Allerlei aus Heidelberg, Neustadt und der Welt

Kategorie: Cinque Terre (Seite 1 von 3)

Gut eine Woche liegt nun unser Urlaub in Kan­der­steg (Ber­ner Ober­land) und den Cin­que Terre hin­ter uns, und ich habe jetzt alle Bil­der sor­tiert und zwei Bil­der­ga­le­rien bzw. Dia­shows erstellt.

Kan­der­steg:

Cin­que Terre:

Und zwei Pan­ora­ma­bil­der gibts auch noch: von Riom­ag­gio­re und Vernazza.

Ein­fach auf die Bil­der klicken:
Riomaggiore:

Panorama Riomaggiore

Ver­naz­za:

Und hier sind noch­mal alle Bei­trä­ge in chro­no­lo­gi­scher Reihenfolge:

Kan­der­steg:
1. Tag: … und auch ein grau verhang’ner Niesen …
2. Tag: Auf zum Unde­re Biberg!
3. Tag: Hoch über dem Oeschi­nen­see – Oberbärgli
4. Tag: Der alte Gemmi-Weg
5. Tag: Ruhetag
6. Tag: Im Gasterntal
7. Tag: Aus­flug nach Thun

Cin­que Terre:
1. Tag: Anfahrt von Kan­der­steg nach Moneglia
2. Tag: Moneglia
3. Tag: Monterosso
4. Tag: Genua
5. Tag: Wan­dern von Mon­te­ros­so nach Vernazza
6. Tag: Riomaggiore-Manarola-Corniglia
7. Tag: Bade- und Ruhetag
8. Tag: Rückfahrt

 

8. Tag: Rück­fahrt von den Cin­que Terre

Um Vier­tel vor acht klin­gelt der Wecker, der Him­mel ist blau, jetzt wür­den wir ger­ne noch eine Woche län­ger in den Cin­que Terre blei­ben. Aber um 10 Uhr müs­sen wir raus sein, bezah­len und uns auf den Weg machen. Ich hole noch ein Baguette vom Cam­ping­shop, und um 9 geht’s schnell ans rest­li­che Packen. Um 10.25 Uhr ist alles erle­digt, die Ampel in Rich­tung Sestri Levan­te zeigt grün, und wir fah­ren ein letz­tes Mal durch die vier schma­len Tun­nel und ich muss wie­der an Ostern 1984 den­ken, als ich mit mei­nen Eltern durch die Cin­que Terre fuhr und hier noch nichts beleuch­tet oder ampel­ge­re­gelt war …

Tunneleinfahrt Camping Smeraldo in den Cinque Terre

Tun­nel­ein­fahrt Cam­ping Smeraldo

Die Fahrt um Mai­land her­um klappt pro­blem­los. Hin­ter der Gren­ze gön­nen wir uns in Bel­lin­zo­na eine Pau­se, ver­put­zen unse­re mit­ge­nom­me­nen Bro­te und einen lei­der nicht so gelun­ge­nen Cap­pu­ci­no. Für den Gott­hard kün­digt das Navi Stau an, erst 14 Minu­ten, dann, also wir näher kom­men, nur noch 4 Minu­ten bzw. 2 Kilo­me­ter. Trotz­dem ent­schei­den wir uns, nach­dem wir davon auch noch eini­ge im Stau ste­hen, raus- und über den Pass zu fahren.

Passhöhe des Gotthard-Passes

Pass­hö­he des Gotthard-Passes

Gegen 16 Uhr sind wir oben, stei­gen aus und schnup­pern ein wenig die – über­ra­schend wenig – küh­le Luft. Aus den Laut­spre­chern erklin­gen – auf der Gitar­re gespielt – Vival­dis Vier Jah­res­zei­ten vom Band. Die Brat­wurst zu 5 Fran­ken ver­knei­fen wir uns. Und wei­ter gehts über Ander­matt das Tal hin­un­ter und am Vier­wald­stät­ter­see ent­lang. Für Basel ist – EM-bedingt – eben­falls Stau ange­sagt, der sich laut Navi aber nach unse­rer Cap­puc­ci­no­pau­se kurz vor der Ver­zwei­gung Här­kin­gen in Wohl­ge­fal­len auf­ge­löst hat. Und tat­säch­lich: Wäh­rend in Basel City die Hol­län­der ihrem Vier­tel­fi­nal­spiel gegen Russ­land ent­ge­gen­fie­bern, rol­len wir kurz nach sechs pro­blem­los über die Bas­ler Stadt­au­to­bahn der deut­schen Gren­ze ent­ge­gen. Das rest­li­che Stück durch die Rhein­ebe­ne bis Hei­del­berg zieht sich wie Kau­gum­mi. Drei­vier­tel neun errei­chen wir Hei­del­berg und kau­fen noch ein paar Klei­nig­kei­ten zum Essen ein. Dann Park­platz­su­che, Aus­la­den, Kochen, Weg­räu­men, tod­mü­de ins Bett fallen.

