Aldi-Schnellweg

Im Schaf­fen schnel­ler Lösun­gen für den nicht moto­ri­sier­ten Ver­kehr wird Hei­del­berg mög­li­cher­wei­se immer bes­ser: Nach­dem der ALDI-Markt in der Eppel­hei­mer Stra­ße im Früh­jahr in das alte PX-Gebäu­de im Czer­ny­ring umge­zo­gen ist und die Bau­ar­bei­ten für das Ein­kaufs­zen­trum begon­nen haben, war die Bau­stra­ße als Abkür­zung zum ALDI weg­ge­fal­len. Nun hat die Stadt über das Abriss­feld der alten ame­ri­ka­ni­schen Gebäu­de einen Weg asphal­tie­ren las­sen, sodass die Bewoh­ner der Bahn­stadt nicht nur pro­blem­los den Dis­coun­ter, son­dern auch schnell und unkom­pli­ziert die Kreu­zung am Czer­ny­ring errei­chen. Da im Czer­ny­ring der­zeit ja die Bau­ar­bei­ten für die Stütz­mau­er und in der Fol­ge auch für die neue Stra­ßen­bahn­stre­cke durch die Bahn­stadt nach Eppel­heim lau­fen, ist es äußerst unan­ge­nehm, den Czer­ny­ring mit dem Fahr­rad in Rich­tung Wes­ten zu befah­ren: Es gibt in der Rich­tung schlicht kei­nen Rad­weg, und die Spu­ren sind recht eng. Man ist recht­lich dazu gezwun­gen, den links­sei­ti­gen Rad­weg zu benut­zen, der ohne­hin für den Ein-Rich­tungs­ver­kehr Rich­tung Osten schon zu schmal ist, also ein Hara­ki­ri-Unter­neh­men, hier unter­wegs zu sein. Daher ist die­ser neue Weg sehr zu  begrü­ßen. Dan­ke, Hei­del­berg!

Vier Plus für Heidelberg im Fahrradklimatest

Quel­le: pri­vat

Hei­del­berg ist im kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten Fahr­rad-Kli­ma­test des All­ge­mei­nen Deut­schen Fahr­rad-Clubs (ADFC) e.V. mit der Note 3,61 auf Rang 7 von ins­ge­samt 38 Städ­ten in der Grö­ßen­ord­nung zwi­schen 100000 und 200000 Ein­woh­nern gelan­det. Damit hat sich Hei­del­berg gegen­über dem letz­ten Kli­ma­test (mit der Note 3,70 auf Platz 11) leicht ver­bes­sert. Das ent­spricht einer 3–4 oder 4+ im Sin­ne der Schul­no­ten.

„Wir freu­en uns, dass Hei­del­berg sich im Fahr­rad­kli­ma­test mit Platz sie­ben gegen­über 2014 leicht ver­bes­sern konn­te“, so Bert-Olaf Rieck, Pres­se­spre­cher des ADFC Rhein-Neckar­/Hei­del­berg. „Die Umfra­ge zeigt, dass kon­ti­nu­ier­li­che Rad­ver­kehrs­för­de­rung auch hono­riert wird. Den­noch gibt es noch viel zu tun, um Sicher­heit und Leich­tig­keit des Rad­ver­kehrs in Hei­del­berg zu erhö­hen. Brei­te­re Rad­we­ge, fahr­rad­freund­li­che­re Ampel­schal­tun­gen, die Ent­schär­fung der Kon­flik­te mit Kraft­fahr­zeu­gen und Fuß­gän­gern, eine bes­se­re Füh­rung an Bau­stel­len sowie mehr Falsch­par­ker­kon­trol­len auf Rad­we­gen ste­hen ganz oben auf der Wunsch­lis­te der Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer am Fahr­rad­kli­ma­test.“

Inter­es­san­ter­wei­se berich­tet die ört­li­che Rhein-Neckar-Zei­tung mit kei­nem Ster­bens­wört­chen von die­sem nicht so schmei­chel­haf­ten Ergeb­nis der ADFC-Umfra­ge. Ledig­lich die DPA-Mel­dung über die anste­hen­de Ver­öf­fent­li­chung ist (zumin­dest online) zu fin­den.

Fahrradbrücke am Bahnhof ad acta gelegt

Bereits 2015 hat­ten die Gre­mi­en des Gemein­de­rats die Pla­nung einer Brü­cke für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer unbe­fris­tet zurück­ge­stellt. Nach­dem nun der Sie­ger-Wett­be­werbs­ent­wurf für die Gestal­tung des Bahn­hofs­vor­plat­zes Süd vor­liegt und sich die Pla­nun­gen für ein Hotel mit Fahr­rad­tief­ga­ra­ge an der Nord­west­sei­te des Haupt­bahn­hofs kon­kre­ti­sie­ren, liegt den betrof­fe­nen Aus­schüs­sen und Bezirks­bei­rä­ten eine Beschluss­emp­feh­lung der Stadt­ver­wal­tung vor, die Pla­nun­gen für eine sol­che Brü­cke nicht wei­ter­zu­ver­fol­gen. Damit ist das Vor­ha­ben aus dem Rah­men­plan Bahn­stadt hin­fäl­lig. Da auch die drit­te im Rah­men­plan vor­ge­se­he­ne Brü­cke in der Nähe des Tank­turms hin­über zum Wieb­lin­ger Weg in Höhe der Hei­del­berg Inter­na­tio­nal School auf­ge­scho­ben ist, wird die Gnei­sen­au­brü­cke also bis auf Wei­te­res die ein­zi­ge neue Brü­cke sein, die die Bahn­stadt in Rich­tung Nor­den erschließt. Damit sind die ehr­gei­zi­gen Plä­ne also Maku­la­tur, die Bahn­stadt für den Rad­ver­kehr beson­ders attrak­tiv zu machen.

