Allerlei aus Heidelberg und der Welt

Autor: Carsten (Seite 1 von 16)

Gneisenaubrücke: Hü und Hott im Gemeinderat

Die Planungen für die Brücke von der Heidelberger Bahnstadt zur Gneisenaustraße sind weit vorangeschritten, und die endgültige Genehmigung der Maßnahme stand jetzt im Gemeinderat an. Bereits 2015 hatte sich der Gemeinderat auf eine Planung festgelegt, die durchaus Alternativen vorsah. Eine Planung sah vor, dass die Brücke auf der Seite der Gneisenaustraße den alten OEG-Bahnhof im Bereich der Rampe durchdringt, eine Alternative führte westlich daran vorbei, hätte aber zu einer umständlicheren Wegeführung zum Anschluss an die Straße geführt, sodass der Gemeinderat sich bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung für den Entwurf entschied, der die Durchdringung der denkmalgeschützten Rampe vorsah.

Für die Maßnahmegenehmigung stellten jetzt drei Gemeinderatsfraktionen (SPD, Linke und Bunte Linke) im Bauausschuss Anträge, die die Umplanung der Brücke oder zumindest die Zurückstellung der Entscheidung vorsahen, damit die Rampe des OEG-Bahnhofs nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Ob die Mitglieder an Gedächtnisschwund leiden oder dem verspäteten Geschrei des betroffenen Vereins nachgeben wollten, der das Bahnhofsgebäude nutzt, sei dahingestellt. Aber es ist schon sehr verwunderlich, dass plötzlich Bedenken entstehen, die jetzt keinen Platz mehr haben. Und so hat die Stadt zurecht darauf hingewiesen, dass, sollten die Anträge durchkommen, die Brücke erst in 5 bis 7 Jahren gebaut werden könnte. Ebenso müssten die Fördermittel neu beantragt werden, mit durchaus zweifelhaftem Ausgang.

Selbst wenn die Fortführung in Richtung Neckar und darüber hinaus noch nicht klar ist: Eine solche Maßnahme in letzter Minute aus so marginalen Gründen zu kippen, kann man nur als dumm bezeichnen. So sehr ich die Bedenken des Vereins verstehe und so legitim eine Einwirkung auf die Gremien in letzter Minute auch ist: Dafür ist es jetzt zu spät. Wenn die Nutzung dieses Gebäudes wirklich nicht mehr möglich sein sollte (was ich bezweifle), sollten sich hier genug alte Immobilien zur Zwischennutzung finden.

Aldi-Schnellweg

Im Schaffen schneller Lösungen für den nicht motorisierten Verkehr wird Heidelberg möglicherweise immer besser: Nachdem der ALDI-Markt in der Eppelheimer Straße im Frühjahr in das alte PX-Gebäude im Czernyring umgezogen ist und die Bauarbeiten für das Einkaufszentrum begonnen haben, war die Baustraße als Abkürzung zum ALDI weggefallen. Nun hat die Stadt über das Abrissfeld der alten amerikanischen Gebäude einen Weg asphaltieren lassen, sodass die Bewohner der Bahnstadt nicht nur problemlos den Discounter, sondern auch schnell und unkompliziert die Kreuzung am Czernyring erreichen. Da im Czernyring derzeit ja die Bauarbeiten für die Stützmauer und in der Folge auch für die neue Straßenbahnstrecke durch die Bahnstadt nach Eppelheim laufen, ist es äußerst unangenehm, den Czernyring mit dem Fahrrad in Richtung Westen zu befahren: Es gibt in der Richtung schlicht keinen Radweg, und die Spuren sind recht eng. Man ist rechtlich dazu gezwungen, den linksseitigen Radweg zu benutzen, der ohnehin für den Ein-Richtungsverkehr Richtung Osten schon zu schmal ist, also ein Harakiri-Unternehmen, hier unterwegs zu sein. Daher ist dieser neue Weg sehr zu  begrüßen. Danke, Heidelberg!

Vier Plus für Heidelberg im Fahrradklimatest

Quelle: privat

Heidelberg ist im kürzlich veröffentlichten Fahrrad-Klimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) e.V. mit der Note 3,61 auf Rang 7 von insgesamt 38 Städten in der Größenordnung zwischen 100000 und 200000 Einwohnern gelandet. Damit hat sich Heidelberg gegenüber dem letzten Klimatest (mit der Note 3,70 auf Platz 11) leicht verbessert. Das entspricht einer 3-4 oder 4+ im Sinne der Schulnoten.