7. Tag: Bade- und Ruhe­tag in Moneglia

Heu­te mor­gen zeigt der Blick aus dem Fens­ter blau­en Him­mel: etwas die­sig, aber der Tag ver­spricht, warm zu wer­den. Es ist unser letz­ter Tag in Mone­glia, und wir las­sen es ruhig ange­hen. Nach dem Früh­stück machen wir uns ganz all­mäh­lich fer­tig, um run­ter zum klei­nen stei­ni­gen Strand des Cam­pings zu gehen. Es sind ange­nehm weni­ge Leu­te auf dem klei­nen Platz. Das Was­ser ist herr­lich still. Kaum Wel­len heu­te, man könn­te glau­ben, es wäre ein Bin­nen­see. Nach dem Bad son­nen wir uns noch ein wenig, ganz in der Nähe geht eine Motor­jacht vor Anker, die den Ein­druck macht, sie sei nicht nur schnell, son­dern auch mit schnell ver­dien­tem Geld bezahlt. Nach­mit­tags gegen drei machen wir uns auf den Fuß­weg nach Mone­glia, um noch letz­te Ein­käu­fe zu erle­di­gen, einen Cap­pu zu genie­ßen und end­lich unse­re Post­kar­ten ein­zu­wer­fen. Nach dem Rund­gang mache ich mich noch ans Blog­gen, bevor wir noch­mal stadt­wärts zie­hen und im “U Limot­tu” zu essen. Nach dem Essen wer­den wir sicher noch ein biss­chen packen, auf der Ter­ras­se vor der Hüt­te sit­zen und dem leich­ten Plät­schern und Rau­schen des Mee­res lau­schen. Kein Ver­gleich mit dem “Don­nern” der Bran­dung in den ers­ten Tagen. Mor­gen früh um 10 müs­sen wir die Hüt­te und die Cin­que Terre ver­las­sen und fah­ren dann über Mai­land und den Gott­hard heimwärts.

6. Tag: Riomaggiore-Manarola-Corniglia

Der Him­mel über den Cin­que Terre ist heu­te Mor­gen wider Erwar­ten vor allem auf Land­sei­te bedeckt, und die Chan­cen für Son­ne ste­hen 50:50. Wir wol­len heu­te die noch drei aus­ste­hen­den Dör­fer der Gegend anse­hen und star­ten nach gemüt­li­chem Früh­stück (wie bis­her alle Tage) drau­ßen vor der Hüt­te über den Fels­weg zum Bahn­hof. Die Son­ne kommt raus. Gegen eins sind wir in Riom­ag­gio­re, durch einen mit einem medi­ter­ra­nen Mosa­ik gestal­te­ten Fuß­gän­ger­tun­nel geht’s ins „Cen­tro“, den grö­ße­ren Ortsteil.

Das Wet­ter sieht nach einem 1:0 für die Wol­ken aus, und wir sind erst ent­täuscht nach einem so schö­nen Tag wie ges­tern. Die bun­ten Far­ben der in- und über­ein­an­der geschach­tel­ten Häu­ser wer­den durch die Son­ne erst rich­tig kräf­tig. Wenn dann ein kräf­ti­ges Him­mels­blau dazu kommt, lacht das Foto­gra­fen­herz. Doch ist die Par­tie noch nicht zu Ende. Und den Wol­ken zum Trotz: Es ist schon fas­zi­nie­rend, wie die Häu­ser sich über­ein­an­der­ge­schach­telt um die enge, mit der Haupt­stra­ße über­bau­ten Fluss­mün­dung drän­gen, als woll­ten sie alle auf ein­mal ins Meer. Da muss man ein­fach fotografieren.

Riomaggiore

Riom­ag­gio­re

Wir bum­meln durch das gera­de recht ruhi­ge Dorf, kein Ver­gleich mit dem Rum­mel in Ver­naz­za ges­tern. Post und Tab­ac­chi sind zu, unse­re Brief­mar­ken müs­sen wir anders­wo holen.

Kurz nach drei zie­hen wir wie­der zum Bahn­hof und fah­ren nur vier Minu­ten bis Mana­ro­la. Dort wie­der durch einen Tun­nel ins Dorf, wo uns die Son­ne freu­dig emp­fängt. Auch Mana­ro­la ist ein Schmuck­käst­chen: die Häu­ser in erdi­gen Far­ben, eng und über­ein­an­der ent­lang der Haupt­gas­se, die zu einem klei­nen Hafen zwi­schen den Fel­sen führt.

