Allerlei aus Heidelberg und der Welt

Monat: Mai 2008

Mit neuen Schuhen in den Himmel

Esther und ich habe heute unsere nagelneuen Wanderschuhe (Meine: Meindl Bergen MFS, Esther: Jack Wolfskin All Terrain Pro) ausprobiert: Um sie vor unserem Urlaub, der in zwei Wochen beginnt, nun auf einer steilen Strecke in der Nähe zu testen, haben wir uns die Himmelsleiter zum Königstuhl ausgesucht. Gehört hatte ich davon schon, aber gelaufen sind wir sie bisher nie.

Wir sind also bis zum Schloss gefahren und dort erst die Treppen zum Schlosseingang, dann links zum Schloßwolfsbrunnenweg und rechts auf den Molkenkurweg gelaufen. Nach der ersten starken Rechtskurve standen wir also vor den Stufen, die eher in eine grüne „Hölle” zu führen schienen als in den Himmel. (s. Google Maps)

Himmelsleiter bei Heidelberg

Himmelsleiter bei Heidelberg

Warum diese Stufen den Namen bekommen haben, war aber bereits nach kurzer Zeit klar: Bei der starken Steigung und den vielen, unregelmäßig gesetzen Stufen aus Naturstein denkt man schon bald: „Sind wir jetzt nicht schon gleich oben?” Aber nein, es geht immer noch ein Stückchen weiter, anscheinend bis in den Himmel. Erst wenn in Höhe der Gleitschirmwiese das Stimmengewirr vom Aussichtspunkt Königsstuhl lauter wird, kann man sicher sein. Wir sind da!

Runter sind wir dann über „Hohler Kästenbaumweg“, dann links den Blockhausweg hinter zur Auerhahnenhütte, dann links hinter zum Schwabenweg, an der Schlosshanghütte vorbei, an der nächsten Kreuzung Richtung Bismarckhöhe weiter bis es rechts hinunterging Richtung Schloss, am Rindenhäuschen vorbei, dahinter über kleinere, sich kreuzende Pfade hinunter zum Biersiedersteig und wieder links zum Molkenkurweg.

Das war eine schöne Strecke, auch wenn wir die Himmelsleiter so ohne weiteres nicht wieder laufen würrden. Die Anstrengung muss man sich nicht unbedingt bald wieder antun! Aber für die Schuhe war’s gerade richtig, sie haben sich bewährt und freuen sich auf die nächste Herausforderung, spätestens ab 7./8. Juni im Berner Oberland und eine Woche später in den Cinque Terre!

Workshop: Cassetten digitalisieren mit Audacity

Aufnahme in Audacity

Aufnahme im Audacity-Fenster

Seit Jahren schon liegen meine Musik-Cassetten in der Ecke herum, platzsparend in einen Karton gepackt. Nach einem kürzlichen (übrigens fantastischen!) Ballettbesuch von Delta Blues im Mannheimer Nationaltheater hatte ich meine ganzen Schätze an Blues-Musik auf den Cassetten wiederentdeckt und Lust, sie wieder öfter zu hören. Was lag da näher, als sie zu digitalisieren? Das ist zwar viel Arbeit, aber es lohnt sich oft, wenn man sie ab und zu auf CD oder auf dem MP3-Player hören möchte und einem die aufgenommenen Titel (oder gar ganze Alben) als Download zu teuer sind. Grundsätzlich gilt das natürlich auch für Schallplatten, aber da unser Plattenspieler noch an die Anlage angeschlossen ist, ist das weniger ein Problem.

Früher habe ich für solche Arbeiten gelegentlich eine Testversion von „Cool Edit“ benutzt, allerdings wurde „Cool Edit“ von Adobe übernommen und damit für den Hobbyanwender noch teurer. Seit einiger Zeit benutze ich jetzt die kostenlose Open-Source-Software „Audacity“ (www.audacity.de). Sie ermöglicht die mehrspurige Bearbeitung von Audiomaterial und hat zahlreiche Funktionen für die Nachbearbeitung. Aktuell ist die Version 1.2.6 für Windows (gibt’s natürlich auch für Linux und Mac), und eine Beta-Version der Version 1.3.5 kann man auch schon herunterladen. Sie hat einiges mehr an Funktionen, so auch bei der wichtigen Rauschunterdrückung.

