Allerlei aus Heidelberg, Neustadt und der Welt

Kategorie: Radfahren (Seite 3 von 4)

Klapp­korb verloren

Klappkorb

Mon­ta­ge­an­lei­tung des Klappkorbs

In die Kate­go­rie “Müll gekauft” gehört der Klapp­korb, den ich mir vor viel­leicht einem Jahr gekauft und an mein VSF-Rad mon­tiert habe. Da ich zwar sel­ten einen Fahr­rad­korb brau­che, aber dank­bar bin, wenn ich mal geeig­ne­te Ein­käu­fe in einem Korb trans­por­tie­ren kann, habe ich mir die­ses Teil im Rad­la­den besorgt. Schon die Mon­ta­ge erwies sich als schwie­rig: Die mit­ge­lie­fer­ten Schel­len pass­ten nicht auf mei­nen Tubus-Gepäck­trä­ger, der recht dicke Roh­re hat. Zur alter­na­ti­ven Befes­ti­gung lie­fert der Her­stel­ler, der sei­nen Namen auf der Mon­ta­ge­an­lei­tung viel­leicht bewusst ver­schweigt, 3 Kabel­bin­der mit. Äußerst opti­mis­tisch offen­bar, was die Halt­bar­keit angeht. Nach kur­zer Zeit bereits war einer von ihnen kaputt, den ich schnell durch einen eige­nen ersetz­te. Es dau­er­te nicht lang, dann riss der ande­re Bin­der, und offen­bar war der unters­te auch schon ent­zwei, jeden­falls hät­te die Sache wohl kei­nen Auf­schub gedul­det: Als ich vor kur­zem von einer kur­zen Fahrt zurück­kehr­te, war er weg! Und ich bin über­zeugt, dass ihn nie­mand geklaut hat, son­dern dass er schlicht abge­fal­len ist. Für die Pro­fes­sio­na­li­tät des Her­stel­lers spricht auch nicht gera­de die Gestal­tung der Mon­ta­ge­an­lei­tung: eine mise­ra­ble Foto­ko­pie. Ein Zitat: “Her­ge­stellt aus mas­si­vem Stahl­draht ist der Rad-Klapp-Korb bei­na­he unver­wüst­lich” Ja, der Korb wohl, aber nicht die Kabel­bin­der. Abge­se­hen davon, dass die Klapp­schar­nie­re recht bald schon so ver­ros­tet waren, dass das Öff­nen und Schlie­ßen des Klapp­me­cha­nis­mus wirk­lich kei­nen Spaß mehr machte …
Wer also den Korb gefun­den haben soll­te: Wer­de glück­lich damit, ich will ihn nicht mehr und kau­fe mir auch kei­nen Ersatz!

Tour de Fran­ce – Doping-Leis­tungs­schau der Pharmas?

Als ich vor Wochen in das War­te­zim­mer mei­nes Arz­tes kam, ent­deck­te ich dort ein gerahm­tes Pos­ter mit Auto­gramm von Jan Ull­rich. Ich war schon drauf und dran, ihn zu fra­gen, ob Ärz­te das jetzt als Wer­be­ge­schenk von den Phar­ma­re­fe­ren­ten bekommen.

Was man zur­zeit von der Tour de Fran­ce hört, ist auch nicht viel bes­ser. Was haben die Rad­sport-Teams in den letz­ten Wochen vor der Tour nicht an Bes­se­rung gelobt, und einer oute­te sich nach dem ande­ren als ehe­ma­li­ger Doper.

War­um soll­te man mit dem gan­zen Geheul um das Doping nicht Schluss machen? Die west­li­chen Län­der, die bis­her die erfolg­rei­chen Teil­neh­mer der Tour de Fran­ce und ande­rer Rad­rund­fahr­ten stel­len, haben eine leis­tungs­fä­hi­ge Phar­ma­in­dus­trie und Medi­zin, und die soll­ten sie dem stau­nen­den Publi­kum auch zei­gen. Das geht auf sol­chen Rad­rund­fahr­ten doch viel bes­ser und emo­tio­na­ler als auf tro­cke­nen Kon­gres­sen! Was machen Spon­so­ren wie T‑Mobile, Gerol­stei­ner (Mine­ral­was­ser) oder Rab­obank (Finan­zen) auf einer sol­chen Ver­an­stal­tung? Könn­ten dort nicht Aven­tis, Novar­tis, und wie sie alle hei­ßen, viel wir­kungs­vol­ler auftreten?