Wir set­zen uns in das Café Pla­ni­na, direkt mit Blick auf den Hafen. Beim Hin­set­zen ver­ur­sa­che ich einen Lach­an­fall zwei­er Ame­ri­ka­ne­rin­nen am Neben­tisch: Ich pos­tie­re auf dem drit­ten Stuhl unse­ren Ruck­sack, aus dem Anto­nio raus­schaut und sei­ne Vor­der­pföt­chen fast auf der Tisch­kan­te hat: Anto­nio ist unser süßer Plüsch­bär, der uns auf Rei­sen begleitet.

Esther genießt eine Tor­ta Frut­ti di Bosco, ich zie­he eine Tor­ta di Noci vor, die die Schwei­zer hier angeb­lich mal ein­ge­führt haben. Sie ähnelt in der Tat sehr der üppi­gen Enga­di­ner Nuss­tor­te, wie wir sie aus der Schweiz ken­nen. Der Cap­puc­ci­no hier ist sehr gut, weni­ger sein Preis: 2,50 Euro! Abso­lu­ter Wucher!

Blick auf Manarola

Blick auf Manarola

Am Hafen gibt es eine kur­vi­ge Ram­pe, um Boo­te zu Was­ser zu las­sen. Benutzt wird aber gera­de unter Beob­ach­tung vie­ler Tou­ris­ten eine elek­tri­sche Seilwinde.

Die Auf­merk­sam­keit der Tou­ris rich­tet sich dann auf eini­ge Sprin­ger, die von den Fel­sen in die Hafen­be­cken sprin­gen, eine Teen­age­rin hat sich im Biki­ni einen fünf Meter hohen Fel­sen aus­ge­sucht und traut sich nun doch nicht: zu „sca­ry“ für die Ame­ri­ka­ne­rin, ruft sie den ande­ren Sprin­gern zu.

Wir gehen ein Stück hin­auf Rich­tung Cor­nig­lia und sind auch hier begeis­tert vom Blick zurück auf Mana­ro­la und vor­aus auf Cor­nig­lia. Da wir dann doch nicht erneut die Natio­nal­parks­ge­bühr von 5 Euro pro Per­son und Tag zah­len wol­len, schau­en wir noch mal in den Ort, auch wegen der Brief­mar­ken: Die Post ist zu und der Tab­ac­chi ohne Briefmarken.

Nach­dem wir noch durch eini­ge Sou­ve­nir­lä­den geschlen­dert sind, neh­men wir am Bahn­hof den nächs­ten Zug nach Cor­nig­lia. Kur­ve um Kur­ve lau­fen wir dort die Asphalt­stra­ße hin­auf, die inter­es­san­te­re Aus­bli­cke eröff­net als der Trep­pen­weg, den man vom Bahn­steig aus über einen ebe­nen Weg ent­lang der Bahn nimmt.

Piazza in Corniglia

Piaz­za in Corniglia

Hübsch wie alle ande­ren Cin­que-Terre-Dör­fer, erhebt es sich fast 100 Meter über dem Meer und bie­tet – beson­ders von der Pan­ora­ma­ter­ras­se einen ein­zig­ar­ti­gen Aus­blick. Links strahlt Mana­ro­la in der Nach­mit­tags­son­ne, wäh­rend Riom­ag­gio­re hin­ter Fel­sen ver­steckt ist, nach rechts blickt man an Ver­naz­za vor­bei auf Mon­te­ros­so. Unter und über uns zie­hen Möwen ihre Krei­se und zei­gen ihre Flugkünste.

Möwe in Corniglia

Möwe in Corniglia

Nicht ein­fach, sie mit der Kame­ra zu erwi­schen. Auf der Piaz­za in der Dorf­mit­te sit­zen älte­re Män­ner auf einer Bank und genie­ßen die Zeit. Es ist gleich halb sie­ben und wir brau­chen noch etwas zum Kochen.

Der offen­bar ein­zi­ge Lebens­mit­tel­la­den bie­tet nur Tou­ris­ten­pas­ta zu 7,50 Euro, aber kei­ne übli­chen Pas­ta an, und wir beschlie­ßen, nur ein biss­chen Gemü­se zu kau­fen und es zu den noch vor­han­de­nen Kar­tof­feln zu brutzeln.

