Allerlei aus Heidelberg, Neustadt und der Welt

Jahr: 2008 (Seite 1 von 12)

Die Schu­le des Lesens

Bibliophiler Leckerbissen: Die Schule des Lesens

Biblio­phi­ler Lecker­bis­sen: Die Schu­le des Lesens

Einen biblio­phi­len Lecker­bis­sen hat mir Esther zum Geburts­tag geschenkt: „Die Schu­le des Lesens“ heißt das Werk. Her­aus­ge­ge­ben wur­de es von der „Collec­tion Bücher­gil­de“, einem Able­ger der Bücher­gil­de Guten­berg und der Stif­tung Lesen, ver­kauft wird es aber auch unter ande­rem in den Geschäf­ten der Geschenk­la­den­ket­te Bello­be­ne.

Bereits der Ver­lag ist schon ein Hin­weis dar­auf, dass man Qua­li­tät erwar­ten darf, hat doch die Bücher­gil­de schon etli­che Prei­se für die sorg­fäl­ti­ge Her­stel­lung und die gelun­ge­ne Gestal­tung ihrer Buch­aus­ga­ben errun­gen. Hier han­delt es sich aller­dings weni­ger um ein Buch im klas­si­schen Sin­ne: Den Leser erwar­tet mit der “Schu­le des Lesens” eine Map­pe (die Her­aus­ge­ber nen­nen sie „Klad­de“) mit Tex­ten von 34 Schrift­stel­lern, Ver­le­gern und ande­ren Künst­lern zu ihren prä­gen­den Lese­er­fah­run­gen auf knapp 50 Einzelblättern.

Zu den Autoren gehö­ren Schrift­stel­ler wie Gün­ter Grass, Bodo Kirch­hoff oder Mar­tin Suter. Ver­tre­ten sind auch bei­spiels­wei­se die Illus­tra­to­rin Rot­raud Susan­ne Ber­ner und die Fil­me­ma­che­rin Doris Dör­rie eben­so wie Hans-Joa­chim Gel­berg, Begrün­der des Beltz & Gel­berg-Kin­der- und Jugend­buch­pro­gramms sowie Man­fred Metz­ner vom Hei­del­ber­ger Ver­lag „Das Wunderhorn“.

Sie alle haben teils amü­san­te, teils span­nen­de, aber immer inter­es­san­te Geschich­ten dar­über zu erzäh­len, wel­che Lese­er­fah­run­gen sie geprägt haben. Das fängt bei ein­fa­chen Wei­ne­ti­ket­ten an und erstreckt sich von typi­schen Wer­ke der Kind­heit und Jugend wie Karl Mays „Win­ne­tou“, der Bibel und Astrid Lind­grens „Kal­le Blomquist“bis hin zu Her­mann Hes­ses „Eine Stun­de hin­ter Mit­ter­nacht“ oder Tho­mas Manns Klas­si­ker „Die Bud­den­brooks“ und „Die Bekennt­nis­se des Hoch­stap­lers Felix Krull“. Span­nend sind auch eini­ge weni­ger bekann­te Titel wie Robert Burn­tons „The Ana­to­my of Melan­cho­ly“ oder „Die Zimt­lä­den“ von Bru­no Schulz.

Amü­sant ist in jedem Fal­le, wie der jun­ge tür­kisch­stäm­mi­ge Autor Selim Özdo­gan beschreibt, dass ein Satz auf dem Wei­ne­ti­kett eines von ihm gekauf­ten Weins aus dem Super­markt ihn lehr­te, den Sät­zen, die er häu­fig eher neben­bei liest, mehr Auf­merk­sam­keit zu schenken.

Beson­de­re Freu­de hat mir gemacht, dass jedes Blatt sepa­rat und mit Blick auf die jewei­li­ge Geschich­te mit unter­schied­li­cher Typo­gra­fie und spe­zi­el­lem Lay­out gesetzt wor­den ist, teil­wei­se auch mit Illus­tra­tio­nen versehen.

Ausschnitt aus "Die Schule des Lesens"Doch nicht nur dies: Für Men­schen, die sich nicht nur mit dem Inhalt des Gele­se­nen beschäf­ti­gen, son­dern auch Freu­de an Typo­gra­fie haben, ist eine eige­ne Über­sicht über die jeweils ver­wen­de­ten Schrift­ty­pen von der Ame­ri­can Typewri­ter (Veit Hei­ni­chen) über Futu­ra (Tuchol­sky) und Meta Plus (Judith Kuck­art) bis Ver­gil (Alber­to Dines) rei­chen oder von Bodo­ni bis Trajan.

