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Kategorie: Software

Endlich korrekt schreiben!

Duden Korrektor PLUS 5.0

Duden Korrektor PLUS 5.0

„Rechtschreibung? Es schreibt doch sowieso jeder, wie er will“, bekommt man oft genug zu hören. Doch in den letzten Jahren sind viele Menschen sprachbewusster geworden, wie die Verkaufs- und Besucherzahlen von Büchern und Veranstaltungen des Spiegel-Kolumnisten Bastian Sick („Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“) zeigen. Nachdem das Hickhack um die Reform der deutschen Rechtschreibung vorbei ist, weiß man, woran man sich halten kann. Die Wörterbuchverlage haben ihre Nachschlagewerke nach der Reform ausgerichtet, aber was macht man am PC? Ein reines Wörterbuch greift da eigentlich zu kurz. Oft genug weiß man ja auch gar nicht, dass man etwas falsch schreibt. Word als Textverarbeitung hat zwar eine eingebaute Rechtschreibprüfung. Doch die lässt sehr zu wünschen übrig: Es gibt zu viele Fehlalarme, und viele tatsächliche Fehler werden nicht erkannt. In der Alternative OpenOffice sieht es eher noch schlechter aus, hier gibt es nicht einmal eine Grammatikprüfung.

„Duden Korrektor“: Seine Fehlergenauigkeit macht ihn so wertvoll

Die Lösung heißt „Duden Korrektor“, und das nicht, weil ich für Duden arbeite, sondern weil ich ihn wirklich tagtäglich nutze, und zwar mit Erfolg. Jeder längere Text, den ich in Word schreibe (auch dieser hier), wird zumindest auf Rechtschreibung geprüft, und meist auch auf Grammatik. Dabei läuft der „Duden Korrektor“ spätestens seit der Version 3.5 bei mir so schnell, stabil und problemlos, dass ich ihn nicht mehr missen möchte. Was ihn so wertvoll macht, ist seine Fehlergenauigkeit: Schon in der Standardeinstellung (mit eingeschalteter Hintergrundprüfung=Rechtschreibprüfung) erkennt der Korrektor extrem viele Fehler: nicht nur Tippfehler, sondern auch fehlerhafte Abkürzungen (wie MWSt statt MwSt.), doppelte Leerzeichen und vieles mehr. Klickt man nach dem Erstellen des Textes zusätzlich auf „Korrektur starten“, wird über ein Dialogfeld auch zusätzlich die Grammatik und der Stil überprüft. Dabei erkennt der Korrektor auch fehlerhafte Beugungen von Wörtern, oder wenn das Geschlecht von Artikel und Substantiv (z. B. „eine kleines Haus“) nicht übereinstimmt.