„Wir freuen uns, dass Heidelberg sich im Fahrradklimatest mit Platz sieben gegenüber 2014 leicht verbessern konnte“, so Bert-Olaf Rieck, Pressesprecher des ADFC Rhein-Neckar/Heidelberg. „Die Umfrage zeigt, dass kontinuierliche Radverkehrsförderung auch honoriert wird. Dennoch gibt es noch viel zu tun, um Sicherheit und Leichtigkeit des Radverkehrs in Heidelberg zu erhöhen. Breitere Radwege, fahrradfreundlichere Ampelschaltungen, die Entschärfung der Konflikte mit Kraftfahrzeugen und Fußgängern, eine bessere Führung an Baustellen sowie mehr Falschparkerkontrollen auf Radwegen stehen ganz oben auf der Wunschliste der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Fahrradklimatest.“

Interessanterweise berichtet die örtliche Rhein-Neckar-Zeitung mit keinem Sterbenswörtchen von diesem nicht so schmeichelhaften Ergebnis der ADFC-Umfrage. Lediglich die DPA-Meldung über die anstehende Veröffentlichung ist (zumindest online) zu finden.

Fahrradbrücke am Bahnhof ad acta gelegt

Bereits 2015 hatten die Gremien des Gemeinderats die Planung einer Brücke für Fußgänger und Radfahrer unbefristet zurückgestellt. Nachdem nun der Sieger-Wettbewerbsentwurf für die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes Süd vorliegt und sich die Planungen für ein Hotel mit Fahrradtiefgarage an der Nordwestseite des Hauptbahnhofs konkretisieren, liegt den betroffenen Ausschüssen und Bezirksbeiräten eine Beschlussempfehlung der Stadtverwaltung vor, die Planungen für eine solche Brücke nicht weiterzuverfolgen. Damit ist das Vorhaben aus dem Rahmenplan Bahnstadt hinfällig. Da auch die dritte im Rahmenplan vorgesehene Brücke in der Nähe des Tankturms hinüber zum Wieblinger Weg in Höhe der Heidelberg International School aufgeschoben ist, wird die Gneisenaubrücke also bis auf Weiteres die einzige neue Brücke sein, die die Bahnstadt in Richtung Norden erschließt. Damit sind die ehrgeizigen Pläne also Makulatur, die Bahnstadt für den Radverkehr besonders attraktiv zu machen.

Ja, ich weiß, nach Osten gibt es immerhin auch eine neue Brücke über die Speyerer Straße, und in Verbindung mit der Promenade auf der einen und dem Radweg auf dem früheren Bahndamm in Richtung Weststadt und Südstadt/Kirchheim/Rohrbach ist der Stadt hier wirklich eine tolle Verbindung gelungen. In Teile der Weststadt und in Richtung Altstadt ist hier durch die Autofreiheit auf diesem Abschnitt ein Coup gelungen. Aber die Verkehrsströme Richtung Norden sind auch wichtig, da in dieser Richtung sehr viele Arbeitsplätze liegen, die man über die Brücken erreichen könnte. Diese Chance ist nun vertan.

Separate Fahrradbrücke über Neckar wahrscheinlich

Derzeit passiert richtig viel rund ums Fahrrad in den städtischen Gremien. Jetzt hat der Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss (SEVA) sich für eine eigene Fußgänger- und Fahrradbrücke über den Neckar ausgesprochen.

