Allerlei aus Heidelberg, Neustadt und der Welt

Jahr: 2005 (Seite 1 von 2)

9. Tag: Grasse

Grasse

Par­fum­stadt Grasse

Nach eini­gen Tagen an den Gor­ges du Ver­don sind wir am Sonn­tag­abend in der Nähe der Par­fum­stadt Gras­se ange­kom­men. Die Fahrt durch die Pro­vence durch klei­ne Städt­chen wie Mont­mey­an, Saler­nes oder Dra­gu­i­gnan zeigt, dass vie­le von ihnen klei­ne Schmuck­stück­chen sind. Man könn­te über­all anhal­ten und schlen­dern. Spä­tes­tens ab Fay­ence wird de Vege­ta­ti­on medi­ter­ra­ner: weni­ger Kie­fern, mehr Pini­en und Palmen.

Der Cam­ping­platz La Paou­te bei Gras­se ist schlecht aus­ge­schil­dert, so dass wir ihn ver­passt haben und bis halb nach Can­nes her­un­ter­ge­fah­ren sind. In Pego­mas sind wir fün­dig gewor­den und haben unser Zelt auf­ge­schla­gen. Gras­se selbst haben wir ges­tern besucht: Eine Stadt mit ganz eige­nem Charme: im Grun­de hübsch, sind aber in der Alt­stadt vie­le Häu­ser in für fran­zö­si­sche Ver­hält­nis­se recht schlech­tem äußer­li­chen Zustand, doch über­all sieht man klei­ne Schön­hei­ten. Irgend­wie eine Art Aschen­put­tel, das noch sei­nen Prinz sucht. Im Grun­de lebt die Stadt von ihrem alten Ruf. Bei deut­schen Tou­ris­ten, nicht zuletzt für mich, ist sie durch Patrick Süs­kinds Buch “Das Par­fum” wie­der inter­es­sant gewor­den. Es gibt zahl­rei­che klei­ne Par­fum­her­stel­ler vor Ort, die selbst aus Blü­ten und Kräu­tern aller Art Essen­zen her­stel­len und dar­aus Par­fums kre­ieren. Sicher natür­li­cher als die gro­ßen Par­fum­la­bels, die immer mehr syn­the­ti­sche Aro­ma­te nut­zen. In die­ser Stadt ist es also kein Wun­der, wenn einem alle Nase lang ein neu­er Duft ent­ge­gen­weht. Der ori­gi­nells­te war wohl der eines Scho­ko­la­den­par­fums – ein dezen­ter Hin­weis, dass nicht weni­ge der Her­stel­ler immer häu­fi­ger auch Auf­trag­ge­ber aus der Nah­rungs­mit­tel­in­dus­trie haben.

6. Tag: Grand Can­yon du Verdon

Grand Canyon du Verdon

Grand Can­yon du Verdon

Auch wenn ich den Grand Can­yon du Ver­don schon 1987 gese­hen habe: Er ist immer wie­der beein­dru­ckend. Damals bin ich, soweit ich mich erin­ne­re, die gro­ße Run­de gefah­ren, also über La Palud zum Point Sub­li­me und dann über die Cor­ni­che Sub­li­me zurück.

Dies­mal sind Esther und ich nur bis La Palud gefah­ren und haben dort die “klei­ne Rou­te”, die “Rou­te des Crê­tes”, genom­men – lei­der in der fal­schen Rich­tung, wie sich nach etwa der hal­ben Umrun­dung her­aus­stell­te: Wenn man mit­ten in La Palud dem Schild zum Cha­let de la Mali­ne folgt, gelangt man zwar auf die Rou­te des Crê­tes, nur nach etwa der Hälf­te der Stre­cke, kurz nach dem Start­punkt eines Wan­der­wegs, heißt es plötz­lich Ein­bahn­ver­kehr, aber lei­der zuguns­ten des ent­ge­gen­kom­men­den Ver­kehrs. Bes­ser wäre es gewe­sen, La Palud in Rich­tung Cas­tel­la­ne zu ver­las­sen und einen hal­ben Kilo­me­ter spä­ter rechts abzu­bie­gen, wie ein zu spä­ter genaue­rer Blick auf die Kar­te (Blatt 84, Miche­lin) zeigte…
Die tiefen Schluchten des Verdon

