Allerlei aus Heidelberg, Neustadt und der Welt

Monat: Juni 2008 (Seite 1 von 4)

8. Tag: Rück­fahrt von den Cin­que Terre

Um Vier­tel vor acht klin­gelt der Wecker, der Him­mel ist blau, jetzt wür­den wir ger­ne noch eine Woche län­ger in den Cin­que Terre blei­ben. Aber um 10 Uhr müs­sen wir raus sein, bezah­len und uns auf den Weg machen. Ich hole noch ein Baguette vom Cam­ping­shop, und um 9 geht’s schnell ans rest­li­che Packen. Um 10.25 Uhr ist alles erle­digt, die Ampel in Rich­tung Sestri Levan­te zeigt grün, und wir fah­ren ein letz­tes Mal durch die vier schma­len Tun­nel und ich muss wie­der an Ostern 1984 den­ken, als ich mit mei­nen Eltern durch die Cin­que Terre fuhr und hier noch nichts beleuch­tet oder ampel­ge­re­gelt war …

Tunneleinfahrt Camping Smeraldo in den Cinque Terre

Tun­nel­ein­fahrt Cam­ping Smeraldo

Die Fahrt um Mai­land her­um klappt pro­blem­los. Hin­ter der Gren­ze gön­nen wir uns in Bel­lin­zo­na eine Pau­se, ver­put­zen unse­re mit­ge­nom­me­nen Bro­te und einen lei­der nicht so gelun­ge­nen Cap­pu­ci­no. Für den Gott­hard kün­digt das Navi Stau an, erst 14 Minu­ten, dann, also wir näher kom­men, nur noch 4 Minu­ten bzw. 2 Kilo­me­ter. Trotz­dem ent­schei­den wir uns, nach­dem wir davon auch noch eini­ge im Stau ste­hen, raus- und über den Pass zu fahren.

Passhöhe des Gotthard-Passes

Pass­hö­he des Gotthard-Passes

Gegen 16 Uhr sind wir oben, stei­gen aus und schnup­pern ein wenig die – über­ra­schend wenig – küh­le Luft. Aus den Laut­spre­chern erklin­gen – auf der Gitar­re gespielt – Vival­dis Vier Jah­res­zei­ten vom Band. Die Brat­wurst zu 5 Fran­ken ver­knei­fen wir uns. Und wei­ter gehts über Ander­matt das Tal hin­un­ter und am Vier­wald­stät­ter­see ent­lang. Für Basel ist – EM-bedingt – eben­falls Stau ange­sagt, der sich laut Navi aber nach unse­rer Cap­puc­ci­no­pau­se kurz vor der Ver­zwei­gung Här­kin­gen in Wohl­ge­fal­len auf­ge­löst hat. Und tat­säch­lich: Wäh­rend in Basel City die Hol­län­der ihrem Vier­tel­fi­nal­spiel gegen Russ­land ent­ge­gen­fie­bern, rol­len wir kurz nach sechs pro­blem­los über die Bas­ler Stadt­au­to­bahn der deut­schen Gren­ze ent­ge­gen. Das rest­li­che Stück durch die Rhein­ebe­ne bis Hei­del­berg zieht sich wie Kau­gum­mi. Drei­vier­tel neun errei­chen wir Hei­del­berg und kau­fen noch ein paar Klei­nig­kei­ten zum Essen ein. Dann Park­platz­su­che, Aus­la­den, Kochen, Weg­räu­men, tod­mü­de ins Bett fallen.