Die Stadt und die Gremien beraten ja schon seit einiger Zeit darüber, wie ein besserer Ersatz für den bisherigen Wehrsteg geschaffen werden soll. Wer den Hintergrund noch nicht kennt: Das Stauwehr zwischen Heidelberg und Wieblingen muss in den nächsten Jahren komplett erneuert werden. Damit ist auch der für Fußgänger und Radfahrer wichtige Wehrsteg für eine Bauzeit von 10 Jahren nicht mehr benutzbar. Das hat die Stadt vor die Frage gestellt: Lieber eine eigene Brücke für Radfahrer und Fußgänger bauen und damit vom Bauherrn des Wehres (das Amt für Neckarausbau) abhängig zu sein, die alten Wehrpfeiler nutzen, wenn das neue gebaut ist oder sich wie bisher an das Stauwehr dranhängen. Die Variante, die Pfeiler des Wehres zu nutzen, ist nicht möglich, da man die Rechnung ohne den Wirt gemacht hat, sprich: Das Amt für Neckarausbau plant, die Pfeiler nach Fertigstellung des neuen Wehres abzureißen. Darüber hinaus sind die Kosten für die Sanierung der Pfeiler wohl unkalkulierbar, da die Standfestigkeit unsicher ist. Das neue Wehr mitzunutzen, hat den Vorteil, dass die Kosten für die Stadt deutlich niedriger wären und kein weiteres Brückenbauwerk in der Landschaft steht. Andererseits hieße das, dass es zehn Jahre lang westlich der Ernst-Walz-Brücke keine Querungsmöglichkeit mehr gäbe. Baubeginn für das Wehr wäre frühestens 2024, die Fertigstellung nicht vor 2034. Zum Vergleich: Der Bau einer eigenen Brücke könnte 2020 begonnen und 2021 fertiggestellt werden.

Vor einiger Zeit präsentierte die Stadt eigens in der Halle 02 die angedachten Varianten. Dabei fiel bereits die Lösung über das Wehr durch. Vorgesehen war eine Machbarkeitsstudie, die diese beiden Varianten untersuchen sollte, unter Berücksichtigung der ökologischen Folgen, aber auch der Kosten. Nun fiel im SEVA die Entscheidung, die Machbarkeitsstudie auf die eigene Brücke zu beschränken, um die Planung so schnell wie möglich voranzutreiben.

(Quelle: Stadt Heidelberg, http://www.heidelberg.de/site/Heidelberg_ROOT/get/documents_E-1070104039/heidelberg/Objektdatenbank/81/PDF/81_pdf_neckarquerung_infoveranstaltung_vortrag_thewalt.pdf)

Was auffällt, ist, dass in der Variantenplanung die Verbindung von der „Gneisenaubrücke“ (also der Verbindung von Bahnstadt und Gneisenaustraße) über die in der Gneisenaustraße liegenden Häuser verläuft. Dies suggeriert einen Abbruch, aber ich weiß nichts Genaues, was aus den Häusern wird.

Die kommenden Untersuchungen und Planungsausschreibungen müssen auch noch zeigen, wie genau die Querung über Autobahn, Park und der Anschluss an die Brücke aussehen soll. Während die Planungen für die Gneisenaubrücke ja eigentlich schon festlegt, dass die Fahrradbrücke über die Bahnanlagen quasi auf normaler Geländehöhe endet und ohnehin keine nennenswerte Gefälle oder  Steigungen, muss man für die Querung von Autobahnende/B37, Mannheimer Straße und Vangerowstraße nochmal in die Höhe, um LKWs eine Durchfahrt darunter zu ermöglichen.

Wer hierzu Neuigkeiten und Kommentare hat, ist herzlich willkommen!

Durchgehende Radverbindung Leimen Heidelberg offenbar vor Durchbruch

Wie die Rhein-Neckar-Zeitung am 10. Mai berichtet hat, steht wohl eine lange ersehnte Radverbindung zwischen Leimen und Heidelberg vor dem Durchbruch. Zwischen der Leimer Straße in Heidelberg-Rohrbach und der Geheimrat-Schott-Str. fehlte noch ein Grundstück, um die Verbindung bauen zu können. Der Kauf dieses Grundstücks scheint jetzt so gut wie besiegelt zu sein.

Für einen Zuschuss des Landes stehen die Aussichten wohl nicht allzu gut, da das Land eine Radverkehrsverbindung entlang der alten B3, also der Rohrbacher Straße, bevorzugt. Grundsätzlich ist das auch richtig so. Pendler wollen möglichst den kürzesten Weg nehmen, und ohne Straßenbahn und Autos Platz wegzunehmen, ist es dort zu eng.

Was ich mich frage: Zwischen der Geheimrat-Schott-Straße (vom unteren Rand des Ausschnitts aus) und der Leimer Straße (oberer Rand) sind aus meiner Sicht ja noch mehr Lücken, darunter durch das Gelände der HeidelbergCement. Weiß jemand, was dort passieren wird?

