e65Es ist wirklich praktisch, und nachdem anfängliche Probleme mit der Firmware am Anfang ausgestanden scheinen, benutze ich mein Nokia E65 wirklich gerne. In loser Folge werde ich sicher immer mal wieder hier darüber berichten, oder darüber, was ich wieder an Nützlichem dafür entdeckt habe.

Historie: Eigentlich fing alles um 2001 an, als ich meinem Spieltrieb nachgab und mir für meine Pendelfahrten nach Frankfurt eine Art Handheld kaufte: Damals noch ein Psion Revo Plus mit sagenhaften 16 MB Speicherplatz, Touchscreen und einer QWERTZ-Tastatur, die zwar klein, aber trotzdem gut benutzbar war. Enthalten waren viele Anwendungen inkl. Webbrowser, Officesuite, Adressdatenbank, und sogar eine kleine Datenbank, in der man selbst Felder etc bestimmen konnte. Als Betriebssystem lief darauf Epoc32, ein Vorläufer von Symbian, das heute auf so vielen Nokia-Handys zu finden ist. Auf dem „Maschinchen“ konnte ich u.a. Briefe, Berichte und E-Mails schreiben und sie über das Handy dann in die weite Welt schicken. Weitere Anwendungen konnte man über eine Dockingstation mit serieller Schnittstelle zusätzlich installieren.

revosmallZugeklappt war das Teil nicht viel größer als ein Brillenetui und sah smart aus. Schwachpunkt bei mir war wohl der Klapperatismus, mit dem man die Tastatur aufklappte, denn der brach irgendwann, und auch das eingebaute NiCd-Akku hat irgendwann nichts mehr getaugt. Nachteilig war auch, dass das Teil noch nicht über Hintergrundbeleuchtung verfügte, man also auf gute Lichtverhältnisse angewiesen war.

3660Nun gut: 2004, kurz vor dem EM, war also mal wieder eine Handyvertragsverlängerung notwendig, und ich guckte mir das Nokia 3660 aus, da es mir in puncto
Kontaktdatenbank und sonstigem Funktionsumfang (inkl. Bluetooth) gut gefiel und überdies kaum etwas kostete (10 oder 20 Euro mit Vertragsverlängerung). Darauf lief bereits Symbian, und die Auswahl an
Anwendungen, mit dem man das Teil aufmotzen konnte, war atemberaubend groß. Besonders praktisch: Auch für Symbian hatte der Dudenverlag (nicht nur der, aber ich verdiene meine Brötchen mit ihm) die
wichtigsten Bände seiner Wörterbuchreihe verfügbar gemacht, und da ich die Produkte, für die ich Pressearbeit mache, natürlich auch kennen muss, war für mich also ein Symbian-Handy vom
Preis-Leistungs-Verhältnis am besten.

Nachdem jetzt in diesem Jahr die Kontaktdatenbank ausgerechnet auf der Cebit versagte und das Display allmählich unansehnlich wurde, war es also Zeit, sich nach Neuerem umzuschauen, ohne zuviel Geld auszugeben (einen Vertrag hatte und wollte ich nicht mehr): Christian Immler von envi.con (die Betreiber von pdassi.de (Palm und BlackBerry), pocketland.de (Windows mobile) und smartsam.de (Symbian)) gab mir den Tipp, mir mal das E65 anzusehen, und dafür habe ich mich dann auch nach Vergleich mit anderen Modellen entschieden. Das
E65 bringt schon viel mit: WLAN und Bluetooth, aber auch ein Kabel für die Verbindung zum PC. Gerade zum Installieren ist eine Kabelverbindung doch ganz gut. Vieles, was man so braucht, ist schon drauf: Ein
Mailprogramm, das auch IMAP kann, Quick-Office, um Word-Anhänge lesen zu können (OK, schreiben wäre manchmal noch besser), ein PDF-Reader, eine Kamera, die ich aber kaum brauche), Webbrowser mit Feedreader, Zip-Programm, also alles, was der digitale Mensch so braucht. Alles?
Naja, nicht ganz, zumal viele der Programme suboptimal sind: Die Verwaltung der Feeds ist miserabel (kein OPML-Import), der Datenumsatz ist bei dem normalen Browser im Vergleich z.B. zu Opera Mini riesig,
das Mailprogramm könnte komfortabler sein, und und und… Kurz: Das eine oder andere holt man sich am besten schon dazu. Zum Glück gibts viele Programme als Freeware oder für wenig Geld. Zurzeit neben der
Standardsoftware im (z.T. testweisen) Einsatz:

Duden (Rechtschreibung, Fremdwörterbuch, Universalwörterbuch und Duden-Oxford Großwörterbuch Englisch)
Brockhaus mobil
Opera mini
BTKeybd (für die cygnet-Bluetooth-Tastatur)
ProfiMail
Google Mail
Google Maps
fring
Newsgator Go! (RSS-Reader)
Internet Radio
Podcasting
CalSyncS60
DB Railnavigator

Über einige dieser Programme werde ich sicher demnächst noch schreiben, aber nochmal zurück zu E65: Dieser Slider ist klein (das 3660 ist dagegen ein grober Klotz) und praktisch. Die normale Handytastatur ist angenehm zu benutzen und das Display hat eine gute Auflösung, bei der man auf ein größeres Display gut verzichten kann. Der Telefonspeicher ist mit 50 MB recht groß, aber es schadet nicht, sich eine MicroSD anzuschaffen. Etwas wacklig erscheint mir der Pop-Port für die Kabelverbindung zum Rechner. Es passiert, dass schon bei geringer Bewegung des Handys die Verbindung unterbricht, und das Einstecken am Handy wirkt etwas mühselig. Die Kamera ist für die übliche Handhaltung etwas tief angebracht, sodass man meist erstmal seine Finger drauf hat, aber die Kamera brauche ich nicht so oft. Ebenfalls nachteilig: Der hintere Abdeckung löst sich so einfach, dass ich fürchte, sie irgendwann zu verlieren. Die Verarbeitung hätte also gut und gerne solider sein dürfen. Aber in der Summe bin ich im Moment ganz zufrieden damit.