7. Tag: Bade- und Ruhe­tag in Moneglia

Heu­te mor­gen zeigt der Blick aus dem Fens­ter blau­en Him­mel: etwas die­sig, aber der Tag ver­spricht, warm zu wer­den. Es ist unser letz­ter Tag in Mone­glia, und wir las­sen es ruhig ange­hen. Nach dem Früh­stück machen wir uns ganz all­mäh­lich fer­tig, um run­ter zum klei­nen stei­ni­gen Strand des Cam­pings zu gehen. Es sind ange­nehm weni­ge Leu­te auf dem klei­nen Platz. Das Was­ser ist herr­lich still. Kaum Wel­len heu­te, man könn­te glau­ben, es wäre ein Bin­nen­see. Nach dem Bad son­nen wir uns noch ein wenig, ganz in der Nähe geht eine Motor­jacht vor Anker, die den Ein­druck macht, sie sei nicht nur schnell, son­dern auch mit schnell ver­dien­tem Geld bezahlt. Nach­mit­tags gegen drei machen wir uns auf den Fuß­weg nach Mone­glia, um noch letz­te Ein­käu­fe zu erle­di­gen, einen Cap­pu zu genie­ßen und end­lich unse­re Post­kar­ten ein­zu­wer­fen. Nach dem Rund­gang mache ich mich noch ans Blog­gen, bevor wir noch­mal stadt­wärts zie­hen und im “U Limot­tu” zu essen. Nach dem Essen wer­den wir sicher noch ein biss­chen packen, auf der Ter­ras­se vor der Hüt­te sit­zen und dem leich­ten Plät­schern und Rau­schen des Mee­res lau­schen. Kein Ver­gleich mit dem “Don­nern” der Bran­dung in den ers­ten Tagen. Mor­gen früh um 10 müs­sen wir die Hüt­te und die Cin­que Terre ver­las­sen und fah­ren dann über Mai­land und den Gott­hard heimwärts.

6. Tag: Riomaggiore-Manarola-Corniglia

Der Him­mel über den Cin­que Terre ist heu­te Mor­gen wider Erwar­ten vor allem auf Land­sei­te bedeckt, und die Chan­cen für Son­ne ste­hen 50:50. Wir wol­len heu­te die noch drei aus­ste­hen­den Dör­fer der Gegend anse­hen und star­ten nach gemüt­li­chem Früh­stück (wie bis­her alle Tage) drau­ßen vor der Hüt­te über den Fels­weg zum Bahn­hof. Die Son­ne kommt raus. Gegen eins sind wir in Riom­ag­gio­re, durch einen mit einem medi­ter­ra­nen Mosa­ik gestal­te­ten Fuß­gän­ger­tun­nel geht’s ins „Cen­tro“, den grö­ße­ren Ortsteil.

Das Wet­ter sieht nach einem 1:0 für die Wol­ken aus, und wir sind erst ent­täuscht nach einem so schö­nen Tag wie ges­tern. Die bun­ten Far­ben der in- und über­ein­an­der geschach­tel­ten Häu­ser wer­den durch die Son­ne erst rich­tig kräf­tig. Wenn dann ein kräf­ti­ges Him­mels­blau dazu kommt, lacht das Foto­gra­fen­herz. Doch ist die Par­tie noch nicht zu Ende. Und den Wol­ken zum Trotz: Es ist schon fas­zi­nie­rend, wie die Häu­ser sich über­ein­an­der­ge­schach­telt um die enge, mit der Haupt­stra­ße über­bau­ten Fluss­mün­dung drän­gen, als woll­ten sie alle auf ein­mal ins Meer. Da muss man ein­fach fotografieren.

Riomaggiore

Riom­ag­gio­re

Wir bum­meln durch das gera­de recht ruhi­ge Dorf, kein Ver­gleich mit dem Rum­mel in Ver­naz­za ges­tern. Post und Tab­ac­chi sind zu, unse­re Brief­mar­ken müs­sen wir anders­wo holen.

Kurz nach drei zie­hen wir wie­der zum Bahn­hof und fah­ren nur vier Minu­ten bis Mana­ro­la. Dort wie­der durch einen Tun­nel ins Dorf, wo uns die Son­ne freu­dig emp­fängt. Auch Mana­ro­la ist ein Schmuck­käst­chen: die Häu­ser in erdi­gen Far­ben, eng und über­ein­an­der ent­lang der Haupt­gas­se, die zu einem klei­nen Hafen zwi­schen den Fel­sen führt.

Wir set­zen uns in das Café Pla­ni­na, direkt mit Blick auf den Hafen. Beim Hin­set­zen ver­ur­sa­che ich einen Lach­an­fall zwei­er Ame­ri­ka­ne­rin­nen am Neben­tisch: Ich pos­tie­re auf dem drit­ten Stuhl unse­ren Ruck­sack, aus dem Anto­nio raus­schaut und sei­ne Vor­der­pföt­chen fast auf der Tisch­kan­te hat: Anto­nio ist unser süßer Plüsch­bär, der uns auf Rei­sen begleitet.