Für Touristen, die es nicht ganz so eilig haben mögen (es gibt überall solche und solche), mag die Variante über die Geheimrat-Schott-Straße ja ganz ok sein. Über kurz oder lang geht es aber nicht anders, als dem Autoverkehr Flächen abzunehmen.

Quelle: https://www.openstreetmap.de/karte.html
Wichtig ist, dass netzartig gedacht wird und nicht in Form weniger Achsen. Radverkehr ist nun mal aufgrund der aufzuwendenden Körperkraft etwas umwegempfindlicher als Autoverkehr. Der zwar angenehme Effekt, sich fit zu halten, an der frischen Luft zu sein usw. muss in einem vernünftigen Verhältnis zur aufgewendeten Zeit liegen. Letztlich will man doch nur von A nach B kommen.
Vor Jahren lebte ich einige Monate in Nussloch (dann in Rohrbach) und pendelte jeden Tag mit dem Fahrrad nach Heidelberg-Wieblingen. Da war alles östlich der alten B3 uninteressant. Der Weg führte so schnell wie möglich rüber nach St.-Ilgen, durch die Probsterwaldsiedlung entlang der Bahn bis zum Heidelberger Messplatz, am Bahnhof vorbei und über die Gneisenaustraße. Eine Strecke, die ich immer noch empfehlen würde, allerdings fehlt mir die Ortskenntnis, um die Strecken südlich des Probsterwalds noch beurteilen zu können. Weiß jemand, welche Strecken dort gut zum Pendeln geeignet sind?

Neue Radkultur-Veranstaltungen

Wie schon in den vergangenen Jahren finden in diesem Jahr wieder eine Reihe von Veranstaltungen im Rahmen der Initiative RadKULTUR statt. Heidelberg ist seit 2013 Modellkommune der Initiative RadKULTUR des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg.

Bereits am Samstag, 8. April fand das Auftaktevent zur RadKULTUR 2017 auf dem Bismarckplatz mit RadCHECK und Codieraktion statt.

Eine Ausstellung verschiedenster Fahrräder aus der Geschichte des Fahrrads vom Hochrad zum Rad aus Bambusrohren zeigten ADFC-Aktive am „Bunsen“, also vor dem Psychologischen Institut.

Das Auftaktevent zeigte, wie schon in den vergangenen Jahren, Radakrobatik mit lautstarker Moderation. Ich habe ja für solche Kinkerlitzchen nicht viel übrig, es ist halt Effekthascherei. Aber irgendwie scheint man halt Aufmerksamkeit erregen zu müssen.

Weitere Veranstaltungen (Infos von der RadKULTUR-Seite der Stadt, Stand 21.4. 2017): 

Großer RadKULTUR-Tag
Save the Date: RadKULTUR-Tag am Samstag, 20. Mai 2017, auf dem Universitätsplatz. Weitere Infos folgen.
 
RadSCHAU
Im Juni 2017 wird in Kooperation mit dem Citymarketingverein Pro Heidelberg e.V. der Schaufensterwettbewerb „Radschau“ stattfinden. Weitere Infos folgen.
 
Jubiläumswettbewerb
Beim landesweiten Jubiläumswettbewerb „Fahrrad. Ideen. Entwickeln.“ des baden-württembergischen Ministeriums für Verkehr schaffte es die Stadt Heidelberg aufs Siegertreppchen. Sie überzeugte in der Kategorie „Wirtschaft“ mit den RadKULTUR-Events, die 2017 in Kooperation mit dem Einzelhandel geplant sind. Dafür wurde Heidelberg mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Der erste Platz ging an die „Industrie-Strampler“ von badenova, der dritte Platz an die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e.V. (AGFK-BW), der auch die Stadt Heidelberg angehört. mehr dazu
 
Fahrradkalender 2017
Anlässlich des Jubiläums hat die Stadt Heidelberg einen kostenlosen Fahrradkalender 2017 herausgebracht. Er ist mit schönen großformatigen Fotos zum Thema „Fahrradfahren in Heidelberg“ gestaltet und zeigt die wichtigsten Fahrrad-Termine im Jubiläumsjahr. Die Bilder für den Fahrradkalender wurden im Rahmen eines Fotowettbewerbs ausgesucht.

