Allerlei aus Heidelberg, Neustadt und der Welt

Monat: Januar 2016

Neu­start mit VKL: Vorbereitungsklassen

Nach vier Jah­ren als Wal­dorf­leh­rer (in denen ich hier viel zu wenig geschrie­ben habe), habe ich jetzt einen Neu­start als VKL-Leh­rer gewagt. Also als Leh­rer in soge­nann­ten Vor­be­rei­tungs­klas­sen (anders­wo Will­kom­mens­klas­sen genannt), also qua­si Sprach­för­de­rungs­grup­pen für Flücht­lings­kin­der und ande­re Schü­ler mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund und gerin­gen Deutsch­kennt­nis­sen an Regel­schu­len, in mei­nem Fall einer Grund- und Werk­re­al­schu­le in Baden-Württemberg.

Im Dezem­ber habe ich ange­fan­gen und zunächst regu­lä­re Grup­pen ken­nen­ge­lernt, wie sie an mei­ner Schu­le üblich sind. Dort wird grund­sätz­lich das Kon­zept ver­folgt, die Schü­ler in die nor­ma­len, alters­ge­mä­ßen Klas­sen zu inte­grie­ren und sie zeit­wei­se aus dem regu­lä­ren Unter­richt in die VKL-Grup­pen zu holen. Davon gibt es an mei­ner Schu­le wel­che für das ers­te Jahr und für das zwei­te Jahr.

Der­zeit aber haben wir eine Grup­pe von 15 Kin­dern, die wegen der Auf­lö­sung ihrer Flücht­lings­un­ter­kunft bereits Ende Janu­ar vor­aus­sicht­lich zum größ­ten Teil die Schu­le wie­der ver­las­sen wer­den. Sie wer­den auf ande­re Unter­künf­te vor Ort ver­teilt und dann den jeweils nächst­lie­gen­den Schu­len zuge­teilt. Eine unbe­frie­di­gen­de Grund­si­tua­ti­on, da die Kin­der aus der gera­de auf­ge­bau­ten Bezie­hung zu ihren Leh­rern und den ande­ren Flücht­lings­kin­dern her­aus­ge­ris­sen wer­den und wie­der neue Bezie­hun­gen auf­bau­en müs­sen. Und die Leh­rer an ande­ren Schu­len müs­sen von vor­ne anfan­gen und schau­en, was die Kin­der bereits können.

Den­noch: Die Arbeit mit den Kin­dern macht gro­ßen Spaß. Sie sind sehr moti­viert, gehen lie­ber zur Schu­le als in ihre Unter­künf­te zurück, reagie­ren größ­ten­teils sehr posi­tiv und direkt auf alles, was sie ler­nen. Bis­he­ri­ge mög­li­che Trau­ma­ti­sie­run­gen bekom­men wir bis­her kaum zu spü­ren, sodass sich eine gute Lern­at­mo­sphä­re ergibt.

Span­nend ist an der momen­ta­nen Grup­pe, dass es Kin­der zwi­schen sechs und vier­zehn Jah­ren sind, die zusam­men in einer Grup­pe sind, dar­un­ter auch Geschwis­ter. Inhalt­lich ist die Alters­dif­fe­renz bis­her kaum ein Pro­blem. Aller­dings sind wir mit zwei bis drei Leh­rern bzw. päd­ago­gi­schen Assis­ten­tin­nen dabei und kön­nen so die Grup­pen zeit­wei­lig unter­tei­len. So konn­ten wir, nach­dem wir fest­ge­stellt haben, wel­che Schü­ler mit der latei­ni­schen Schrift über­haupt schon ver­traut sind, mit der Alpha­be­ti­sie­rung der einen und der Wort­schatz­ar­beit der ande­ren anfangen.

Der Abschied in ver­mut­lich nur noch weni­gen Tagen wird uns schwerfallen.

IKEA-Lam­pe per Upcy­cling wie­der wie neu!

