenn einem alle Nase lang ein neuer Duft entgegenweht. Der originellste war wohl der eines Schokoladenparfums – ein dezenter Hinweis, dass nicht wenige der Hersteller immer häufiger auch Auftraggeber aus der Nahrungsmittelindustrie haben.

6. Tag: Grand Canyon du Verdon

Grand Canyon du Verdon

Grand Canyon du Verdon

Auch wenn ich den Grand Canon du Verdon schon 1987 gesehen habe: Er ist immer wieder beeindruckend. Damals bin ich, soweit ich mich erinnere, die große Runde gefahren, also über La Palud zum Point Sublime und dann über die Corniche Sublime zurück.
Diesmal sind Esther und ich nur bis La Palud gefahren und haben dort die „kleine Route“, die „Route des Crêtes“, genommen – leider in der falschen Richtung, wie sich nach etwa der halben Umrundung herausstellte: Wenn man mitten in La Palud dem Schild zum Chalet de la Maline folgt, gelangt man zwar auf die Route des Crêtes, nur nach etwa der Hälfte der Strecke, kurz nach dem Startpunkt eines Wanderwegs, heißt es plötzlich Einbahnverkehr, aber leider zugunsten des entgegenkommenden Verkehrs. Besser wäre es gewesen, La Palud in Richtung Castellane zum verlassen und einen halben Kilometer später rechts abzubiegen, wie ein zu später genauerer Blick auf die Karte (Blatt 84, Michelin) zeigte…
Die tiefen Schluchten des VerdonDie Aussichten sind in jedem Fall auch auf dieser kürzeren Variante fantastisch! Jetzt, Mitte Juni, gibt es an den Aussichtspunkten auch noch genug Haltemöglichkeiten, um immer wieder einen Blick nach unten zu werfen.
Sehr schön ist auch Moustiers-Ste.-Marie, zu dessen Wallfahrtskirche wohl auch Jean Giono mit 16 Jahren gepilgert sein soll. Vielleicht werde ich mir mal sein Buch „Provence“ besorgen, in dem er das beschreibt. Die Fayencen, also Pozellanmalereien, die es dort gibt, sind recht hübsch, aber nicht jedermanns Geschmack. Mir sind sie zu zart und konservativ. Ich kenne Fayencen aus der Normandie mit kräftigeren Farben und Strichen. Das wäre mir dann schon lieber.
Der Campingplatz „Regain“, der auf seinen Schildern mit „Nature“ wirbt, hat diesem Anspruch gerade alle Ehre gemacht. Als Esther eben gerade einige Rückenübungen gemacht hat, ist ihr doch tatsächlich eine Schlange entgegengekrochen… Keine Ahnung, wofür die schwarzgelbe Färbung steht. Das Viech ist jedenfalls erst abgehauen, war aber mit der Taschenlampe kurz drauf noch im Gras zu sehen. (Update: 18. Juni: Wie die Camping-Besitzerin mir erklärte, hat sich das als eine harmlose Ringelnatter herausgestellt, von denen es dort noch mehr gibt.)

5. Tag: Fahrt nach Gréoux-les-Bains

Über die letzten Tage in Roussillon habe ich noch nichts geschrieben, da sind wir heute schon weiter nach Gréoux-les-Bains am Verdon.

ockerfarbene Häuser in Roussillon

ockerfarbene Häuser in Roussillon

Roussillon ist ein wunderschönes Städtchen in mitten einer Reihe von ocker- bis rotbraunfarbenen Felsen. Aus dem Gestein hat man bis ihn die 70er Jahre bis zu 17 Farbtöne Ocker abgebaut und pulverisiert, damit sie mit Wasser, Öl oder anderen zu Malfarben verarbeitet werden können.
Die Häuser der Stadt sind so in all diesen Farben gehalten – einfach wunderschön!

Ansicht von Gordes am Luberon

Gordes am Luberon

Gestern haben wir noch einige Kilometer entfernt das Städtchen Gordes besucht – ebenfalls sehr idyllisch auf einem Berg gelegen. In der Nähe befindet sich – inmitten von Lavendelfeldern – die Abtei Senanque. Die Zisterziensermönche dort stellen unter anderem Lavendelessenzen her und verkaufen eine eigene Selektion von Olivenölen.

Village des Bories

Vilages des Bories

Zum Abschluss des Ausflugs haben wir noch ein „Village des Bories“ angeschaut: eine Ansammlung von interessant gebauten fensterlosen Steinhütten, die erst im Mittelalter errichtet und offenbar bis ins vorletzte Jahrhundert hinein bewohnt wurden. Den gestrigen Tag beschlossen wir bei einem sehr guten arabischen – oder zumindest arabisch inspirierten – Essen in Roussillon und einem nicht gerade billigen Wein vom Ort selbst. Dem Charme des Wirts des „La Treille“ konnten wir natürlich nicht abschlagen, die hausgemachten köstlichen Baklava zu probieren…

Manosque

Manosque

Nach einer Zwischenetappe im ebenfalls für den Ockerabbau bekannten Rustrel, das ansonsten eher verschlafen wirkte, und einem Stopp im hübschen Manosque (was seine Altstadt betrifft), sind wir gegen Abend in Gréoux eingetroffen – als Ausgangsort für eine Tour zum Grand Canyon du Verdon morgen. Der Campingplatz „Le Regain“ liegt, wie die meisten Plätze Verdon-aufwärts außerhalb Greoux. Zwar ohne Pool, aber angenehm von der Atmosphäre.