Weitere Infos:
Stadt Heidelberg
Aktion RadKULTUR des Verkehrsministeriums

Neustart: Vorbereitungs- oder Willkommensklassen

Nach vier Jahren als Waldorflehrer (in denen ich hier viel zu wenig geschrieben habe), habe ich jetzt einen Neustart als Lehrer gewagt. Als Lehrer in sogenannten Vorbereitungsklassen, kurz VKL, (anderswo Willkommensklassen genannt), also quasi Sprachförderungsgruppen für Flüchtlingskinder und andere Schüler mit Migrationshintergrund und geringen Deutschkenntnissen an Regelschulen, in meinem Fall einer Grund- und Werkrealschule in Baden-Württemberg.

Im Dezember habe ich angefangen und zunächst reguläre Gruppen kennengelernt, wie sie an meiner Schule üblich sind. Dort wird grundsätzlich das Konzept verfolgt, die Schüler in die normalen, altersgemäßen Klassen zu integrieren und sie zeitweise aus dem regulären Unterricht in die VKL-Gruppen zu holen. Davon gibt es an meiner Schule welche für das erste VKL-Jahr und für das zweite VKL-Jahr.

Derzeit aber haben wir eine Gruppe von 15 Kindern, die wegen der Auflösung ihrer Flüchtlingsunterkunft bereits Ende Januar voraussichtlich zum größten Teil die Schule wieder verlassen werden. Sie werden auf andere Unterkünfte vor Ort verteilt und dann den jeweils nächstliegenden Schulen zugeteilt. Eine unbefriedigende Grundsituation, da die Kinder aus der gerade aufgebauten Beziehung zu ihren Lehrern und den anderen Flüchtlingskindern herausgerissen werden und wieder neue Beziehungen aufbauen müssen. Und die Lehrer an anderen Schulen müssen von vorne anfangen und schauen, was die Kinder bereits können.

Dennoch: Die Arbeit mit den Kindern macht großen Spaß. Sie sind sehr motiviert, gehen lieber zur Schule als in ihre Unterkünfte zurück, reagieren größtenteils sehr positiv und direkt auf alles, was sie lernen. Bisherige mögliche Traumatisierungen bekommen wir bisher kaum zu spüren, sodass sich eine gute Lernatmosphäre ergibt.

Spannend ist an der momentanen Gruppe, dass es Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren sind, die zusammen in einer Gruppe sind, darunter auch Geschwister. Inhaltlich ist die Altersdifferenz bisher kaum ein Problem. Allerdings sind wir mit zwei bis drei Lehrern bzw. pädagogischen Assistentinnen dabei und können so die Gruppen zeitweilig unterteilen. So konnten wir, nachdem wir festgestellt haben, welche Schüler mit der lateinischen Schrift überhaupt schon vertraut sind, mit der Alphabetisierung der einen und der Wortschatzarbeit der anderen anfangen.

Der Abschied in vermutlich nur noch wenigen Tagen wird uns schwerfallen.

IKEA-Lampe per Upcycling erneuert

Seit Jahren haben wir eine Stehlampe von IKEA, die uns von Form und Licht her gut gefällt. Nur hatte das Papier so viele schadhafte Stellen, Flecken etc., dass wir sie schon länger nicht mehr ansehnlich fanden. Versuche, die mit Geschenkpapier und anderen Mitteln zu flicken, waren mehr oder weniger erfolgreich, aber nicht unbedingt schön und teilweise noch weniger haltbar. Hier das Original mit den provisorischen Schönheitsreparaturen:

Irgendwie hatten wir schon die Vorstellung, mit Stoff den Schirm zu erneuern, aber wie? Ein Artikel in Brigitte brachte die Erleuchtung: Dort benutzte man Textilverstärker, um eine gewisse Steifheit zu erreichen.

Nach dem Entfernen des alten Papiers bleiben oben und unten Metallringe, an denen der neue Stoff wieder befestigt wird. Da das Papier geklebt war, bleiben hier Rückstände, die wenn sie grob entfernt sind, nicht weiter stören.