Die Aus­sich­ten sind in jedem Fall auch auf die­ser kür­ze­ren Vari­an­te fan­tas­tisch! Jetzt, Mit­te Juni, gibt es an den Aus­sichts­punk­ten auch noch genug Hal­te­mög­lich­kei­ten, um immer wie­der einen Blick nach unten zu werfen.
Sehr schön ist auch Moustiers-Ste.-Marie, zu des­sen Wall­fahrts­kir­che wohl auch Jean Gio­no mit 16 Jah­ren gepil­gert sein soll. Viel­leicht wer­de ich mir mal sein Buch “Pro­vence” besor­gen, in dem er das beschreibt. Die Fay­en­cen, also Por­zel­lan­ma­le­rei­en, die es dort gibt, sind recht hübsch, aber nicht jeder­manns Geschmack. Mir sind sie zu zart und kon­ser­va­tiv. Ich ken­ne Fay­en­cen aus der Nor­man­die mit kräf­ti­ge­ren Far­ben und Stri­chen. Das wäre mir dann schon lieber.
Der Cam­ping­platz “Regain”, der auf sei­nen Schil­dern mit “Natu­re” wirbt, hat die­sem Anspruch gera­de alle Ehre gemacht. Als Esther eben gera­de eini­ge Rücken­übun­gen gemacht hat, ist ihr doch tat­säch­lich eine Schlan­ge ent­ge­gen­ge­kro­chen… Kei­ne Ahnung, wofür die schwarz­gel­be Fär­bung steht. Das Viech ist jeden­falls erst abge­hau­en, war aber mit der Taschen­lam­pe kurz drauf noch im Gras zu sehen.

(Update: 18. Juni: Wie die Cam­ping-Besit­ze­rin mir erklär­te, hat sich das als eine harm­lo­se Rin­gel­nat­ter her­aus­ge­stellt, von denen es dort noch mehr gibt.)

5. Tag: Fahrt nach Gréoux-les-Bains

Über die letz­ten Tage hat­te ich noch nichts geschrie­ben, und heu­te sind wir schon wei­ter nach Gré­oux-les-Bains am Verdon.

ockerfarbene Häuser in Roussillon

ocker­far­be­ne Häu­ser in Roussillon

Rouss­il­lon ist ein wun­der­schö­nes Städt­chen in mit­ten einer Rei­he von ocker- bis rot­braun­far­be­nen Fel­sen. Aus dem Gestein hat man bis ihn die 70er Jah­re bis zu 17 Farb­tö­ne Ocker abge­baut und pul­ve­ri­siert, damit sie mit Was­ser, Öl oder ande­ren zu Mal­far­ben ver­ar­bei­tet wer­den kön­nen. Die Häu­ser der Stadt sind so in all die­sen Far­ben gehal­ten – ein­fach wunderschön!

Ansicht von Gordes am Luberon

Gor­des am Luberon

Ges­tern haben wir noch eini­ge Kilo­me­ter ent­fernt das Städt­chen Gor­des besucht – eben­falls sehr idyl­lisch auf einem Berg gele­gen. In der Nähe befin­det sich – inmit­ten von Laven­d­el­fel­dern – die Abtei Sen­an­que. Die Zis­ter­zi­en­ser­mön­che dort stel­len unter ande­rem Laven­del­es­sen­zen her und ver­kau­fen eine eige­ne Selek­ti­on von Olivenölen.

Village des Bories

Vila­ges des Bories

Zum Abschluss des Aus­flugs haben wir noch ein “Vil­la­ge des Bories” ange­schaut: eine Ansamm­lung von inter­es­sant gebau­ten fens­ter­lo­sen Stein­hüt­ten, die erst im Mit­tel­al­ter errich­tet und offen­bar bis ins vor­letz­te Jahr­hun­dert hin­ein bewohnt wur­den. Den gest­ri­gen Tag beschlos­sen wir bei einem sehr guten ara­bi­schen – oder zumin­dest ara­bisch inspi­rier­ten – Essen in Rouss­il­lon und einem nicht gera­de bil­li­gen Wein vom Ort selbst. Dem Charme des Wirts des “La Treil­le” konn­ten wir natür­lich nicht abschla­gen, die haus­ge­mach­ten köst­li­chen Bakla­va zu probieren…