Esther genießt eine Tor­ta Frut­ti di Bosco, ich zie­he eine Tor­ta di Noci vor, die die Schwei­zer hier angeb­lich mal ein­ge­führt haben. Sie ähnelt in der Tat sehr der üppi­gen Enga­di­ner Nuss­tor­te, wie wir sie aus der Schweiz ken­nen. Der Cap­puc­ci­no hier ist sehr gut, weni­ger sein Preis: 2,50 Euro! Abso­lu­ter Wucher!

Blick auf Manarola

Blick auf Manarola

Am Hafen gibt es eine kur­vi­ge Ram­pe, um Boo­te zu Was­ser zu las­sen. Benutzt wird aber gera­de unter Beob­ach­tung vie­ler Tou­ris­ten eine elek­tri­sche Seilwinde.

Die Auf­merk­sam­keit der Tou­ris rich­tet sich dann auf eini­ge Sprin­ger, die von den Fel­sen in die Hafen­be­cken sprin­gen, eine Teen­age­rin hat sich im Biki­ni einen fünf Meter hohen Fel­sen aus­ge­sucht und traut sich nun doch nicht: zu „sca­ry“ für die Ame­ri­ka­ne­rin, ruft sie den ande­ren Sprin­gern zu.

Wir gehen ein Stück hin­auf Rich­tung Cor­nig­lia und sind auch hier begeis­tert vom Blick zurück auf Mana­ro­la und vor­aus auf Cor­nig­lia. Da wir dann doch nicht erneut die Natio­nal­parks­ge­bühr von 5 Euro pro Per­son und Tag zah­len wol­len, schau­en wir noch mal in den Ort, auch wegen der Brief­mar­ken: Die Post ist zu und der Tab­ac­chi ohne Briefmarken.

Nach­dem wir noch durch eini­ge Sou­ve­nir­lä­den geschlen­dert sind, neh­men wir am Bahn­hof den nächs­ten Zug nach Cor­nig­lia. Kur­ve um Kur­ve lau­fen wir dort die Asphalt­stra­ße hin­auf, die inter­es­san­te­re Aus­bli­cke eröff­net als der Trep­pen­weg, den man vom Bahn­steig aus über einen ebe­nen Weg ent­lang der Bahn nimmt.

Piazza in Corniglia

Piaz­za in Corniglia

Hübsch wie alle ande­ren Cin­que-Terre-Dör­fer, erhebt es sich fast 100 Meter über dem Meer und bie­tet – beson­ders von der Pan­ora­ma­ter­ras­se einen ein­zig­ar­ti­gen Aus­blick. Links strahlt Mana­ro­la in der Nach­mit­tags­son­ne, wäh­rend Riom­ag­gio­re hin­ter Fel­sen ver­steckt ist, nach rechts blickt man an Ver­naz­za vor­bei auf Mon­te­ros­so. Unter und über uns zie­hen Möwen ihre Krei­se und zei­gen ihre Flugkünste.

Möwe in Corniglia

Möwe in Corniglia

Nicht ein­fach, sie mit der Kame­ra zu erwi­schen. Auf der Piaz­za in der Dorf­mit­te sit­zen älte­re Män­ner auf einer Bank und genie­ßen die Zeit. Es ist gleich halb sie­ben und wir brau­chen noch etwas zum Kochen.

Der offen­bar ein­zi­ge Lebens­mit­tel­la­den bie­tet nur Tou­ris­ten­pas­ta zu 7,50 Euro, aber kei­ne übli­chen Pas­ta an, und wir beschlie­ßen, nur ein biss­chen Gemü­se zu kau­fen und es zu den noch vor­han­de­nen Kar­tof­feln zu brutzeln.

Dazu noch die rest­li­chen gefüll­ten, ein­ge­leg­ten Pepe­ro­ni und einen Joghurt Frut­ti di Bosco aus unse­rem Natur­jo­ghurt und der Schwei­zer Wald­frucht-Mar­me­la­de, und fer­tig ist das Menü für heute.

Unten am Bahn­hof noch eine Auf­nah­me von Mana­ro­la mit dem übli­chen „Sottopassagio“-Schild im Vor­der­grund und ein­mal die Schie­nen mit „Vieta­to attra­vers­a­re i bina­ri“ im Abend­licht. Bis­her hat die Bahn kei­nen unse­rer Urlau­be so geprägt wie diesen.