Zunächst muss man ja einen geeigneten Ausgang am Cassettenrecorder (bei mir ein Ghettoblaster von Philips, der Esther gehört) und Eingang am Computer finden. Hier bietet sich bei meinem Cassettenrecorder nur ein Kopfhörerausgang an, da er nur einen Line-Eingang, aber keinen Ausgang besitzt. Auf Computerseite ist es oft der Line-Eingang, bei manchem Notebook ist dagegen manchmal nur ein Mikrofoneingang vorhanden, den man auch nehmen kann.

Als Nächstes sollte man alle Systemklänge der laufenden Programme ausschalten, da sie sonst in die Aufnahme mit hineinkommen, wenn einmal beispielsweise eine Mail eingeht. Und wer während der Aufnahme nicht am Rechner ist, deaktiviert besser auch noch Energieoptionen in der Systemsteuerung, die dafür sorgen, dass der Rechner, wenn man nicht daran arbeitet, in den Stand-by gehen.

Aufnahmedetail in Audacity
Und dann kann es eigentlich auch schon losgehen mit dem Aussteuern. Nach dem Start von „Audacity” und der Wiedergabe von der Cassette schaut man sich an, wie weit der Pegel ausschlägt. Es sollte möglichst nah am rechten Ende, also bei 0 dB sein, aber auch nicht ständig dort anstoßen. Auf der dargestellten Tonspur sieht man eine Übersteuerung auch daran, dass die Kurven vom dargestellten Bereich in der Höhe abgeschnitten werden. Am besten vergleicht man den Pegel an verschiedenen Stellen der ersten Stücke, um zu verhindern, dass spätere Stücke, die etwas lauter sind, doch noch übersteuert sind. Bei Mixtapes ist es sicherer, in alle Stücke mal reinzuhören und auf die Aussteuerung zu achten.

Wenn der Aufnahmepegel klar ist, legt man los mit dem Aufnehmen. Am besten lässt man eine ganze Cassettenseite durchlaufen. Wer keinen Wert darauf legt, mitzuhören, stellt sich am besten einen Küchenwecker, um rechtzeitig am Rechner zurück zu sein, wenn die Cassette am Ende ist. Sonst muss man nachher unnötig viel wegschneiden.

Bevor die Cassettenseite aufgeteilt werden kann, ist Kosmetik angesagt, es sei denn, alles Rauschen und Knacksen (von einer auf Cassette aufgenommenen Schallplatte) soll erhalten bleiben.

Rauschentfernung in Audacity

Rauschentfernung in Audacity


Zur Rauschentfernung bietet besonders die Version 1.3.5 drei Einstellungsmöglichkeiten. Einem Artikel aus der Zeitschrift „EasyLinux“ (Ausgabe 2/2008) habe ich den Tipp entnommen, dass sich eine Absenkung von 5-7 Dezibel, eine Frequenzglättung von 100-150 Hz und eine Ansprech-/Abklingzeit von 0,05-0,15 Sekunden anbietet. „Ein verlustfreier Einsatz dieses Filters ist allerdings auch mit diesen Einstellungen nicht möglich“, schreibt die EasyLinux. Ich bin mit dem Resultat aber ganz zufrieden.

Knackser von Schallplatten bekommt man mit dem Klick-Filter (oder Klick- und Pop-Filter in Version 1.2.6) ganz gut weg.

Audacity Klickfilter

Audacity Klickfilter


Wer seine alten Mixtapes digitalisiert, sollte an dieser Stelle auch den Lautstärkepegel der Stücke anpassen. Dafür bietet Audacity unter „Effekt“ den Normalisierungsfilter.

Ist nun die Cassette aufgenommen und bereinigt, geht’s ans Aufteilen in einzelne Stücke. Denn bisher ist die Cassettenseite als ununterbrochener Audiotrack gespeichert. Um die Titel voneinander zu trennen, gibt es zwei Möglichkeiten:

Im „Bearbeiten“-Menü gibt es zum einen die Möglichkeit „Bei Stille trennen“. Dann wird die Tonspur an allen Pausen geteilt. Da das beispielsweise bei Live-CDs wegen des Beifalls nicht immer geht oder nicht die richtige Stelle trifft, kann man im Menüpunkt „Projekt“ (in Version 1.3.5. in „Spuren“) Textmarken an den Trennstellen zu setzen. Dabei wird eine Textspur eingefügt, die diese Textmarken enthält.