Komplexe computerlinguistische Verfahren im Hintergrund
Natürlich hat eine solche Software Grenzen, die darin liegen, dass ein Computer nur nach Regeln arbeiten kann. Die Software versucht, die grammatische Struktur von Sätzen zu erkennen und so die Funktion eines Wortes zu erkennen. Nicht immer ist es möglich, die Funktion eines Wortes eindeutig zu erkennen, da Sprache für eine Maschine oft zu mehrdeutig ist. Für eine einfache Rechtschreibprüfung ist es beispielsweise nicht möglich zu erkennen, welche Funktion „weiß“ in „Wir weiß es nicht.“ hat. Ist es die Farbe „weiß“ oder eine Form von „wissen“? Der „Duden Korrektor“ dagegen erkennt, dass es sich hier um ein Verb handelt, und sieht in der Kombination mit „wir“, dass hier „weiß“ nicht zu „wir“ passt, also die falsche Form des Verbs oder das falsche Pronomen gewählt wurde. Er erkennt natürlich nicht, worin sich der Verfasser geirrt hat, also ob er schreiben wollte „wir wissen es nicht“ oder „ich/er/sie/es weiß es nicht“. Intelligent ist aber bereits die reine Rechtschreibprüfung. Die ersten Programme (und die einfachen funktionieren immer noch so) haben einfach die geschriebenen Wörter mit einem internen Wörterbuch verglichen und einen Fehler moniert, wenn das Wort oder eine Wortform nicht in der Liste war. Das bedeutet aber, dass alle Formen z. B. von „wissen“ wie „weiß“, „weißt“, „wisse“ im Wörterbuch enthalten sein müssen, ebenso die verschiedenen Groß- und Kleinschreibungen für das Verb „wissen“ und das Substantiv „Wissen“. Hier erkennt man auch, dass eine einfache Rechtschreibprüfung bereits mit der Erkennung der richtigen Groß- und Kleinschreibung überfordert ist, da sowohl „Wissen“ und „wissen“ korrekte Wörter sind, aber unterschiedlich verwendet werden. Nimmt man noch zusammengesetzte Wörter hinzu, wie „Geburtstag“ oder gar „Geburtstagstorte“ oder die Ungetüme wie „Donaudampfschifffahrts- …“, wird klar, dass das Wörterbuch so groß wäre, dass das Durchsuchen selbst bei leistungsfähigen Computern sehr lange dauert. Auch aus dieser Überlegung heraus ist man dazu übergegangen, Wörterbücher mit eingebauten Regeln zu kombinieren. Die Software erkennt beispielsweise bei „weiß“, dass dies eine der gültigen Formen von „wissen“ ist, oder dass „Stammbaum“ aus den beiden korrekten Wörtern „Stamm“ und „Baum“ zusammengesetzt ist und zudem die Zusammensetzung richtig gebildet ist, denn es heißt ja nicht „Stammsbaum“ oder „Hundkuchen“, sondern „Stammbaum“ und „Hundekuchen“. Bisher ging es aber noch um reine Morphologie- (Wortstamm-) und Beugungsregeln. Schwieriger wird es schon bei ganzen Sätzen: Eine Satzkonstruktion zu erkennen, ist schon sehr kompliziert, und hier bringt eine gute Grammatikprüfung computerlinguistische Höchstleistungen. Schon allein die Wortstellung ist im Deutschen sehr variabel, da sie je nach Betonung: „Ich will nur reden mit dir“ ist ebenso korrekt wie „Ich will nur mit dir reden“ oder „Reden will ich nur mit dir“. Bei mehrgliedrigen Sätzen wie Relativsätzen wird es weitaus komplizierter. Der „Duden Korrektor“ aber erkennt in der Regel, ob ein „das“ hinter einem Komma mit „ss“ oder einfachem „s“ geschrieben werden muss.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten
Den „Duden Korrektor“ gibt es in einer ganzen Reihe von Versionen: für Microsoft Office, für OpenOffice und StarOffice und für Satzprogramme wie Adobe InDesign und FrameMaker, und seit einigen Tagen gar für BlackBerry-Handys. Der Preis ist mit 19,95 Euro für MS Office und OpenOffice/StarOffice sehr moderat. Für MS Office gibts darüber hinaus auch eine PLUS-Version mit zusätzlichen Funktionen wie der Stapelverarbeitung von Dokumenten und der Fehlerstatistik, die dabei helfen soll, seine eigenen Schwächen in Rechtschreibung und Grammatik zu erkennen, und nicht zuletzt vier digitalen Wörterbüchern (die Standardversion hat nur eines), damit man sich vor dem und beim Schreiben schlauer machen kann.

Systemvoraussetzungen für den „Duden Korrektor”
für Microsoft Office (Standard und PLUS)

  • Microsoft Windows 2000 (ab SP2)/ XP/Vista (32-Bit-Version)
  • Microsoft Office 2000/XP/2003/2007 oder Works 9.0
  • mindestens 550 MB freier Festplattenspeicherplatz (Standard)
  • mindestens 750 MB freier Festplattenspeicherplatz (PLUS / PLUS-Update)
  • CD- oder DVD-ROM-Laufwerk

Workshop: Cassetten digitalisieren mit Audacity

Aufnahme in Audacity

Aufnahme im Audacity-Fenster

Seit Jahren schon liegen meine Musik-Cassetten in der Ecke herum, platzsparend in einen Karton gepackt. Nach einem kürzlichen (übrigens fantastischen!) Ballettbesuch von Delta Blues im Mannheimer Nationaltheater hatte ich meine ganzen Schätze an Blues-Musik auf den Cassetten wiederentdeckt und Lust, sie wieder öfter zu hören. Was lag da näher, als sie zu digitalisieren? Das ist zwar viel Arbeit, aber es lohnt sich oft, wenn man sie ab und zu auf CD oder auf dem MP3-Player hören möchte und einem die aufgenommenen Titel (oder gar ganze Alben) als Download zu teuer sind. Grundsätzlich gilt das natürlich auch für Schallplatten, aber da unser Plattenspieler noch an die Anlage angeschlossen ist, ist das weniger ein Problem.