Eher zur eige­nen Selbst­er­kennt­nis ist auch ein Fra­ge­bo­gen bei­gefügt, in dem man sich nach dem per­sön­li­chen Lieb­lings­buch oder Lieb­lings­au­toren befra­gen kann, wie man dazu kam, wel­chem Schrift­stel­ler man schon selbst begeg­net ist oder was Lite­ra­tur bewir­ken kann.

Wer also aus Ver­gnü­gen liest und ger­ne erfährt, was ande­re beim Lesen bewegt hat und sich an der Prä­sen­ta­ti­on des Lese­stoffs erfreut, für den ist die­se Map­pe ein her­vor­ra­gen­des Geschenk und mit 19,95 Euro über­dies nicht ein­mal teuer.

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Bücher­gil­de Gutenberg

 

Duden Kor­rek­tor 5.0: End­lich kor­rekt schreiben!

Duden Korrektor PLUS 5.0

Duden Kor­rek­tor PLUS 5.0

End­lich gibt es mit dem Duden Kor­rek­tor eine rich­tig gute Recht­schreib­prü­fung. „Recht­schrei­bung? Es schreibt doch sowie­so jeder, wie er will“, bekommt man oft genug zu hören. Doch in den letz­ten Jah­ren sind vie­le Men­schen sprach­be­wuss­ter gewor­den, wie die Ver­kaufs- und Besu­cher­zah­len von Büchern und Ver­an­stal­tun­gen des Spie­gel-Kolum­nis­ten Bas­ti­an Sick („Der Dativ ist dem Geni­tiv sein Tod“) zei­gen. Nach­dem das Hick­hack um die Reform der deut­schen Recht­schrei­bung vor­bei ist, weiß man, wor­an man sich hal­ten kann.

Die Wör­ter­buch­ver­la­ge haben ihre Nach­schla­ge­wer­ke nach der Reform aus­ge­rich­tet, aber was macht man am PC? Ein rei­nes Wör­ter­buch greift da eigent­lich zu kurz. Oft genug weiß man ja auch gar nicht, dass man etwas falsch schreibt. Word als Text­ver­ar­bei­tung hat zwar eine ein­ge­bau­te Recht­schreib­prü­fung. Doch die lässt sehr zu wün­schen übrig: Es gibt zu vie­le Fehl­alar­me, und vie­le tat­säch­li­che Feh­ler wer­den nicht erkannt. In der Alter­na­ti­ve Open­Of­fice sieht es eher noch schlech­ter aus, hier gibt es nicht ein­mal eine Grammatikprüfung.

Sei­ne Feh­ler­ge­nau­ig­keit macht ihn so wertvoll

Die Lösung heißt „Duden Kor­rek­tor“, und das nicht, weil ich für Duden arbei­te, son­dern weil ich ihn wirk­lich tag­täg­lich nut­ze, und zwar mit Erfolg. Jeder län­ge­re Text, den ich in Word schrei­be (auch die­ser hier), wird zumin­dest auf Recht­schrei­bung geprüft, und meist auch auf Gram­ma­tik. Dabei läuft die Recht­schreib­prü­fung spä­tes­tens seit der Ver­si­on 3.5 bei mir so schnell, sta­bil und pro­blem­los, dass ich sie nicht mehr mis­sen möchte.

Was den Kor­rek­tur­hel­fer so wert­voll macht, ist sei­ne Feh­ler­ge­nau­ig­keit: Schon in der Stan­dard­ein­stel­lung (mit ein­ge­schal­te­ter Hintergrundprüfung=Rechtschreibprüfung) erkennt der Kor­rek­tor extrem vie­le Feh­ler: nicht nur Tipp­feh­ler, son­dern auch feh­ler­haf­te Abkür­zun­gen (wie MWSt statt MwSt.), dop­pel­te Leer­zei­chen und vie­les mehr. Klickt man nach dem Erstel­len des Tex­tes zusätz­lich auf „Kor­rek­tur star­ten“, wird über ein Dia­log­feld auch zusätz­lich die Gram­ma­tik und der Stil über­prüft. Dabei erkennt der Kor­rek­tor auch feh­ler­haf­te Beu­gun­gen von Wör­tern, oder wenn das Geschlecht von Arti­kel und Sub­stan­tiv (z. B. „eine klei­nes Haus“) nicht übereinstimmt.