Die Tat­sa­che, dass jetzt wäh­rend der Tour rei­hen­wei­se Teil­neh­mer wegen Dopings auf­fal­len, zeigt doch, dass der Hoch­leis­tungs­rad­sport nicht lern­wil­lig oder lern­fä­hig ist. Da könn­te man also doch gleich in die Offen­si­ve gehen und sagen: Ich dope, und das ist gut so. Könn­te man, oder doch nicht?

In der Tat könn­te man, wenn es da nicht doch eine gewis­se Ver­ant­wor­tung gegen­über den Sport­lern gäbe. Sowohl den Dopen­den als auch den Sau­be­ren gegen­über, die wirk­lich aus Sports­geist fah­ren. Den Dopen­den gegen­über, weil sie auch nur Men­schen sind, ziem­lich Dum­me zwar, sonst wür­den sie es nicht tun, aber immer­hin. Den Nicht-Dopen­den gegen­über, weil auch sie Anspruch auf einen – auf allen Ebe­nen – sau­be­ren Sport haben und gar nicht in eine Maschi­ne­rie der künst­li­chen Leis­tungs­stei­ge­rung kom­men sol­len, der sie sich aus Leis­tungs- und Erwar­tungs­druck kaum ent­zie­hen können.

Neckar­tal per Fahr­rad – und Autos ohne Ende

Wow – die zwei­te Tour in die­sem Jahr: Mit dem Fahr­rad sind wir heu­te Nach­mit­tag das Neckar­tal ent­lang nach Neckar­stein­ach raus­ge­fah­ren. Mir war schon klar, dass die Stre­cke ange­sichts der vie­len Autos nicht unbe­dingt das Non­plus­ul­tra war, doch land­schaft­lich ist es ein­fach schö­ner, als in oder an der Rhein­ebe­ne ent­lang zu fah­ren. Aber ich habe wirk­lich das Gefühl, das der Auto­ver­kehr seit mei­ner letz­ten Tour ins Neckar­tal, die schon eini­ge Jah­re zurück­liegt, wei­ter zuge­nom­men hat. Rad­we­ge­tech­nisch sta­gniert Hei­del­berg ohne­hin seit etli­chen Jah­ren. Hier und da sind im Neckar­tal mal eini­ge schma­le Rad­we­ge (die vom ADFC bekämpf­ten Bord­stein­rad­we­ge) vor­han­den, an eini­gen Stel­len sogar mit der prak­ti­schen Mög­lich­keit, sich zu begegnen.

Nach­dem ich dort, wo es schon für mich als Nor­mal­rad­ler sehr schmal wur­de, auf die Stra­ße gewech­selt war, trau­te ich mei­nen Augen kaum: Auf dem Rad­weg kam in ent­ge­gen­ge­setz­ter Rich­tung ein wohl­mei­nen­der Fami­li­en­va­ter mit­samt dem schma­len Cha­ri­ot-Kin­der­an­hän­ger (! Es gibt auch noch eine nor­mal brei­te Ver­si­on) den Rad- und Geh­weg ent­lang! Nicht genug, dass zur Stra­ße hin klo­bi­ge Begren­zungs­stei­ne ste­hen, sind auf der Fluss­sei­te zusätz­lich Bäu­me, die den Weg verengen.

Ob besag­ter Fami­li­en­va­ter dar­an dach­te, mit Anhän­ger unter­wegs zu sein oder nicht: Mit sei­nem lin­ken Rad schramm­te er so am Baum vor­bei, dass der Anhän­ger einen kräf­ti­gen Schlag nach rechts bekam, weil das lin­ke Rad von der Baum­wur­zel ange­ho­ben wur­de. Als Kind hät­te ich jetzt wahr­schein­lich durch den Schreck hef­tigst ange­fan­gen zu schreien …

