Allerlei aus Heidelberg und der Welt

Monat: März 2008

Panorama vom Niederhorn

Im Januar/Februar waren wir ja zum Skilaufen im Berner Oberland, und seitdem habe ich nach einer brauchbaren und (notfalls auch) bezahlbaren Software gesucht, die mir aus den Aufnahmen am vorletzten Tag auf dem Niederhorn (oberhalb des Thunersees) ein schönes Panorama macht, es als Quicktime-VR abspeichert und nicht zuviel Handarbeit abverlangt.

Durch Erichs Tipp (Danke, Erich!) bin ich jetzt auf PanoramaStudio gestoßen und freue mich, dass mein erstes Panorama fertig ist. Wer aufs Bild klickt, bekommt volle 360 Grad bei „Kaiserwetter“ zu sehen (Dateigröße: 3,6 MB):

Wasserhuhn

Heute haben wir unseren „Bungalow“ auf dem Campingplatz reserviert. Hier ein Ausschnitt aus der Beschreibung der Bungalows, die Sara vom Camping Villaggio Smeraldo in den Cinque Terre geschickt hat:

„Bungalow ist wie folgt untergeteilt:
1 Bettzimmer mit 1 Doppelbett
1 Stockbett in die Kuche
Kuche zum kochen ausgerustett
Badzimmer mit Wc, Wasserhuhn und warme Dusche
Terrasse“

Tja, warum eigentlich nicht „Huhn“ statt „Hahn“? Krähen kann der Wasserhahn sowieso nicht.

Blogrecherche I

Gerade heute habe ich für die Linkliste auf duden.de eine kleine Blogrecherche nach Blogs abgeschlossen, die sich mit der deutschen Sprache beschäftigen. Klar, Sprachnörgler gibt es genug; auch solche, die immer noch die Rechtschreibreform zurückdrehen möchten, gegen jeden Anglizismus sind und jedes Deppenapostroph monieren. Aber ernsthaft und dennoch mit Augenzwinkern beschäftigen sich denn doch nur einige wenige mit der Sprache als Hauptgegenstand des Blogs. Wenn die Liste abgesegnet ist, stelle ich sie auch hier mal rein. Ich denke, dem Einen oder Anderen wird sie vielleicht neue Anregungen geben.

Rentenangst – Verarschung?

Am Sonntagabend lief in der ARD eine hochinteressante Doku zum Thema Altersvorsorge. Sie hat beeindruckend aufgezeigt, welche wirtschaftlichen Interessen hinter den seit zwei Jahrzehnten und vor allem in den letzten 10 Jahren immer stärkeren Appellen stecken, dass die gesetzliche irgendwann nicht mehr ausreiche und privat vorgesorgt werden müsse.

Danach gehen manche Experten davon aus, dass die Produktivitätssteigerung der Wirtschaft auch in Zukunft ausreichen könne, um allen Rentenempfängern die bisherigen Rentenansprüche zu sichern. Allerdings habe, so der Bericht, beispielsweise eines der Institute, die seit langem vehement eine ergänzende Privatrente und einen Umbau des Rentensystems mit "wissenschaftlichen Studien" untermauern, das Institut für Altersvorsorge, diesen Faktor bisher nie berücksichtigt. Hinter diesem Institut stehen Banken und Unternehmen der privaten Versicherungswirtschaft, die natürlich vom Schlechtreden der gesetzlichen Rentenversicherung profitieren. Wissenschaftlicher Berater des Instituts war bis 2006 der CDU-Politiker und Jurist (nein, kein Wirtschaftswissenschaftler!) Meinhard Miegel, der als "Experte" durch die Talk-Shows tingelt und das Hohelied der privaten Rentenversicherung singt. Und anscheinend gibt es Hinweise, dass die gesetzliche Rentenversicherung politisch geschwächt wird, um eben private Versicherungen zu stärken.

Daneben geht die Doku auch auf die unsichere Ertragssituation von Privatversicherungen ein, die ich hier jetzt mal vernachlässige…

Meine Meinung: Unbedingt ansehen! Hier der Link zum Artikel über den Beitrag.

An folgenden Terminen wird die Dokumentation wiederholt:

EinsExtra, 24./25. März 2008, 01:15 Uhr

EinsExtra, 25. März 2008, 22:02 Uhr

EinsExtra, 30. März 2008, 16:00 Uhr

Online nachschlagen – aber wo?


Bis ins letzte Jahrzehnt hieß Nachschlagen in der Regel: zum Regal gehen, das Lexikon rausholen und blättern. Nehmen wir mal an, wir hätten was über die Relativitätstheorie gesucht. Wer nur ein kleines Lexikon sein eigen nannte, schlug die Seiten mit R auf und fand das Wort samt Erklärung, die stolzeren Besitzer etwa einer Brockhaus-Enzyklopädie oder dergleichen suchten sich dann Band POT-RENS aus und fanden den Artikel. Das war aber nicht alles. Zum Einen standen im Artikel auch Verweise auf andere Artikel, zum Anderen konnte es ja sein, dass in anderen Artikeln auch etwas über die Einsteinsche Theorie stand, aber woher wissen?