Kom­ple­xe com­pu­ter­lin­gu­is­ti­sche Ver­fah­ren im Hintergrund
Natür­lich hat eine sol­che Soft­ware Gren­zen, die dar­in lie­gen, dass ein Com­pu­ter nur nach Regeln arbei­ten kann. Die Soft­ware ver­sucht, die gram­ma­ti­sche Struk­tur von Sät­zen zu erken­nen und so die Funk­ti­on eines Wor­tes zu erken­nen. Nicht immer ist es mög­lich, die Funk­ti­on eines Wor­tes ein­deu­tig zu erken­nen, da Spra­che für eine Maschi­ne oft zu mehr­deu­tig ist. Für eine ein­fa­che Recht­schreib­prü­fung ist es bei­spiels­wei­se nicht mög­lich zu erken­nen, wel­che Funk­ti­on „weiß“ in „Wir weiß es nicht.“ hat. Ist es die Far­be „weiß“ oder eine Form von „wis­sen“?

Die Soft­ware dage­gen erkennt, dass es sich hier um ein Verb han­delt, und sieht in der Kom­bi­na­ti­on mit „wir“, dass hier „weiß“ nicht zu „wir“ passt, also die fal­sche Form des Verbs oder das fal­sche Pro­no­men gewählt wur­de. Er erkennt natür­lich nicht, wor­in sich der Ver­fas­ser geirrt hat, also ob er schrei­ben woll­te „wir wis­sen es nicht“ oder „ich/er/sie/es weiß es nicht“. Intel­li­gent ist aber bereits die rei­ne Rechtschreibprüfung.

Die ers­ten Pro­gram­me (und die ein­fa­chen funk­tio­nie­ren immer noch so) haben ein­fach die geschrie­be­nen Wör­ter mit einem inter­nen Wör­ter­buch ver­gli­chen und einen Feh­ler moniert, wenn das Wort oder eine Wort­form nicht in der Lis­te war. Das bedeu­tet aber, dass alle For­men z. B. von „wis­sen“ wie „weiß“, „weißt“, „wis­se“ im Wör­ter­buch ent­hal­ten sein müs­sen, eben­so die ver­schie­de­nen Groß- und Klein­schrei­bun­gen für das Verb „wis­sen“ und das Sub­stan­tiv „Wis­sen“.

Hier erkennt man auch, dass eine ein­fa­che Recht­schreib­prü­fung bereits mit der Erken­nung der rich­ti­gen Groß- und Klein­schrei­bung über­for­dert ist, da sowohl „Wis­sen“ und „wis­sen“ kor­rek­te Wör­ter sind, aber unter­schied­lich ver­wen­det wer­den. Nimmt man noch zusam­men­ge­setz­te Wör­ter hin­zu, wie „Geburts­tag“ oder gar „Geburts­tags­tor­te“ oder die Unge­tü­me wie „Donau­dampf­schiff­fahrts- …“, wird klar, dass das Wör­ter­buch so groß wäre, dass das Durch­su­chen selbst bei leis­tungs­fä­hi­gen Com­pu­tern sehr lan­ge dauert.

Auch aus die­ser Über­le­gung her­aus ist man dazu über­ge­gan­gen, Wör­ter­bü­cher mit ein­ge­bau­ten Regeln zu kom­bi­nie­ren. Die Soft­ware erkennt bei­spiels­wei­se bei „weiß“, dass dies eine der gül­ti­gen For­men von „wis­sen“ ist, oder dass „Stamm­baum“ aus den bei­den kor­rek­ten Wör­tern „Stamm“ und „Baum“ zusam­men­ge­setzt ist und zudem die Zusam­men­set­zung rich­tig gebil­det ist, denn es heißt ja nicht „Stamms­baum“ oder „Hund­ku­chen“, son­dern „Stamm­baum“ und „Hun­de­ku­chen“.

Bis­her ging es aber noch um rei­ne Mor­pho­lo­gie- (Wort­stamm-) und Beu­gungs­re­geln. Schwie­ri­ger wird es schon bei gan­zen Sät­zen: Eine Satz­kon­struk­ti­on zu erken­nen, ist schon sehr kom­pli­ziert, und hier bringt eine gute Gram­ma­tik­prü­fung com­pu­ter­lin­gu­is­ti­sche Höchst­leis­tun­gen. Schon allein die Wort­stel­lung ist im Deut­schen sehr varia­bel, da sie je nach Beto­nung: „Ich will nur reden mit dir“ ist eben­so kor­rekt wie „Ich will nur mit dir reden“ oder „Reden will ich nur mit dir“. Bei mehr­glied­ri­gen Sät­zen wie Rela­tiv­sät­zen wird es weit­aus kom­pli­zier­ter. Der „Duden Kor­rek­tor“ aber erkennt in der Regel, ob ein „das“ hin­ter einem Kom­ma mit „ss“ oder ein­fa­chem „s“ geschrie­ben wer­den muss.