Jetzt wird man­cher sagen: Aber laut StVO ist so ein Rad­weg doch gar nicht benut­zungs­pflich­tig! Ich sag’s mit Goe­thes Faust: “Grau, teu­rer Freund, ist alle Theo­rie, und grün des Lebens güld­ner Baum”. An die­sen Stel­len hat sich selbst der Hei­del­ber­ger ADFC schon die Zäh­ne aus­ge­bis­sen … Das Neckar­tal ist hier so eng, dass, wenn man hier ver­nünf­ti­ge Ver­hält­nis­se zum Rad­fah­ren schaf­fen woll­te, man ent­we­der den Auto­ver­kehr auf eine ein­zi­ge Spur ver­en­gen, die Stra­ße unter­tun­neln, Vor­gär­ten weg­rei­ßen oder die Stra­ße auf den Neckar hin­aus­ra­gend erwei­tern müss­te. Irgend­ei­nen Volks­zorn wür­de man also in jedem Fall hervorrufen.

Als Rad­ler an der Basis bleibt einem also fast nur die Mög­lich­keit, das Fahr­rad mit in den Zug zu neh­men und raus­zu­fah­ren oder es – sin­ni­ger­wei­se – aufs Auto­dach zu schnal­len und sich in die Auto­ko­lon­nen zu drü­cken, frei nach dem Mot­to: Stau mal wieder!

Zeit für Hot Ears – All­mäh­lich wirds wie­der kalt

Hot Ears Ohrenschützer für den Helm

Hot Ears – Ohren­schüt­zer für den Helm

Es wird wie­der Zeit für mei­ne Hot Ears, auch wenn in Hei­del­berg kurz vor dem Wochen­en­de wie­der Früh­lings­tem­pe­ra­tu­ren herrsch­ten. Mei­ne Wet­ter­sta­ti­on zeigt heu­te abend wie­der 10 Grad, da kann ich mei­ne Ohren­schüt­zer dran las­sen oder auch schnell ent­fer­nen: Das sind abso­lut prak­ti­sche Ohr­wär­mer für den Helm: eigent­lich nur zwei Stück Fleece, die zu einer Art Trich­ter geformt sind und über die Helm­rie­men gezo­gen wer­den. Sie hal­ten sich dort über einen innen lie­gen­den Klett­ver­schluss. Man erhält sie sicher in eini­gen Fahr­rad­lä­den. Ich habe sie beim Klei­nen Rad­haus in Hei­del­berg ent­deckt, online gibt sie auch.

UPDATE 22.6.2021: Wie ich gera­de gese­hen habe: Die Hot Ears gibt neben ver­schie­de­nen Far­ben auch in zwei ver­schie­de­nen For­men, je nach­dem, ob der hin­te­re Helm­rie­men eher stei­ler (Form A) oder fla­cher (Form B) verläuft.

OB-Wahl in Heidelberg

Wer mal auf die Web­sites der drei aus­sichts­reichs­ten Kan­di­da­ten für die OB-Wahl schaut, sieht, dass nur Würz­ner das The­ma Rad­ver­kehr erwähnt, und das nur in einer Wei­se, die nichts Gutes erwar­ten lässt: Er spricht von einer gleich­be­rech­tig­ten Berück­sich­ti­gung aller Ver­kehrs­ar­ten und sieht den Auto­ver­kehr hier nicht als gleich­be­rech­tigt, son­dern als benach­tei­ligt an. Sowohl Thimm als auch Die­ter schwei­gen sich auf den Web­sites zum The­ma Rad­ver­kehr aus. Naja, man wird heu­te abend sehen, wer vor­ne ist. Ent­schei­dend wer­den wohl ande­re The­men sein… Von einer Stich­wahl gehe ich aus, und ich schät­ze, dass Würz­ner und Thimm vor­ne lie­gen. Für mich hat Die­ter kei­ne Chan­ce: Null Aus­strah­lung, in der Stadt unbe­kannt, usw. Ansons­ten ist da noch Wei­ler-Lorentz, der im Gemein­de­rat zwar viel in Sachen Rad­ver­kehr tut, aber als Ver­tre­ter der “Bun­ten Lin­ken” wohl kei­ne Chan­ce hat. Wer mehr über die Posi­tio­nen der OB-Kan­di­da­ten wis­sen will, ist auf die Zusam­men­fas­sung einer Ver­an­stal­tung ange­wie­sen, die Peter Win­ker vom Hei­del­ber­ger ADFC geschrie­ben hat.

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