Vietato attraversare i binari

Vieta­to attra­vers­a­re i binari

5. Tag: Wan­dern von Mon­te­ros­so nach Vernazza

8.30 Uhr, der Him­mel über den Cin­que Terre ist fast wol­ken­los und etwas die­sig, nur über den Ber­gen hän­gen noch nied­ri­ge Wol­ken. So ganz weiß man nicht, wie es sich ent­wi­ckelt. Wir sind opti­mis­tisch und beschlie­ßen zu wan­dern. Wo, das ist noch nicht klar. Wir gehen zum Bahn­hof und kau­fen Kar­ten nach Mon­to­ros­so, um dort wei­ter­zu­se­hen. Alle Stre­cken sind begeh­bar, und wir beschlie­ßen in Mon­te­ros­so, nach Ver­naz­za zu wan­dern mit der Opti­on, bis Cor­nig­lia wei­ter­zu­wan­dern, wenn wir noch fit genug sind.

Muretti a Secco (Trockenmauern) in Monterosso, typisch für die Cinque Terre

Muret­ti a Sec­co (Tro­cken­mau­ern) in Monterosso

Der Auf­stieg über den schma­len Trep­pen­weg und noch schma­le­re Pfa­de ist hef­tig, und es gibt reich­lich Gegen­ver­kehr. Den­noch: die meis­ten Wan­de­rer sind sehr freund­lich und zuvor­kom­mend und grü­ßen und/oder las­sen pas­sie­ren. Und roter Mohn, gel­ber Gins­ter und vie­len ande­re blü­hen­de Pflan­zen bis hin zu den rie­si­gen Aga­ven­blü­ten ent­schä­di­gen für den Schweiß.

Nicht zu ver­ges­sen die Aus­sich­ten hin­un­ter nach Mon­te­ros­so, auf die Mee­res­bran­dung unten an den Fel­sen und auf die hier typi­schen Ter­ras­sen­fel­dern mit den hier typi­schen „muret­ti a sec­co“, den für die Cin­que Terre typi­schen Tro­cken­mau­ern, die gehegt und gepflegt wer­den wol­len, da sie sonst ein­stür­zen und der Boden­ero­si­on in die­ser Kul­tur­land­schaft Tür und Tor öff­nen. Nach dem hef­ti­gen Auf­stieg geht es eini­ge Zeit leicht auf und ab, bis nach knapp zwei Stun­den Ver­naz­za immer deut­li­cher wird. Ein klei­ner Rast­platz lädt zwar zum Ver­wei­len ein, aber er ist in der pral­len Son­ne, sodass wir lie­ber weitergehen.

Vernazza von oben

Ver­naz­za von oben

Spä­tes­tens beim Abstieg nach Ver­naz­za nimmt der Anteil der sicht- und hör­ba­ren Ame­ri­ka­ner deut­lich zu. Der Blick auf die male­ri­sche Stadt ist ein­fach traum­haft, und auch im Städt­chen gibt es immer wie­der Net­tes zu sehen: von Kat­zen, die sich gemüt­lich in einer Ecke räkeln, über eine Frau, die die Wäsche vors Fens­ter hängt bis hin zu den älte­ren Män­nern, die unter dem Schild des Par­ti­to Demo­cra­ti­co sit­zen und palavern.

Nein, so über­lau­fen wie die Stadt von Tou­ris­ten ist, sie hat schon auch ihr Eigen­le­ben. Zwi­schen­durch genie­ßen wir noch ein lecke­res Eis (die ers­te Eis­die­le auf der rech­ten Sei­te der Haupt­gas­se vom Berg her gese­hen macht ein her­vor­ra­gen­des Cioc­co­la­ta-Pepe­ron­ci­no, inten­siv scho­ko­la­dig und gleich­zei­tig scharf!) und einen sehr guten Cap­puc­ci­no in der Eisdiele/Pasticceria “Da Stalín”.


Gegen halb sie­ben tre­ten wir den Rück­weg an, besor­gen in Mone­glia ein paar Zuta­ten zum Gril­len und schrei­ben nach dem Essen noch Postkarten.

