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Kategorie: Ferngesehen

Reich-Ranicki und der Fernsehpreis: Gelungene Inszenierung?

Alle Welt spricht gerade vom "Eklat" bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises am Samstag in Köln. Am Samstag war die Verleihung, gestern anscheinend die Ausstrahlung. Was ist passiert? Marcel Reich-Ranicki (MRR), "Literaturpapst" mit hohem Unterhaltungswert, meinte, den Preis für sein Lebenswerk nicht annehmen zu können, weil er die Veranstaltung als niveaulos empfand.

Marcel Reich-Ranicki und der Deutsche Fernsehpreis

Da hat er diese Art der Sendung wohl vorher wirklich nicht gesehen. Solche Preisverleihungen, bei denen viele Personen Preise bekommen, sind doch eigentlich an sich schon niveaulos: Was passiert dort denn schon? Meist führt irgendein Moderator (manchmal auch zwei) mehr oder weniger charmant durch den Abend, redet nett und unverfänglich über dies und das und kündigt die Laudatoren mit einer kleinen Lobrede auf den Laudator an. Der wiederum erzählt nett und meist unverfänglich etwas Positives über denjenigen, dem er den Preis überreichen soll. Letzterer ist dann ganz überrascht und dankt dem Publikum, der Jury, seiner Großmutter oder weiß der Teufel wem und quetscht vielleicht auch noch ein Tränchen der Rührung raus.

Um einer solchen Veranstaltung aus der Bedeutungslosigkeit herauszuhelfen, sollte schon mal entweder ein Laudator einen umstrittenen Schauspieler wie Tom Cruise für seinen Mut loben, oder ein Preisträger den Preis ablehnen. Nachdem Turi jetzt berichtet, dass MRR seinen Preis wohl doch mit nachhause genommen hat, fragt man sich, ob das nicht auch inszeniert sein kann. Ist doch schön, wenn wieder alle über eine Preisverleihung bzw. eine Sendung reden statt darüber, ob nun eher die öffentlich-rechtlichen oder die privaten Sender ein Existenzrecht im Internet haben. Und wenn dann noch die Qualität des Fernsehens thematisiert wird (MRR hat ja auch als einzige qualitätsvolle Alternative zum ZDF nur 3sat und arte genannt, also auch Öffentlich-Rechtliche), dann kann man doch eigentlich als Veranstalter (ok, da ist auch RTL mit im Boot, aber sonst nur Öffentlich-Rechtliche) zufrieden sein. Oder?

Rentenangst – Verarschung?

Am Sonntagabend lief in der ARD eine hochinteressante Doku zum Thema Altersvorsorge. Sie hat beeindruckend aufgezeigt, welche wirtschaftlichen Interessen hinter den seit zwei Jahrzehnten und vor allem in den letzten 10 Jahren immer stärkeren Appellen stecken, dass die gesetzliche irgendwann nicht mehr ausreiche und privat vorgesorgt werden müsse.

Danach gehen manche Experten davon aus, dass die Produktivitätssteigerung der Wirtschaft auch in Zukunft ausreichen könne, um allen Rentenempfängern die bisherigen Rentenansprüche zu sichern. Allerdings habe, so der Bericht, beispielsweise eines der Institute, die seit langem vehement eine ergänzende Privatrente und einen Umbau des Rentensystems mit "wissenschaftlichen Studien" untermauern, das Institut für Altersvorsorge, diesen Faktor bisher nie berücksichtigt. Hinter diesem Institut stehen Banken und Unternehmen der privaten Versicherungswirtschaft, die natürlich vom Schlechtreden der gesetzlichen Rentenversicherung profitieren. Wissenschaftlicher Berater des Instituts war bis 2006 der CDU-Politiker und Jurist (nein, kein Wirtschaftswissenschaftler!) Meinhard Miegel, der als "Experte" durch die Talk-Shows tingelt und das Hohelied der privaten Rentenversicherung singt. Und anscheinend gibt es Hinweise, dass die gesetzliche Rentenversicherung politisch geschwächt wird, um eben private Versicherungen zu stärken.

Daneben geht die Doku auch auf die unsichere Ertragssituation von Privatversicherungen ein, die ich hier jetzt mal vernachlässige…

Meine Meinung: Unbedingt ansehen! Hier der Link zum Artikel über den Beitrag.

An folgenden Terminen wird die Dokumentation wiederholt:

EinsExtra, 24./25. März 2008, 01:15 Uhr

EinsExtra, 25. März 2008, 22:02 Uhr

EinsExtra, 30. März 2008, 16:00 Uhr

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