Manosque

Manos­que

Nach einer Zwi­schen­etap­pe im eben­falls für den Ocker­ab­bau bekann­ten Rust­rel, das ansons­ten eher ver­schla­fen wirk­te, und einem Stopp im hüb­schen Manos­que (was sei­ne Alt­stadt betrifft), sind wir gegen Abend in Gré­oux ein­ge­trof­fen – als Aus­gangs­ort für eine Tour zum Grand Can­yon du Ver­don mor­gen. Der Cam­ping­platz “Le Regain” liegt, wie die meis­ten Plät­ze, auf­wärts des Ver­don außer­halb Gré­oux. Zwar ohne Pool, aber ange­nehm von der Atmosphäre.

2. Tag: Rouss­il­lon in der Nähe des Luberon

Der 2. Tag führ­te uns in die Nähe des Lub­e­ron, nach Roussillon.

Die Über­nach­tung in der Nähe von Anne­cy hat­te mit etwas Regen geen­det, aber das Zelt ließ sich dank wech­seln­dem Wet­ter dann doch gut halb­wegs tro­cken abbau­en. Was uns dann auf den fran­zö­si­schen Auto­bah­nen über­rasch­te, war die rela­ti­ve Lee­re. Sicher – ganz soviel Betrieb wie bei uns konn­te mit der Auto­bahn­ge­bühr kaum zu erwar­ten sein, aber sie war so leer wie das eine neue Auto­bahn­stück letz­tes Jahr zwi­schen Zagreb und Split – manch­mal kein Auto weit und breit. Zwi­schen Gre­no­ble und süd­lich von Gap bleibt einem dann nur die Natio­nal­stra­ße – natür­lich lang­sa­mer, aber land­schaft­lich schön über den 1245 Meter hohen Col de Bayard.

Ockerfelsen in Roussillon

Bei Orai­son sind wir abge­fah­ren und am Lub­e­ron ent­lang über Apt nach Rouss­il­lon. Was dort schon bei der Anfahrt begeis­tert, ist das rote Gestein. Bekannt ist der Ort für den Ocker­ab­bau. Der klei­ne Cam­ping­platz “Arc en Ciel” in Rich­tung Goult ist idyl­lisch außer­halb gele­gen, schön ruhig unter Kiefern.

 

Ockergestein mit Esther im VordergrundWas manch­mal nervt, ist die Tat­sa­che, dass man, wenn man sich um halb zwölf abends noch auf dem Platz bewegt, fast eine Aus­nah­me ist. Als müss­ten mor­gens alle zur Arbeit. Naja, hier blei­ben wir sicher 2 Näch­te und wol­len die wun­der­schö­ne Gegend “unsi­cher” machen. Auch Rust­rel soll sehr schön sein. Was mir schon jetzt als typisch süd­lich gefällt, sind die hell­braun gebrann­ten Dach­zie­gel auf den Häu­sern in ihren erdi­gen Far­ben. Man darf also gespannt sein, was der mor­gi­ge Tag bringt.

1. Tag: Zwi­schen­s­top am Lac d’Annecy

Lac d'Annecy am Abend

Lac d’An­ne­cy am Abend

Um 12 Uhr sind wir end­lich los­ge­fah­ren und hier um halb sie­ben abends am wun­der­schö­nen Lac d’An­ne­cy ange­kom­men. Wir kamen sehr gut vor­an und haben in der Deutsch­schweiz noch einen lecke­ren Cap­puc­ci­no genos­sen. Einen Cam­ping­platz haben wir eher zufäl­lig schnell gefun­den und genom­men, da wir zu müde waren, noch nach einer Pen­si­on zu suchen. Der See ist zwi­schen jade- und sma­ragd­grün, es ist mild oder lau, ein sehr schö­ne Abend­stim­mung nach einer lecke­ren Piz­za mit tro­cke­nem Rot­wein gegen­über vom Cam­ping­platz. Und bevor mich jetzt die Mos­ki­tos auf­fres­sen, mache ich jetzt lie­ber Schluss.

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