2. Tag: Roussillon in der Nähe des Luberon

Die Übernachtung in der Nähe von Annecy endete mit etwas Regen, aber das Zelt ließ sich dank wechselndem Wetter dann doch gut halbwegs trocken abbauen. Was uns dann auf den französischen Autobahnen überraschte, war die relative Leere. Sicher – ganz soviel Betrieb wie bei uns konnte mit der Autobahngebühr kaum zu erwarten sein, aber sie war so leer wie das eine neue Autobahnstück letztes Jahr zwischen Zagreb und Split – manchmal kein Auto weit und breit. Zwischen Grenoble und südlich von Gap bleibt einem dann nur die Nationalstraße – natürlich langsamer, aber landschaftlich schön über den 1245 Meter hohen Col de Bayard.
Ockerfelsen in RoussillonBei Oraison sind wir abgefahren und am Luberon entlang über Apt nach Roussillon. Was dort schon bei der Anfahrt begeistert, ist das rote Gestein. Bekannt ist der Ort für den Ockerabbau. Der kleine Campingplatz „Arc en Ciel“ in Richtung Goult ist idyllisch außerhalb gelegen, schön ruhig unter Kiefern.

Ockergestein mit Esther im VordergrundWas manchmal nervt, ist die Tatsache, dass man, wenn man sich um halb zwölf abends noch auf dem Platz bewegt, fast eine Ausnahme ist. Als müssten morgens alle zur Arbeit. Naja, hier bleiben wir sicher 2 Nächte und wollen die wunderschöne Gegend „unsicher“ machen. Außer Roussillon soll auch Rustrel sehr schön sein. Was mir schon jetzt als typisch südlich gefällt, sind die hellbraun gebrannten Dachziegel auf den Häusern in ihren erdigen Farben. Man darf also gespannt sein, was der morgige Tag bringt.

1. Tag: Zwischenstop am Lac d’Annecy


Lac d’Annecy

Um 12 Uhr sind wir endlich losgekommen. Es ist doch immer noch mehr vor der Abfahrt zu erledigen, als man denkt. Egal, wir sind sehr gut vorangekommen und haben in der Deutschschweiz, hinter dem Belchentunnel noch einen leckeren Cappuccino genossen und sind um halb sieben abends hier am wunderschönen Lac d’Annecy angekommen. Einen Campingplatz haben wir eher zufällig schnell gefunden nd genommen, da wir zu müde waren, noch nach einer Pension zu suchen. Der See ist zwischen jade- und smaragdgrün, es ist mild oder lau, ein sehr schöne Abendstimmung nach einer leckeren Pizza mit trockenem Rotwein gegenüber vom Campingplatz. Und bevor mich jetzt die Moskitos auffressen, mache ich jetzt lieber Schluss.

Morgen geht’s los: Ran an’s Autopacken!

So, die Campingutensilien sind bereitgelegt, das Auto fit, auch das Kartenmaterial liegt bereit. Um unterwegs ab und zu über die Wetteraussichten informiert zu sein, habe ich gerade rssweather.com ausprobiert, damit kann man für einen vorher definierten Ort einen RSS-Feed bekommen. Praktische Sache, nur leider sind das momentane Wettermeldungen, keine Vorhersagen. Dann werde ich sicher ab und zu noch auf www.wetter.net nachschauen, die sind per WAP gut erreichbar: Schön kompakt, viele Städte, was will man mehr?
Jetzt geht’s ans Auto packen, mal sehen, ob wir diesmal wieder so gestopft voll sind wie beim letzten Mal.
Als Strecke planen wir den Weg über die Schweiz (Basel-Bern-Lausanne-Grenoble…), um auch auf der Hinfahrt schon was von der Gegend zu haben, außerdem haben wir eh schon die Vignette, so dass wir uns die französischen Autobahngebühren sparen.

Südfrankreich 2005: Vorbereitungen


DuMont Richtig Reisen Provence - Côte d'AzurGut eine Woche, bevor es losgeht. Geplant ist ein Campingurlaub im Süden Frankreichs zwischen Avignon und Menton. Wir wollen mal sehen, was wir in den zwei Wochen zu sehen bekommen. 1987 war ich schon dort und habe mir die Gorges du Verdon sowie die Côte d’Azur in einem Schnelldurchlauf von einer Woche angesehen. In diesem Jahr sehen wir hoffentlich auch neben dem Üblichen noch ein paar schnuckelige Orte abseits des größten Rummels. Gottseidank sind wir noch vor den großen Ferien Frankreichs dran. Als Reiseführer haben wir uns von Dumont richtig reisen „Provence-Côte d’Azur“ gekauft.

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