Früher habe ich für solche Arbeiten gelegentlich eine Testversion von „Cool Edit“ benutzt, allerdings wurde „Cool Edit“ von Adobe übernommen und damit für den Hobbyanwender noch teurer. Seit einiger Zeit benutze ich jetzt die kostenlose Open-Source-Software „Audacity“ (www.audacity.de). Sie ermöglicht die mehrspurige Bearbeitung von Audiomaterial und hat zahlreiche Funktionen für die Nachbearbeitung. Aktuell ist die Version 1.2.6 für Windows (gibt’s natürlich auch für Linux und Mac), und eine Beta-Version der Version 1.3.5 kann man auch schon herunterladen. Sie hat einiges mehr an Funktionen, so auch bei der wichtigen Rauschunterdrückung.

Zunächst muss man ja einen geeigneten Ausgang am Cassettenrecorder (bei mir ein Ghettoblaster von Philips, der Esther gehört) und Eingang am Computer finden. Hier bietet sich bei meinem Cassettenrecorder nur ein Kopfhörerausgang an, da er nur einen Line-Eingang, aber keinen Ausgang besitzt. Auf Computerseite ist es oft der Line-Eingang, bei manchem Notebook ist dagegen manchmal nur ein Mikrofoneingang vorhanden, den man auch nehmen kann.

Als Nächstes sollte man alle Systemklänge der laufenden Programme ausschalten, da sie sonst in die Aufnahme mit hineinkommen, wenn einmal beispielsweise eine Mail eingeht. Und wer während der Aufnahme nicht am Rechner ist, deaktiviert besser auch noch Energieoptionen in der Systemsteuerung, die dafür sorgen, dass der Rechner, wenn man nicht daran arbeitet, in den Stand-by gehen.

Aufnahmedetail in Audacity
Und dann kann es eigentlich auch schon losgehen mit dem Aussteuern. Nach dem Start von „Audacity” und der Wiedergabe von der Cassette schaut man sich an, wie weit der Pegel ausschlägt. Es sollte möglichst nah am rechten Ende, also bei 0 dB sein, aber auch nicht ständig dort anstoßen. Auf der dargestellten Tonspur sieht man eine Übersteuerung auch daran, dass die Kurven vom dargestellten Bereich in der Höhe abgeschnitten werden. Am besten vergleicht man den Pegel an verschiedenen Stellen der ersten Stücke, um zu verhindern, dass spätere Stücke, die etwas lauter sind, doch noch übersteuert sind. Bei Mixtapes ist es sicherer, in alle Stücke mal reinzuhören und auf die Aussteuerung zu achten.

Wenn der Aufnahmepegel klar ist, legt man los mit dem Aufnehmen. Am besten lässt man eine ganze Cassettenseite durchlaufen. Wer keinen Wert darauf legt, mitzuhören, stellt sich am besten einen Küchenwecker, um rechtzeitig am Rechner zurück zu sein, wenn die Cassette am Ende ist. Sonst muss man nachher unnötig viel wegschneiden.

Bevor die Cassettenseite aufgeteilt werden kann, ist Kosmetik angesagt, es sei denn, alles Rauschen und Knacksen (von einer auf Cassette aufgenommenen Schallplatte) soll erhalten bleiben.

Rauschentfernung in Audacity

Rauschentfernung in Audacity


Zur Rauschentfernung bietet besonders die Version 1.3.5 drei Einstellungsmöglichkeiten. Einem Artikel aus der Zeitschrift „EasyLinux“ (Ausgabe 2/2008) habe ich den Tipp entnommen, dass sich eine Absenkung von 5-7 Dezibel, eine Frequenzglättung von 100-150 Hz und eine Ansprech-/Abklingzeit von 0,05-0,15 Sekunden anbietet. „Ein verlustfreier Einsatz dieses Filters ist allerdings auch mit diesen Einstellungen nicht möglich“, schreibt die EasyLinux. Ich bin mit dem Resultat aber ganz zufrieden.

Knackser von Schallplatten bekommt man mit dem Klick-Filter (oder Klick- und Pop-Filter in Version 1.2.6) ganz gut weg.