4. Tag: Genua

Der Wecker klin­gelt bereits um 8. Der Him­mel: so dun­kel und wol­ken­ver­han­gen wie seit Sams­tag nicht. Also Ent­schei­dung gegen das Wan­dern und für einen Aus­flug nach Genua. Über den übli­chen Fels­weg nach Mone­glia und zum Bahn­hof. Dort hat der Zug 25 Minu­ten Ver­spä­tung. Naja, was machts? Wir nut­zen die Zeit für einen Cap­puc­ci­no in der Bahn­hofs­bar. End­lich: der Zug fährt ein. Etwa Vier­tel nach 12 kom­men wir in Geno­va Bri­gno­le an und suchen uns mit dem Navi und dann immer mehr mit dem Ein­fachst-Stadt­plan aus dem Rei­se­füh­rer von Chris­toph Hen­nig unse­ren Weg in die Alt­stadt. Durch teil­wei­se recht dunk­le Gas­sen nähern wir uns der Kir­che San Loren­zo und kom­men von dort über ein paar Abbie­gun­gen zur Pas­tic­ce­ria Klain­guti, gegrün­det 1828 von eini­gen Brü­dern aus dem Enga­din, die nach Ame­ri­ka aus­wan­dern woll­ten, aber in Genua hän­gen blie­ben und es dort mit ihren Kuchen zu etwas brach­ten. Mit einer Pino­lata (Blät­ter­teig mit Mar­zi­pan und Pini­en­ker­nen) und einer Torti­na di Pere (Bir­nen­tört­chen) und zwei Tas­sen Cap­puc­ci­no set­zen wir uns vor die Kon­di­to­rei und las­sen es uns gut gehen.

Der Hafen von Genua

Der Hafen von Genua

Wir machen uns auf in den Weg zum Hafen. Das Licht ist grell, so sehr wird es durch die nicht ganz so dich­ten Wol­ken gestreut. Das Hafen­ge­län­de am Por­to Anti­co ist vor Jah­ren restruk­tu­riert wor­den: Die alten Hafen­an­la­gen sind nicht mehr im Dienst, alte Krä­ne ste­hen noch als Indus­trie­denk­mä­ler her­um. Ren­zo Pia­no hat hier zu den Kolum­bus-Fei­er­lich­kei­ten (1992) die Biga (Mast­baum) als Denk­mal auf­ge­stellt, ver­bun­den mit einer Ver­an­stal­tungs­flä­che unter Segeln. Nicht weit davon die „Bol­la“ (Bla­se), eine Glas­ku­gel, einen Art zu besich­ti­gen­des Gewächs­haus. Ein altes Baum­woll-Lager­haus hat man, ähn­lich den Ham­bur­ger Spei­cher­städ­ten, einer neu­en Nut­zung für Geschäf­te, Biblio­the­ken und ein Kon­gress­zen­trum zuge­führt. Nur andeu­tungs­wei­se ist im Innern die alte Gebäu­de­struk­tur noch zu erken­nen. Fan­tas­tisch: Vom Hafen aus sieht man, wie unüber­schau­bar sich Genua auf die umlie­gen­den Anhö­hen verteilt.

Via San Luca in Genua

Via San Luca in Genua

Anschlie­ßend schau­en wir in die Via San Luca, ziem­lich eng, aber vie­le Leucht­re­kla­men und Men­schen, und ein abwechs­lungs­rei­ches Gemisch aus allem. Zum Schluss noch ein Blick in die Via Bal­bi, eine Pracht­stra­ße, in der allein eine Adels­fa­mi­lie 7 Paläs­te gebaut hat, die heu­te als Muse­en oder von der Uni­ver­si­tät Genua genutzt werden.
Ziem­lich erschöpft vom vie­len Lau­fen tre­ten wir den Weg zurück zum Bahn­hof Bri­gno­le an und über­le­gen uns, im Da Genio noch vor­her zu essen. Schon ganz in der Nähe davon las­se ich mich vom Navi irre­füh­ren, aber schließ­lich lan­den wir doch noch dort, aber vor ver­schlos­se­nen Türen. Es soll­te also nicht sein: Da muss heu­te das Ris­tor­an­te im Cam­ping rei­chen. Kurz vor neun – es läuft gera­de Frank­reich gegen Ita­li­en – kom­men wir dort an und bekom­men immer­hin Piz­za. Jetzt haben wir noch ein biss­chen vor der Hüt­te genos­sen, dass das Meer heu­te Abend deut­lich ruhi­ger ist, da wächst sich all­mäh­lich das anfäng­li­che Wet­ter­leuch­ten zu einem ech­ten Gewit­ter aus. Der Regen trom­melt aufs Dach, vor der Hüt­te plät­schert das Was­ser aus den Regenrinnen.

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