Dazu noch die rest­li­chen gefüll­ten, ein­ge­leg­ten Pepe­ro­ni und einen Joghurt Frut­ti di Bosco aus unse­rem Natur­jo­ghurt und der Schwei­zer Wald­frucht-Mar­me­la­de, und fer­tig ist das Menü für heute.

Unten am Bahn­hof noch eine Auf­nah­me von Mana­ro­la mit dem übli­chen „Sottopassagio“-Schild im Vor­der­grund und ein­mal die Schie­nen mit „Vieta­to attra­vers­a­re i bina­ri“ im Abend­licht. Bis­her hat die Bahn kei­nen unse­rer Urlau­be so geprägt wie diesen.

Vietato attraversare i binari

Vieta­to attra­vers­a­re i binari

5. Tag: Wan­dern von Mon­te­ros­so nach Vernazza

8.30 Uhr, der Him­mel über den Cin­que Terre ist fast wol­ken­los und etwas die­sig, nur über den Ber­gen hän­gen noch nied­ri­ge Wol­ken. So ganz weiß man nicht, wie es sich ent­wi­ckelt. Wir sind opti­mis­tisch und beschlie­ßen zu wan­dern. Wo, das ist noch nicht klar. Wir gehen zum Bahn­hof und kau­fen Kar­ten nach Mon­to­ros­so, um dort wei­ter­zu­se­hen. Alle Stre­cken sind begeh­bar, und wir beschlie­ßen in Mon­te­ros­so, nach Ver­naz­za zu wan­dern mit der Opti­on, bis Cor­nig­lia wei­ter­zu­wan­dern, wenn wir noch fit genug sind.

Muretti a Secco (Trockenmauern) in Monterosso, typisch für die Cinque Terre

Muret­ti a Sec­co (Tro­cken­mau­ern) in Monterosso

Der Auf­stieg über den schma­len Trep­pen­weg und noch schma­le­re Pfa­de ist hef­tig, und es gibt reich­lich Gegen­ver­kehr. Den­noch: die meis­ten Wan­de­rer sind sehr freund­lich und zuvor­kom­mend und grü­ßen und/oder las­sen pas­sie­ren. Und roter Mohn, gel­ber Gins­ter und vie­len ande­re blü­hen­de Pflan­zen bis hin zu den rie­si­gen Aga­ven­blü­ten ent­schä­di­gen für den Schweiß.

Nicht zu ver­ges­sen die Aus­sich­ten hin­un­ter nach Mon­te­ros­so, auf die Mee­res­bran­dung unten an den Fel­sen und auf die hier typi­schen Ter­ras­sen­fel­dern mit den hier typi­schen „muret­ti a sec­co“, den für die Cin­que Terre typi­schen Tro­cken­mau­ern, die gehegt und gepflegt wer­den wol­len, da sie sonst ein­stür­zen und der Boden­ero­si­on in die­ser Kul­tur­land­schaft Tür und Tor öff­nen. Nach dem hef­ti­gen Auf­stieg geht es eini­ge Zeit leicht auf und ab, bis nach knapp zwei Stun­den Ver­naz­za immer deut­li­cher wird. Ein klei­ner Rast­platz lädt zwar zum Ver­wei­len ein, aber er ist in der pral­len Son­ne, sodass wir lie­ber weitergehen.

Vernazza von oben

Ver­naz­za von oben

Spä­tes­tens beim Abstieg nach Ver­naz­za nimmt der Anteil der sicht- und hör­ba­ren Ame­ri­ka­ner deut­lich zu. Der Blick auf die male­ri­sche Stadt ist ein­fach traum­haft, und auch im Städt­chen gibt es immer wie­der Net­tes zu sehen: von Kat­zen, die sich gemüt­lich in einer Ecke räkeln, über eine Frau, die die Wäsche vors Fens­ter hängt bis hin zu den älte­ren Män­nern, die unter dem Schild des Par­ti­to Demo­cra­ti­co sit­zen und palavern.

Nein, so über­lau­fen wie die Stadt von Tou­ris­ten ist, sie hat schon auch ihr Eigen­le­ben. Zwi­schen­durch genie­ßen wir noch ein lecke­res Eis (die ers­te Eis­die­le auf der rech­ten Sei­te der Haupt­gas­se vom Berg her gese­hen macht ein her­vor­ra­gen­des Cioc­co­la­ta-Pepe­ron­ci­no, inten­siv scho­ko­la­dig und gleich­zei­tig scharf!) und einen sehr guten Cap­puc­ci­no in der Eisdiele/Pasticceria “Da Stalín”.


Gegen halb sie­ben tre­ten wir den Rück­weg an, besor­gen in Mone­glia ein paar Zuta­ten zum Gril­len und schrei­ben nach dem Essen noch Postkarten.

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