Audacity Klickfilter

Audacity Klickfilter


Wer seine alten Mixtapes digitalisiert, sollte an dieser Stelle auch den Lautstärkepegel der Stücke anpassen. Dafür bietet Audacity unter „Effekt“ den Normalisierungsfilter.

Ist nun die Cassette aufgenommen und bereinigt, geht’s ans Aufteilen in einzelne Stücke. Denn bisher ist die Cassettenseite als ununterbrochener Audiotrack gespeichert. Um die Titel voneinander zu trennen, gibt es zwei Möglichkeiten:

Im „Bearbeiten“-Menü gibt es zum einen die Möglichkeit „Bei Stille trennen“. Dann wird die Tonspur an allen Pausen geteilt. Da das beispielsweise bei Live-CDs wegen des Beifalls nicht immer geht oder nicht die richtige Stelle trifft, kann man im Menüpunkt „Projekt“ (in Version 1.3.5. in „Spuren“) Textmarken an den Trennstellen zu setzen. Dabei wird eine Textspur eingefügt, die diese Textmarken enthält.

Audacity: Textmarke setzen
Dabei empfiehlt es sich, immer wieder die Trackdarstellung zu verkleinern, um ein Titelende zu finden (meist dort, wo der Ausschlag ganz gering ist), und dann bei laufender Wiedergabe die Darstellung zu vergrößern, um genau die richtige Stelle zu finden, an der man die Textmarke setzt. Oft ist es hier auch sinnvoll, die Pausen zu entfernen, die z. B. vom Lauf der LP oder des CD-Players stammt. Sie besteht im besten Fall ohnehin nur aus Rauschen, und beim Brennen lassen sich nach Bedarf wieder neue Pausen setzen. Im schlechteren Fall hört man selbst in den Pausen noch einen Teil des folgenden Stücks. Warum? Ich weiß es nicht, aber Ton- und Technikexperten wissen darauf sicher eine Antwort. Ich könnte mir vorstellen, dass die Magnetisierung des Bandes auch danebenliegende Bereiche mitbeeinflusst, und nur bei Stille macht sich das dann bemerkbar.

Sind alle Textmarken gesetzt, kann es mit dem Export weitergehen. Im Menü „Datei“ gibt’s die Option „Mehrere Dateien exportieren“. Dort hat man die Möglichkeit, das Exportformat, den Ordner, in dem die Exportdateien abgelegt werden sowie den ersten Dateinamen zu wählen.

Export aus Audacity

Export aus Audacity

Dabei sollte bei Bedarf die Option aktiviert werden, dass auch Daten vor der ersten Textmarke exportiert werden, sonst fehlt das erste Musikstück.

Nach rund einer Minute sind alle Tracks gespeichert, und man kann Audacity schließen. Was zu tun bleibt, ist, die Dateien mit den Titelbezeichnungen zu versehen, um sie wiederzuerkennen. Wer die Titel gleich als MP3-Dateien exportiert hat, sollte darüber hinaus auch die ID-Tags bearbeiten, dann kann auch der MP3-Player sie optimal nutzen. Die Audacity-Version 1.3.5 hat zwar eine Option im Menü „Datei“, die Metainformationen zu bearbeiten, aber bei mir hat sie noch nicht richtig funktioniert, zumindest beim ungeschnittenen Track.

Links zum Thema:

Download Audacity: audacity.de

Deutschsprachiges Forum: audacity-forum.de

Steinberg: www.steinberg.de

Online nachschlagen – aber wo?


Bis ins letzte Jahrzehnt hieß Nachschlagen in der Regel: zum Regal gehen, das Lexikon rausholen und blättern. Nehmen wir mal an, wir hätten was über die Relativitätstheorie gesucht. Wer nur ein kleines Lexikon sein eigen nannte, schlug die Seiten mit R auf und fand das Wort samt Erklärung, die stolzeren Besitzer etwa einer Brockhaus-Enzyklopädie oder dergleichen suchten sich dann Band POT-RENS aus und fanden den Artikel. Das war aber nicht alles. Zum Einen standen im Artikel auch Verweise auf andere Artikel, zum Anderen konnte es ja sein, dass in anderen Artikeln auch etwas über die Einsteinsche Theorie stand, aber woher wissen?