In den 90er Jahren kamen also die ersten Lexika auf CD-ROM wie beispielsweise der Brockhaus multimedial oder die Microsoft Encarta . Sie bieten mittlerweile nicht nur eine große Fülle an Artikeln, die in der Regel mindestens dem Umfang eines mittleren Lexikons von ca. 10 dicken gebundenen Bänden entsprechen und eine riesige Menge an Multimedia-Animationen, Videos, Hörbeispielen etc.
Das, was im gedruckten Lexikon die Verweise sind, lässt sich digital mit Links zum jeweils anderen Artikel realisieren, das heißt, mit einem Klick ist man beim anderen Artikel, und nicht nur das: Die Trefferliste zeigt dank der Volltextsuche alle Fundstellen des gesuchten Worts, und wenn man mal das Wort falsch schreibt, werden auch Alternativbegriffe
„Meinten Sie …“ angezeigt. Die digitale Brockhaus-Enzyklopädie (die auf einem einzigen USB-Stick Platz findet) hat sogar neueste Informationstechnologie eingesetzt, sodass sie selbst natürlichsprachliche Fragen ermöglicht, wie etwa „Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Überernährung und Herzinfarkt?“ oder „Welches Tier hat zwei Höcker?“.

WikipediaSeit einigen Jahren hat nun das Onlinelexikon „Wikipedia “ Furore gemacht. Nach dem Wiki-Prinzip (von Hawaiianisch wikiwiki=schnell) hat eine engagierte Gemeinde Freiwilliger Wissen zusammengetragen: teilweise eigene Kenntnisse, teilweise kopiert aus alten,mittlerweile urheberrechtsfreien Lexika, teilweise werden auch öffentlich verfügbare Datenbanken maschinell eingelesen und zu Artikeln gemacht. So war anfangs beispielsweise mein Heimatort Rosche in der Lüneburger Heide mit exakt dem selben Wortlaut enthalten wie seine Nachbargemeinden, nur mit unterschiedlichen Fakten wie Einwohnerzahl, Sitz der Verwaltung, Bürgermeister etc. „Schnell“ heißt das Prinzip, weil Änderungen extrem schnell Eingang ins Lexikon finden. Um simple Textänderungen vorzunehmen, benötigt man keine Programmierkenntnisse.

Das Ganze ist für jeden Benutzer frei verfügbar und kostenlos, und jeder Mensch kann daran mitarbeiten, nicht nur Experten ihres Faches. Das ist einerseits eine Stärke, da beliebig viele Menschen ihr Wissen beitragen können, andererseits auch eine der Schwächen von Wikipedia: Denn jeder kann mit vermeintlichem Wissen oder Desinformation dieses Online-Nachschlagewerk manipulieren. Davon haben Unternehmen, politische Parteien und Andere schon des Öfteren Gebrauch gemacht und dafür gesorgt, dass unliebsame Informationen über sie nicht mehr im Artikel stehen.

Sicherer ist man da nach wie vor bei den Inhalten klassischer Lexikonverlage. Sie haben eigene Redaktionen, in denen Wissenschaftler aller Disziplinen jeden Artikel unter die Lupe nehmen und recherchieren, ob es mittlerweile neuere und vor allem gesicherte Erkenntnisse zum Thema gibt. Klar, dass da nicht jeder Inhalt Platz findet, da teilweise der Platz, aber vor allem auch die Arbeitskraft begrenzt ist und nicht jeder Mensch jedes Stückchen Wissen benötigt.

Noch eine andere Schwäche hat Wikipedia. Die Suchfunktion ist derjenigen in den führenden Multimedia-Lexika hoffnungslos unterlegen. Es gibt zwar eine relevantbewertete Suche, d.h. die Suchtreffer sind mit Prozentangaben versehen, wie stark der Artikel zum Suchtreffer passt, aber wer beispielsweise „Dorsh“ statt „Dorsch“ schreibt, bekommt beispielsweise kaum Hilfestellung, ob eine ähnliche Schreibweise stattdessen enthalten ist.
spiegelwissen2n der Zwischenzeit haben Verlage längst auf die Wikipedia reagiert: Bertelsmann hat vor Jahren schon das werbefinanzierte Portal wissen.de ins Netz gestellt und kooperiert seit Neuestem mit dem „Spiegel“. Unter wissen.spiegel.de kann man jetzt nicht nur in Artikeln aus dem „Spiegel“, sondern auch in wissen.de und in der Wikipedia nachschlagen. Dabei werden hier in der Suchergebnisliste einfach die Artikelanfänge wiedergegeben, falls vorhanden mit Abbildung. Auch hier gibt es keinerlei Suchhilfe.  Und wie die Abbildung rechts zeigt, scheint zumindest für das Nachrichtenmagazin im Zusammenhang mit Einstein die „Problemzone Po“ der relevanteste Artikel zu sein.

