Allerlei aus Heidelberg, Neustadt und der Welt

Monat: November 2007

Die Sup­pe lügt!

Buchcover Hans-Ulrich Grimm, Die Suppe lügt

Hans-Ulrich Grimm: Die Sup­pe lügt

Falls noch jemand mit Ver­gnü­gen Tüten­sup­pen isst oder glaubt, dass geräu­cher­te Würs­te aus dem Super­markt jemals vom Rauch edler Höl­zer umstri­chen wur­den, soll­te er das Buch “Die Sup­pe lügt. Die schö­ne neue Welt des Essens” von Hans-Ulrich Grimm lesen. Es ist zwar weiß Gott nicht neu (Die gebun­de­ne Aus­ga­be ist bereits 1997 erschie­nen, das Taschen­buch 1999), aber immer noch auf­schluss­reich. Wer bis­her kei­ne Zusam­men­hän­ge zwi­schen Phar­ma- und Lebens­mit­tel­in­dus­trie sieht, wird beim Lesen eines Bes­se­ren belehrt.

Dass die Erd­beer­ern­ten der Welt nicht für die vie­len Erd­beer­jo­ghurts aus­rei­chen, schon gar nicht, wenn auch noch Erd­bee­ren in natu­ra ver­kauft wer­den, weiß der auf­ge­klär­te Ver­brau­cher ja auch schon aus der Pres­se, aber wer außer­halb der ent­spre­chen­den Indus­trie­zwei­ge hat schon mal von Nass­rauch gehört? Vie­le geräu­cher­te Würs­te wer­den ein­fach mit Nass­rauch besprüht (Buche gefäl­lig oder echt ame­ri­ka­ni­sches Hick­ory-Holz?) und fer­tig. Man schaue sich auch die­ses Video über die Her­stel­lung von Bacon an, auf das der Shop­blog­ger auf­merk­sam gemacht hat.

Und dass in den manch­mal ach so fast-foo­di­gen USA eine Fisch­sup­pe, die nur Fisch­aro­ma ent­hält, aber Fisch nur aus dem Aqua­ri­um kennt, im Gegen­satz zu Deutsch­land (oder Euro­pa?) nur als “Sup­pe mit Fisch­ge­schmack” bezeich­net wer­den darf, lässt eben­falls tief auf unse­re Wirt­schaft schließen.

Ja, ist schon gut, wir essen auch noch Fer­tig­ge­rich­te aus der Tief­kühl­the­ke, aber wir schau­en mitt­ler­wei­le schon genau­er drauf und ver­mei­den nach Mög­lich­keit auch natür­li­che Aro­men (wenn sie von Bak­te­ri­en her­ge­stellt (=aus­ge­schie­den) wer­den, sind sie doch natür­lich, oder?).

Dass sich Buch und The­ma auch sehr für Bil­dungs­zwe­cke eig­nen, hat Kers­tin mit ihren Schü­lern im Rah­men ihres Pro­jekts “Die Sup­pe lügt” beim Tag der offe­nen Tür 2003 der BBS Rotenburg/Wümme gezeigt.

Kür­bis­sup­pe

Kürbissuppe

Ein Sai­son­re­zept zum Herbst darf natür­lich nicht feh­len: Eine Kür­bis-Gemü­se­sup­pe. Unser Rezept lehnt sich an Rezep­te von Ange­la und Samu­el sowie von Uschi an:

Zuta­ten:
1–2 Hokkaido-Kürbisse
2 mitt­le­re Kartoffeln
1–2 Karotten
1/2 Knol­le Sellerie
gerie­be­ne Zitronenschale
Olivenöl
Sahne
Frühlingszwiebeln
1 Essl. Gemüsebrühe
fri­sche Kräuter
Kürbiskerne
Ingwerwurzel
Gewür­ze: Kirsch­pfef­fer, Papri­ka, Rosmarin

Zube­rei­tung:
Kür­bis aus­höh­len und klein schneiden
Zwie­beln wür­feln und anschmo­ren, anschlie­ßend mit Was­ser und Gemü­se­brü­he ablöschen
Kar­tof­feln und wei­te­res Gemü­se klein schnei­den und mit den Kür­bis­stü­cken in der Gemü­se­brü­he kochen.
Zum Schluss alles mit einem Pürier­stab pas­sie­ren und nach Belie­ben Sah­ne hin­zu­fü­gen. Ein Stück Ing­wer­wur­zel rei­ben, den Saft  aus­pres­sen und unterrühren.
Vor dem Ser­vie­ren mit fri­schen Kräu­tern und/oder Kür­bis­ker­nen bestreu­en. Gut machen sich auch ein paar Trop­fen (oder mehr) Kürbiskernöl.
Ange­la und Samu­el wür­zen das Gan­ze u.a. mit Ros­ma­rin, Kirsch­pfef­fer und Paprika.
Wir essen die Sup­pe mit Pfef­fer­bei­ßer-Würs­ten vom Bio­markt Füll­horn.
Guten Appetit!

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