Ja, ich weiß, nach Osten gibt es immer­hin auch eine neue Brü­cke über die Speye­rer Stra­ße, und in Ver­bin­dung mit der Pro­me­na­de auf der einen und dem Rad­weg auf dem frü­he­ren Bahn­damm in Rich­tung West­stadt und Südstadt/Kirchheim/Rohrbach ist der Stadt hier wirk­lich eine tol­le Ver­bin­dung gelun­gen. In Tei­le der West­stadt und in Rich­tung Alt­stadt ist hier durch die Auto­frei­heit auf die­sem Abschnitt ein Coup gelun­gen. Aber die Ver­kehrs­strö­me Rich­tung Nor­den sind auch wich­tig, da in die­ser Rich­tung sehr vie­le Arbeits­plät­ze lie­gen, die man über die Brü­cken errei­chen könn­te. Die­se Chan­ce ist nun ver­tan.

Separate Fahrradbrücke über Neckar wahrscheinlich

Der­zeit pas­siert rich­tig viel rund ums Fahr­rad in den städ­ti­schen Gre­mi­en. Jetzt hat der Stadt­ent­wick­lungs- und Ver­kehrs­aus­schuss (SEVA) sich für eine eige­ne Fuß­gän­ger- und Fahr­rad­brü­cke über den Neckar aus­ge­spro­chen.

Die Stadt und die Gre­mi­en bera­ten ja schon seit eini­ger Zeit dar­über, wie ein bes­se­rer Ersatz für den bis­he­ri­gen Wehr­steg geschaf­fen wer­den soll. Wer den Hin­ter­grund noch nicht kennt: Das Stau­wehr zwi­schen Hei­del­berg und Wieb­lin­gen muss in den nächs­ten Jah­ren kom­plett erneu­ert wer­den. Damit ist auch der für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer wich­ti­ge Wehr­steg für eine Bau­zeit von 10 Jah­ren nicht mehr benutz­bar. Das hat die Stadt vor die Fra­ge gestellt: Lie­ber eine eige­ne Brü­cke für Rad­fah­rer und Fuß­gän­ger bau­en und damit vom Bau­herrn des Weh­res (das Amt für Neckar­aus­bau) abhän­gig zu sein, die alten Wehr­pfei­ler nut­zen, wenn das neue gebaut ist oder sich wie bis­her an das Stau­wehr dran­hän­gen. Die Vari­an­te, die Pfei­ler des Weh­res zu nut­zen, ist nicht mög­lich, da man die Rech­nung ohne den Wirt gemacht hat, sprich: Das Amt für Neckar­aus­bau plant, die Pfei­ler nach Fer­tig­stel­lung des neu­en Weh­res abzu­rei­ßen. Dar­über hin­aus sind die Kos­ten für die Sanie­rung der Pfei­ler wohl unkal­ku­lier­bar, da die Stand­fes­tig­keit unsi­cher ist. Das neue Wehr mit­zu­nut­zen, hat den Vor­teil, dass die Kos­ten für die Stadt deut­lich nied­ri­ger wären und kein wei­te­res Brü­cken­bau­werk in der Land­schaft steht. Ande­rer­seits hie­ße das, dass es zehn Jah­re lang west­lich der Ernst-Walz-Brü­cke kei­ne Que­rungs­mög­lich­keit mehr gäbe. Bau­be­ginn für das Wehr wäre frü­hes­tens 2024, die Fer­tig­stel­lung nicht vor 2034. Zum Ver­gleich: Der Bau einer eige­nen Brü­cke könn­te 2020 begon­nen und 2021 fer­tig­ge­stellt wer­den.

Vor eini­ger Zeit prä­sen­tier­te die Stadt eigens in der Hal­le 02 die ange­dach­ten Vari­an­ten. Dabei fiel bereits die Lösung über das Wehr durch. Vor­ge­se­hen war eine Mach­bar­keits­stu­die, die die­se bei­den Vari­an­ten unter­su­chen soll­te, unter Berück­sich­ti­gung der öko­lo­gi­schen Fol­gen, aber auch der Kos­ten. Nun fiel im SEVA die Ent­schei­dung, die Mach­bar­keits­stu­die auf die eige­ne Brü­cke zu beschrän­ken, um die Pla­nung so schnell wie mög­lich vor­an­zu­trei­ben.