Audacity: Textmarke setzen
Dabei empfiehlt es sich, immer wieder die Trackdarstellung zu verkleinern, um ein Titelende zu finden (meist dort, wo der Ausschlag ganz gering ist), und dann bei laufender Wiedergabe die Darstellung zu vergrößern, um genau die richtige Stelle zu finden, an der man die Textmarke setzt. Oft ist es hier auch sinnvoll, die Pausen zu entfernen, die z. B. vom Lauf der LP oder des CD-Players stammt. Sie besteht im besten Fall ohnehin nur aus Rauschen, und beim Brennen lassen sich nach Bedarf wieder neue Pausen setzen. Im schlechteren Fall hört man selbst in den Pausen noch einen Teil des folgenden Stücks. Warum? Ich weiß es nicht, aber Ton- und Technikexperten wissen darauf sicher eine Antwort. Ich könnte mir vorstellen, dass die Magnetisierung des Bandes auch danebenliegende Bereiche mitbeeinflusst, und nur bei Stille macht sich das dann bemerkbar.

Sind alle Textmarken gesetzt, kann es mit dem Export weitergehen. Im Menü „Datei“ gibt’s die Option „Mehrere Dateien exportieren“. Dort hat man die Möglichkeit, das Exportformat, den Ordner, in dem die Exportdateien abgelegt werden sowie den ersten Dateinamen zu wählen.

Export aus Audacity

Export aus Audacity

Dabei sollte bei Bedarf die Option aktiviert werden, dass auch Daten vor der ersten Textmarke exportiert werden, sonst fehlt das erste Musikstück.

Nach rund einer Minute sind alle Tracks gespeichert, und man kann Audacity schließen. Was zu tun bleibt, ist, die Dateien mit den Titelbezeichnungen zu versehen, um sie wiederzuerkennen. Wer die Titel gleich als MP3-Dateien exportiert hat, sollte darüber hinaus auch die ID-Tags bearbeiten, dann kann auch der MP3-Player sie optimal nutzen. Die Audacity-Version 1.3.5 hat zwar eine Option im Menü „Datei“, die Metainformationen zu bearbeiten, aber bei mir hat sie noch nicht richtig funktioniert, zumindest beim ungeschnittenen Track.

Links zum Thema:

Download Audacity: audacity.de

Deutschsprachiges Forum: audacity-forum.de

Steinberg: www.steinberg.de

Die Erdbeerzeit geht los!

Erdbeeren
Noch sind die Erdbeerpreise zwar recht hoch, aber wir hatten am Wochenende schon hiesige Erdbeeren bei unserem Bauern, sodass ich nicht widerstehen konnte und gestern ein köstliches Erdbeereis fabriziert habe:

Zutaten:
300g frische Erdbeeren
250 ml Milch
200g Sahne
80 g Zucker
1 Spritzer Zitronensaft

Zubereitung:
Die Erdbeeren habe ich mit Zucker, Milch und Zitronensaft im Standmixer püriert und die Sahne mit dem Handrührgerät in einem Rührgefäß steif geschlagen. Anschließend habe ich beides im Rührgefäß mit dem Handmixer auf niedrigster Stufe gleichmäßig vermischt. Benutzt habe ich meine Eismaschine (s. Brombeereis) mit ihrer bereits seit einigen Tagen vorgefrorenen Kühlschüssel. Bei laufendem Motor (wichtig, sonst friert das Eis augenblicklich fest, und der Motor kann nicht mehr drehen!) habe ich die Masse restlos eingefüllt. Da das Akku recht schwach ist, stelle ich die laufende Maschine ins Gefrierfach mit rein. Der Energieverlust durch das raushängende Kabel dürfte zu vernachlässigen sein.
Nach ca. 25-30 Minuten hat das Eis zwar noch fast Softeiskonsistenz, ist aber superlecker! Man kann es natürlich gerne noch bis zum Verzehr ca. 2 Stunden in einem Aufbewahrungsgefäß weitergefrieren lassen, sollte dann aber jede halbe Stunde das Eis vom Rand in die Mitte umrühren, damit es gleichmäßig fest und nicht zu kristallig wird.

Erdbeereis

Lena hat ein Schwesterchen!

Isabel2
Vor wenigen Tagen haben Cousin Christoph und seine Frau Sandra ihre zweite Tochter und Lena ein süßes Schwesterchen bekommen. Isabel Christin heißt die Kleine, ist laut Christoph 50 Zentimeter groß und wiegt 3380 Gramm. Vater, Mutter und Schwester von Isabel sind wohlauf …
(Fotos: Christoph Krüger)

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