Alsdann haben wir ausgediente Leintücher/Bettlaken, Tischdecken, Vorhänge zusammengesucht, daraus Streifen verschiedener Breite geschnitten und ungefähr auf die nötigen 1,40 Meter Länge gebracht. Aus einem alten Kissen hatten wir auch noch Spitzen, und da wir gerne noch mehr Spitzen einsetzen wollten, haben wir extra welche gekauft. Die breiteren konnte man als eigene Bahn verwenden, die schmaleren dagegen haben wir auf im Laufe der Arbeit auf andere Stoffbahnen geklebt. Mit einem Pinsel haben wir die Streifen jeweils nacheinander satt mit Textilverstärker eingestrichen und provisorisch mit Wäscheklammern am oberen und unteren Ring befestigt. Es empfiehlt sich, die Ränder der jeweils zuletzt angebrachten Streifen besonders gut aneinander zu drücken, damit sie gut zusammenhalten. Zügige Arbeit lohnt sich übrigens, denn das Zeug trocknet entgegen der Angabe auf der Packung so schnell, dass die Bahnen sich beim Trocknen auch ein wenig nach innen wölben, sodass insgesamt eine etwas wellige Form entsteht.

Beim Aufbringen des Textilverstärkers könnte man sich erst über den manchmal ungleichmäßigen Auftrag des Verstärkers aufregen, aber wenn er trocknet, wird er transparent, sodass man das kaum sieht.

Und so sieht das Ergebnis aus:

Hier noch zwei Aufnahmen, die mehr Details zeigen, darunter ein paar aufgeklebte Wäscheknöpfe:

DSC_2401

 

DSC_2402

 

Bahnstadt in Apple Maps Luftaufnahmen am aktuellsten

Nach der Installation des Updates auf die neueste Betriebssystemversion habe ich heute mal nach längerer Zeit Apple Maps wieder ausprobiert und siehe da: Auch unsere Behausung „Urban Green“ ist in der Satelliten- oder Luftaufnahme jetzt fertig zu sehen. Damit scheint Apple an Aktualität den Vogel abgeschossen zu haben. Luftaufnahme der Bahnstadt (2. Bauabschnitt) aus Apple Maps

Zu sehen sind der praktisch fertiggestellte Gebäudekomplex sowie im Innenhof die ersten hergerichteten Wege und Fahrradständer-Überdachungen. Meiner Schätzung nach müsste die Aufnahme etwa aus dem Juni 2014 stammen, ungefähr als wir die Wohnung übernommen haben.

Die Karte zeigt ebenfalls die Objekte Baugemeinschaft und Wohnart, die zu dem Zeitpunkt bereits im Bau sind. Carré Clair dagegen ist noch nicht begonnen.

Das ist die Gelegenheit, mal die Karten zu vergleichen:

Sehr veraltet ist der Stand bei Google Maps (etwa 2010): Dort ist der Großteil der Bahnstadt noch unbebaut. In Bau sind die Kita an der Schwetzinger Terrasse und der Komplex Schwetzinger Terrasse sowie der letzte Komplex vor der dem Pfaffengrunder Plateau.

völlig veraltete Ansicht der Bahnstadt in Google Maps

völlig veraltete Ansicht der Bahnstadt in Google Maps

Microsoft liegt mit seiner Bing Map teils zeitlich dazwischen: Es kommt darauf an, ob man das Luftbild wählt oder die Vogelperspektive: Das Luftbild zeigt die Bahnstadt bis zur Pfaffengrunder Terrasse als größtenteils bebaut oder in Bau. (Vor Baubeginn von Urban green, also vor Januar 2013)

Die Bahnstadt in Bing Maps

Die Bahnstadt in Bing Maps: bebaut oder im Bau bis Pfaffengrunder Terrasse

Die Vogelperspektive sollte dagegen wählen, wer historische Forschungen anstellen oder sehen will, wie die Bahnstadt ausgesehen hat, als die Schienen zwar schon herausgerissen waren, aber sonst der Boden noch unverändert war. Dort ist sogar noch das kleine sechseckige Stellwerk zu sehen, das einst auf der heutigen Kumamotostraße stand. Das müsste also etwa 2008/2009 gewesen sein.

Bing Maps Bahnstadt Vogel

Fast schon nostalgisch: Die Bahnstadt vor jeglicher Bebauung. Lediglich die Schienen sind schon herausgerissen.

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