Viel­fäl­ti­ge Einsatzmöglichkeiten
Den „Duden Kor­rek­tor“ gibt es in einer gan­zen Rei­he von Ver­sio­nen: für Micro­soft Office, für Open­Of­fice und Star­Of­fice und für Satz­pro­gram­me wie Ado­be InDe­sign und Frame­Ma­ker, und seit eini­gen Tagen gar für Black­Ber­ry-Han­dys. Der Preis ist mit 19,95 Euro für MS Office und OpenOffice/StarOffice sehr mode­rat. Für MS Office gibts dar­über hin­aus auch eine PLUS-Ver­si­on mit zusätz­li­chen Funk­tio­nen wie der Sta­pel­ver­ar­bei­tung von Doku­men­ten und der Feh­ler­sta­tis­tik, die dabei hel­fen soll, sei­ne eige­nen Schwä­chen in Recht­schrei­bung und Gram­ma­tik zu erken­nen, und nicht zuletzt vier digi­ta­len Wör­ter­bü­chern (die Stan­dard­ver­si­on hat nur eines), damit man sich vor dem und beim Schrei­ben schlau­er machen kann.

Sys­tem­vor­aus­set­zun­gen für Micro­soft Office (Stan­dard und PLUS)

  • Micro­soft Win­dows 2000 (ab SP2)/ XP/Vista (32-Bit-Ver­si­on)
  • Micro­soft Office 2000/XP/2003/2007 oder Works 9.0
  • min­des­tens 550 MB frei­er Fest­plat­ten­spei­cher­platz (Stan­dard)
  • min­des­tens 750 MB frei­er Fest­plat­ten­spei­cher­platz (PLUS / PLUS-Update)
  • CD- oder DVD-ROM-Laufwerk

Schö­nes Herbst­wo­chen­en­de auf dem Kal­ten­bronn im Schwarzwald

Das ver­gan­ge­ne Wochen­en­de haben Esther und ich in bzw. auf dem Kal­ten­bronn im Schwarz­wald ver­bracht. Ange­reist sind wir am Frei­tag­nach­mit­tag bei son­ni­gem Wetter,

Aussicht vom Kaltenbronn

Aus­sicht vom Kaltenbronn

und auch am Sams­tag war das Wet­ter per­fekt: Strah­lend blau­er Him­mel und nix als Natur drum­her­um: Kal­ten­bronn besteht nur aus weni­gen Häu­sern, dar­un­ter unser Hotel, das Hotel Sar­ba­cher und ein Info­zen­trum. Dane­ben ein Abhang mit Ski­lift, eine Schlit­ten­wie­se und ein Rotwildgehege.

Wildseemoor

Wild­see­moor

Am Sams­tag sind wir gleich nach dem Früh­stück los­ge­wan­dert: In rund 2 km Ent­fer­nung gibts das Wild­see­moor, ein Hoch­moor mit Bann­wald und auch sonst viel Wald drum­her­um. Nach einem stär­ken­den Cap­puc­ci­no und Kuchen am Nach­mit­tag haben wir das Dampf­bad und die Gerä­te im Fit­ness­be­reich aus­pro­biert. Den Abschluss des Tages bil­de­te das lecke­re 4‑Gän­ge-Menü gut­bür­ger­li­cher Art mit Wild im Hotelrestaurant.

360-Grad-Pan­ora­ma vom Hohlohturm:

Panorama Kaltenbronn

Pan­ora­ma Kaltenbronn

Der Sonn­tag bot kei­nen ganz so blau­en Him­mel mehr, aber immer noch gut, sodass wir zum Hoh­loh­turm in der Nähe gelau­fen sind und ein kom­plet­tes Rundum­pan­ora­ma mit Sicht bis zu den Voge­sen und zur Schwä­bi­schen Alb genie­ßen konn­ten. Über den Hoh­loh­see im Moor gings auf die Süd­sei­te ober­halb Kal­ten­bronns und zurück zum Hotel, wo dies­mal die Sau­na auf uns wartete.

Am Mon­tag gab es nur noch Regen, Regen, Regen, per­fekt also für die Abrei­se. Den Rück­weg nah­men wir über Baden-Baden – nach so viel Natur am Wochen­en­de war jetzt ein biss­chen Shop­ping mit Rast im stil­vol­len Café König angesagt.

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