Mit eini­gen vor­han­de­nen Tex­ti­li­en und Tex­til­ver­stär­ker haben mei­ne Frau und ich eine IKEA-Lam­pe mit Upcy­cling wie­der in neu­em Licht erstrah­len lassen.

Seit Jah­ren haben wir eine Steh­lam­pe von IKEA, die uns von Form und Licht her gut gefällt. Nur hat­te das Papier so vie­le schad­haf­te Stel­len, Fle­cken etc., dass wir sie schon län­ger nicht mehr ansehn­lich fan­den. Ver­su­che, sie mit Geschenk­pa­pier und ande­ren Mit­teln zu fli­cken, waren mehr oder weni­ger erfolg­reich, aber nicht unbe­dingt schön und teil­wei­se noch weni­ger halt­bar. Hier das Ori­gi­nal mit den pro­vi­so­ri­schen Schönheitsreparaturen:

IKEA.Lampe im Original

Irgend­wie hat­ten wir schon die Vor­stel­lung, mit Stoff den Schirm zu erneu­ern, aber wie? Ein Arti­kel in Bri­git­te brach­te die Erleuch­tung: Dort benutz­te man Tex­til­ver­stär­ker, um eine gewis­se Steif­heit zu erreichen.

Und so gelang das Upcy­cling: Zuerst ent­fern­ten wir das Papier der Nach dem Ent­fer­nen des alten Papiers blei­ben oben und unten Metall­rin­ge, an denen der neue Stoff wie­der befes­tigt wird. Da das Papier geklebt war, blei­ben hier Rück­stän­de, die, wenn sie grob ent­fernt sind, nicht wei­ter stören.

Als­dann haben wir aus­ge­dien­te Leintücher/Bettlaken, Tisch­de­cken, Vor­hän­ge zusam­men­ge­sucht, dar­aus Strei­fen ver­schie­de­ner Brei­te geschnit­ten und unge­fähr auf die nöti­gen 1,40 Meter Län­ge gebracht. Aus einem alten Kis­sen hat­ten wir auch noch Spit­zen, und da wir ger­ne noch mehr Spit­zen ein­set­zen woll­ten, haben wir extra wel­che gekauft. Die brei­te­ren konn­te man als eige­ne Bahn ver­wen­den, die schma­le­ren dage­gen haben wir auf im Lau­fe der Arbeit auf ande­re Stoff­bah­nen geklebt.

Mit einem Pin­sel haben wir die Strei­fen jeweils nach­ein­an­der satt mit Tex­til­ver­stär­ker ein­ge­stri­chen und pro­vi­so­risch mit Wäsche­klam­mern am obe­ren und unte­ren Ring befes­tigt. Es emp­fiehlt sich, die Rän­der der jeweils zuletzt ange­brach­ten Strei­fen beson­ders gut anein­an­der zu drü­cken, damit sie gut zusam­men­hal­ten. Zügi­ge Arbeit lohnt sich übri­gens, denn das Zeug trock­net ent­ge­gen der Anga­be auf der Packung so schnell, dass die Bah­nen sich beim Trock­nen auch ein wenig nach innen wöl­ben, sodass ins­ge­samt eine etwas wel­li­ge Form entsteht.

Beim Auf­brin­gen des Tex­til­ver­stär­kers könn­te man sich erst über den manch­mal ungleich­mä­ßi­gen Auf­trag des Ver­stär­kers auf­re­gen, aber wenn er trock­net, wird er trans­pa­rent, sodass man das kaum sieht.

Und so sieht das Upcy­cling-Ergeb­nis aus:
Die Upcycling-Stehlampe im Ganzen

Hier noch zwei Auf­nah­men, die mehr Details zei­gen, dar­un­ter ein paar auf­ge­kleb­te Wäscheknöpfe:

Upcycling bei einer IKEA-Stehlampe

Details der Upcycling-Stehlampe

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