Seit 2006 hat auch Meyers Lexikonverlag auf der Basis der Software MediaWiki, die auch Wikipedia benutzt, „Meyers großes  Taschenlexikon in 24 Bänden“ unter lexikon.meyers.de werbefinanziert ins Netz gestellt, seit 2007 auch mit der Möglichkeit, an Artikeln mitzuschreiben. Das passiert allerdings im Unterschied zu Wikipedia so, dass die bearbeiteten Artikel von der Lexikonredaktion überprüft, ggf. korrigiert und erst dann wieder ins Netz gestellt werden. Wer also gleichzeitig sicher sein will, dass das Lexikon nicht manipuliert ist und trotzdem kostenlos nachschlagen möchte, sollte sich dort umschauen, Ein weiterer Pluspunkt hier: Es gibt eine „Meinten Sie“-Funktion, die beim Auffinden des richtigen Artikels hilft.

Und in den letzten vier Wochen war in vielen Medien schon die Rede davon: Brockhaus stellt ab Mitte April die komplette Brockhaus-Enzyklopädie kostenlos und werbefinanziert ins Internet. Der Verlag zieht damit die Konsequenzen daraus, dass immer mehr Menschen im Internet nachschlagen und weniger die schönen, aber dicken Lexikon-Bände kaufen. Wahrscheinlich wird es keine neue Auflage der großen Brockhaus-Enzyklopädie mehr geben. Immerhin lässt sich mit kleineren gedruckten Lexika nach wie vor Geld verdienen.

In Spezialbereichen ist die Wiki-Technologie durchaus spannend: Es gibt eine Reihe von Wikis, in denen man Spezialwissen nachschlagen und beitragen kann. Ich selbst habe zeitweilig gerne mal ins Kaffee-Wiki geschaut, und auch in speziellen Foren wie dem IP-Phone-Forum gibt bzw. gab es Wikis, in denen Benutzer Informationen z.B. über Internettelefone und Telefonanlagen wie die Fritz!Box finden. Wer also Infos benötigt, die weder über den Kundenservice eines Unternehmen zu erfahren sind  noch im Lexikon stehen, kann hier viel erfahren.

Hundertwasserbahnhof Uelzen

Hundertwasserbahnhof Uelzen

Hundertwasserbahnhof Uelzen

Anfang der Woche war ich auf der CeBIT und habe das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden: Ich habe bei meinen Eltern in der Nähe von Uelzen übernachtet. Das Nette dabei: Der Bahnhof Uelzen ist eine Augenweide, seit er im Jahr 2000 nach Plänen von Hundertwasser umgebaut wurde. Da ich meine richtige Digitalkamera nicht dabei hatte, als ich am Mittwoch zurückfuhr, hier also nur ein ziemlich mieses Bild. Wer mal nach Hamburg fährt und genug Zeit hat, sollte einfach mal die Fahrt dort unterbrechen und sich umschauen. Eine Stunde bis zum nächsten IC kann man dann auch ruhig im Café ARTE bei einem Cappuccino verbringen.

Unter www.hundertwasserbahnhof.de gibts noch mehr zu sehen!

Günthers 80ster

Endlich komme ich dazu, auch mal über den 80. Geburtstag meines Vaters zu schreiben. Der liegt immerhin schon ein halbes Jahr zurück. Mit rund 60 Leuten war ordentlich was los: Nicht nur die Verwandtschaft, sondern auch die ehemaligen Mitkegler und die Tenöre seines Gesangvereins samt ihrer Gattinnen waren vertreten und gaben natürlich auch ein paar Ständchen zum Besten. Hier sind einige Bilder vom Fest:

Emma und der Gleisbau

Seit Mitternacht wütet hier angeblich laut Wetterbericht vom Vorabend das Sturmtief Emma.

Man sieht die Fenstertropfen am Fenster und das Flutlicht, mit dem immer noch oder schon wieder die Gleisbauer am Werkeln sind, aber ansonsten fühlt und hört sich das eher ruhig an. Ein paar Tage habe ich von den Bauarbeiten kaum etwas mitbekommen, da ich tagsüber beim Dudenverlag im Büro saß und abends nicht mehr vor der Daddelkiste. Das mediale Getue um den Sturm also eher ein selbiger im Wasserglas. Oder hat jemand hier oder anderswo was anderes erlebt?

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