In den 90er Jahren kamen also die ersten Lexika auf CD-ROM wie beispielsweise der Brockhaus multimedial oder die Microsoft Encarta . Sie bieten mittlerweile nicht nur eine große Fülle an Artikeln, die in der Regel mindestens dem Umfang eines mittleren Lexikons von ca. 10 dicken gebundenen Bänden entsprechen und eine riesige Menge an Multimedia-Animationen, Videos, Hörbeispielen etc.
Das, was im gedruckten Lexikon die Verweise sind, lässt sich digital mit Links zum jeweils anderen Artikel realisieren, das heißt, mit einem Klick ist man beim anderen Artikel, und nicht nur das: Die Trefferliste zeigt dank der Volltextsuche alle Fundstellen des gesuchten Worts, und wenn man mal das Wort falsch schreibt, werden auch Alternativbegriffe
„Meinten Sie …“ angezeigt. Die digitale Brockhaus-Enzyklopädie (die auf einem einzigen USB-Stick Platz findet) hat sogar neueste Informationstechnologie eingesetzt, sodass sie selbst natürlichsprachliche Fragen ermöglicht, wie etwa „Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Überernährung und Herzinfarkt?“ oder „Welches Tier hat zwei Höcker?“.

WikipediaSeit einigen Jahren hat nun das Onlinelexikon „Wikipedia “ Furore gemacht. Nach dem Wiki-Prinzip (von Hawaiianisch wikiwiki=schnell) hat eine engagierte Gemeinde Freiwilliger Wissen zusammengetragen: teilweise eigene Kenntnisse, teilweise kopiert aus alten,mittlerweile urheberrechtsfreien Lexika, teilweise werden auch öffentlich verfügbare Datenbanken maschinell eingelesen und zu Artikeln gemacht. So war anfangs beispielsweise mein Heimatort Rosche in der Lüneburger Heide mit exakt dem selben Wortlaut enthalten wie seine Nachbargemeinden, nur mit unterschiedlichen Fakten wie Einwohnerzahl, Sitz der Verwaltung, Bürgermeister etc. „Schnell“ heißt das Prinzip, weil Änderungen extrem schnell Eingang ins Lexikon finden. Um simple Textänderungen vorzunehmen, benötigt man keine Programmierkenntnisse.

Das Ganze ist für jeden Benutzer frei verfügbar und kostenlos, und jeder Mensch kann daran mitarbeiten, nicht nur Experten ihres Faches. Das ist einerseits eine Stärke, da beliebig viele Menschen ihr Wissen beitragen können, andererseits auch eine der Schwächen von Wikipedia: Denn jeder kann mit vermeintlichem Wissen oder Desinformation dieses Online-Nachschlagewerk manipulieren. Davon haben Unternehmen, politische Parteien und Andere schon des Öfteren Gebrauch gemacht und dafür gesorgt, dass unliebsame Informationen über sie nicht mehr im Artikel stehen.

Sicherer ist man da nach wie vor bei den Inhalten klassischer Lexikonverlage. Sie haben eigene Redaktionen, in denen Wissenschaftler aller Disziplinen jeden Artikel unter die Lupe nehmen und recherchieren, ob es mittlerweile neuere und vor allem gesicherte Erkenntnisse zum Thema gibt. Klar, dass da nicht jeder Inhalt Platz findet, da teilweise der Platz, aber vor allem auch die Arbeitskraft begrenzt ist und nicht jeder Mensch jedes Stückchen Wissen benötigt.

Noch eine andere Schwäche hat Wikipedia. Die Suchfunktion ist derjenigen in den führenden Multimedia-Lexika hoffnungslos unterlegen. Es gibt zwar eine relevantbewertete Suche, d.h. die Suchtreffer sind mit Prozentangaben versehen, wie stark der Artikel zum Suchtreffer passt, aber wer beispielsweise „Dorsh“ statt „Dorsch“ schreibt, bekommt beispielsweise kaum Hilfestellung, ob eine ähnliche Schreibweise stattdessen enthalten ist.
spiegelwissen2n der Zwischenzeit haben Verlage längst auf die Wikipedia reagiert: Bertelsmann hat vor Jahren schon das werbefinanzierte Portal wissen.de ins Netz gestellt und kooperiert seit Neuestem mit dem „Spiegel“. Unter wissen.spiegel.de kann man jetzt nicht nur in Artikeln aus dem „Spiegel“, sondern auch in wissen.de und in der Wikipedia nachschlagen. Dabei werden hier in der Suchergebnisliste einfach die Artikelanfänge wiedergegeben, falls vorhanden mit Abbildung. Auch hier gibt es keinerlei Suchhilfe.  Und wie die Abbildung rechts zeigt, scheint zumindest für das Nachrichtenmagazin im Zusammenhang mit Einstein die „Problemzone Po“ der relevanteste Artikel zu sein.