(Quel­le: Stadt Hei­del­berg, http://www.heidelberg.de/site/Heidelberg_ROOT/get/documents_E-1070104039/heidelberg/Objektdatenbank/81/PDF/81_pdf_neckarquerung_infoveranstaltung_vortrag_thewalt.pdf)

Was auf­fällt, ist, dass in der Vari­an­ten­pla­nung die Ver­bin­dung von der “Gnei­sen­au­brü­cke” (also der Ver­bin­dung von Bahn­stadt und Gnei­sen­au­stra­ße) über die in der Gnei­sen­au­stra­ße lie­gen­den Häu­ser ver­läuft. Dies sug­ge­riert einen Abbruch, aber ich weiß nichts Genau­es, was aus den Häu­sern wird.

Die kom­men­den Unter­su­chun­gen und Pla­nungs­aus­schrei­bun­gen müs­sen auch noch zei­gen, wie genau die Que­rung über Auto­bahn, Park und der Anschluss an die Brü­cke aus­se­hen soll. Wäh­rend die Pla­nun­gen für die Gnei­sen­au­brü­cke ja eigent­lich schon fest­legt, dass die Fahr­rad­brü­cke über die Bahn­an­la­gen qua­si auf nor­ma­ler Gelän­de­hö­he endet und ohne­hin kei­ne nen­nens­wer­te Gefäl­le oder  Stei­gun­gen, muss man für die Que­rung von Autobahnende/B37, Mann­hei­mer Stra­ße und Van­ge­row­stra­ße noch­mal in die Höhe, um LKWs eine Durch­fahrt dar­un­ter zu ermög­li­chen.

Wer hier­zu Neu­ig­kei­ten und Kom­men­ta­re hat, ist herz­lich will­kom­men!

Durchgehende Radverbindung Leimen Heidelberg offenbar vor Durchbruch

Wie die Rhein-Neckar-Zei­tung am 10. Mai berich­tet hat, steht wohl eine lan­ge ersehn­te Rad­ver­bin­dung zwi­schen Lei­men und Hei­del­berg vor dem Durch­bruch. Zwi­schen der Lei­mer Stra­ße in Hei­del­berg-Rohr­bach und der Geheim­rat-Schott-Str. fehl­te noch ein Grund­stück, um die Ver­bin­dung bau­en zu kön­nen. Der Kauf die­ses Grund­stücks scheint jetzt so gut wie besie­gelt zu sein.

Für einen Zuschuss des Lan­des ste­hen die Aus­sich­ten wohl nicht all­zu gut, da das Land eine Rad­ver­kehrs­ver­bin­dung ent­lang der alten B3, also der Rohr­ba­cher Stra­ße, bevor­zugt. Grund­sätz­lich ist das auch rich­tig so. Pend­ler wol­len mög­lichst den kür­zes­ten Weg neh­men, und ohne Stra­ßen­bahn und Autos Platz weg­zu­neh­men, ist es dort zu eng.

Was ich mich fra­ge: Zwi­schen der Geheim­rat-Schott-Stra­ße (vom unte­ren Rand des Aus­schnitts aus) und der Lei­mer Stra­ße (obe­rer Rand) sind aus mei­ner Sicht ja noch mehr Lücken, dar­un­ter durch das Gelän­de der Hei­del­berg­Ce­ment. Weiß jemand, was dort pas­sie­ren wird?

Für Tou­ris­ten, die es nicht ganz so eilig haben mögen (es gibt über­all sol­che und sol­che), mag die Vari­an­te über die Geheim­rat-Schott-Stra­ße ja ganz ok sein. Über kurz oder lang geht es aber nicht anders, als dem Auto­ver­kehr Flä­chen abzu­neh­men.

Quel­le: https://www.openstreetmap.de/karte.html
Wich­tig ist, dass netz­ar­tig gedacht wird und nicht in Form weni­ger Ach­sen. Rad­ver­kehr ist nun mal auf­grund der auf­zu­wen­den­den Kör­per­kraft etwas umweg­emp­find­li­cher als Auto­ver­kehr. Der zwar ange­neh­me Effekt, sich fit zu hal­ten, an der fri­schen Luft zu sein usw. muss in einem ver­nünf­ti­gen Ver­hält­nis zur auf­ge­wen­de­ten Zeit lie­gen. Letzt­lich will man doch nur von A nach B kom­men.
Vor Jah­ren leb­te ich eini­ge Mona­te in Nuss­loch (dann in Rohr­bach) und pen­del­te jeden Tag mit dem Fahr­rad nach Hei­del­berg-Wieb­lin­gen. Da war alles öst­lich der alten B3 unin­ter­es­sant. Der Weg führ­te so schnell wie mög­lich rüber nach St.-Ilgen, durch die Probst­er­wald­sied­lung ent­lang der Bahn bis zum Hei­del­ber­ger Mess­platz, am Bahn­hof vor­bei und über die Gnei­sen­au­stra­ße. Eine Stre­cke, die ich immer noch emp­feh­len wür­de, aller­dings fehlt mir die Orts­kennt­nis, um die Stre­cken süd­lich des Probst­er­walds noch beur­tei­len zu kön­nen. Weiß jemand, wel­che Stre­cken dort gut zum Pen­deln geeig­net sind?