Seit 2006 hat auch Meyers Lexikonverlag auf der Basis der Software MediaWiki, die auch Wikipedia benutzt, „Meyers großes  Taschenlexikon in 24 Bänden“ unter lexikon.meyers.de werbefinanziert ins Netz gestellt, seit 2007 auch mit der Möglichkeit, an Artikeln mitzuschreiben. Das passiert allerdings im Unterschied zu Wikipedia so, dass die bearbeiteten Artikel von der Lexikonredaktion überprüft, ggf. korrigiert und erst dann wieder ins Netz gestellt werden. Wer also gleichzeitig sicher sein will, dass das Lexikon nicht manipuliert ist und trotzdem kostenlos nachschlagen möchte, sollte sich dort umschauen, Ein weiterer Pluspunkt hier: Es gibt eine „Meinten Sie“-Funktion, die beim Auffinden des richtigen Artikels hilft.

Und in den letzten vier Wochen war in vielen Medien schon die Rede davon: Brockhaus stellt ab Mitte April die komplette Brockhaus-Enzyklopädie kostenlos und werbefinanziert ins Internet. Der Verlag zieht damit die Konsequenzen daraus, dass immer mehr Menschen im Internet nachschlagen und weniger die schönen, aber dicken Lexikon-Bände kaufen. Wahrscheinlich wird es keine neue Auflage der großen Brockhaus-Enzyklopädie mehr geben. Immerhin lässt sich mit kleineren gedruckten Lexika nach wie vor Geld verdienen.

In Spezialbereichen ist die Wiki-Technologie durchaus spannend: Es gibt eine Reihe von Wikis, in denen man Spezialwissen nachschlagen und beitragen kann. Ich selbst habe zeitweilig gerne mal ins Kaffee-Wiki geschaut, und auch in speziellen Foren wie dem IP-Phone-Forum gibt bzw. gab es Wikis, in denen Benutzer Informationen z.B. über Internettelefone und Telefonanlagen wie die Fritz!Box finden. Wer also Infos benötigt, die weder über den Kundenservice eines Unternehmen zu erfahren sind  noch im Lexikon stehen, kann hier viel erfahren.

20 Sprachen auf einen Schlag

Word Explorer E-Wörterbuch Mulitlingual

Word Explorer Multilingual von Jourist

Haben Sie schon von Tagalog gehört? Oder wissen Sie, was Flugzeug auf Polnisch heißt? Dann werfen Sie mal einen Blick auf die neue Software „Word Explorer 2.0 multilingual“. Dieses neue digitale Wörterbuchprogramm ist gerade erschienen und bietet sage und schreibe 20 Sprachen auf einer CD-ROM. Nach der Installation gibt man einfach das gesuchte Wort ein, der Cursor springt dabei automatisch ins Eingabefeld. Nach dem Drücken der Returntaste wird das Wort gleich im ersten angezeigten Wörterbuch angezeigt. Standardmäßig ist hier Deutsch-Dänisch eingestellt, aber die Reihenfolge der Wörterbücher lässt sich beliebing mit Klicken und Ziehen verändern. Neben den meisten europäischen Sprachen sind auch exotische wie die Hauptsprache der Philippinen, Tagalog, oder Malaiisch (Indonesien) enthalten.
Die Software ist sowohl für Windows als auch für Mac OS X erhältlich. Wer die CD kauft, bekommt eine Hybrid-CD, die auch auf dem Mac lesbar ist. Wer das Programm im Internet herunterlädt, erhält den Download jeweils passend zum gewählten Betriebssystem. Unter Windows nistet sich das Programm in der Taskleiste ein und ist so über eine Tastenkombination immer aufrufbar. Sensationell ist natürlich der Preis: Für nur knapp 50 Euro den Wortschatz für 20 Sprachen zu bekommen, ist schon unglaublich günstig. Wer weniger braucht, kann die meisten Sprachen auch als Einzelprogramm für dann 20 Euro kaufen und auch miteinander kombinieren. Erhältlich im Fachhandel oder beim Hersteller unter jourist.com.

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