Pfaffengrunder Terrasse: Es bewegt sich was!

SperrungBaustraße-kDer Platz vor unserer neuen Wohnung in der Heidelberger Bahnstadt sollte ja ursprünglich in diesem Jahr gestaltet werden. Leider haben sich die Vorbereitungen so stark verzögert, dass es erst im Mai eine Bürgerwerkstatt gab, bei der die Ideen und Wünsche der Bewohner für die Auslobung des Gestaltungswettbewerbs gesammelt wurden. Im Vorfeld hatte die Stadt als Reaktion auf eine Unterschriftenliste und die Intervention des Stadtteilvereins angekündigt, dass der Platz, der bisher teilweise als Baustellenzufahrt für die weiteren Baukomplexe genutzt wird, ab Mitte des Jahres für die Durchfahrt gesperrt wird. Bisher konnte man ab 5-6 Uhr morgens damit rechnen, dass schwere LKWs über den unbefestigten Platz rumpeln sind und einem den Schlaf rauben, da man nachts meist mit offenen Fenstern lüftet.

Immerhin: Seit heute werden die Baustellengitter umgestellt, sodass die Durchfahrt weitestgehend unmöglich ist. Was allerdings auch manche Anwohner und Gewerbetreibende ärgern wird. Denn derzeit sieht es so aus, dass auch die quick-and-dirty-Parkplätze vor dem Haus wegfallen würden. Innerhalb des Bauzauns auf der nördlichen Platzseite werden noch bis auf Weiteres Baucontainer stehen, die für die Bebauung z.B. des Gadamerplatzes (Hintergrund) jenseits des Langen Angers notwendig sind. Dort entsteht ja mit dem B3 ein Bürgerzentrum, eine Kita und eine Grundschule. Der südliche Bereich der Pfaffengrunder Terrasse (rechts des Bildrandes) dagegen soll provisorisch hergerichtet werden, bis der Platz dann 2017/18 fertiggebaut wird.

Ich bin also gespannt, was in den kommenden Wochen hier passiert.

Was hast du beim Mauerfall gemacht?

Was den 9. November angeht, weiß ich das nicht mehr, das war mehr oder weniger ein normaler Uni-Tag. Aber am Tag darauf saßen einige meiner Mitbewohner des Studentenwohnheims und ich zum Ausklang der fast täglichen Teerunde am Fernseher und schauten die 19-Uhr-Ausgabe der heute-Nachrichten an, die bereits die Leute auf der Berliner Mauer-zeigten. Für alle war klar, dass das erlebte Geschichte war und wir dabei sein wollten. Ortrud, Michaela, Ilona(?) und ich entschlossen uns: Wir fahren nach Berlin! Auf dem Stockwerk besprachen wir uns mit anderen, darunter auch Laszlo, der als Gastwissenschaftler aus Ungarn ebenfalls auf unserem Stockwerk wohnte, und bald war für uns klar: Früh am nächsten Morgen wollten wir nach Berlin aufbrechen. Ich backte noch – quasi als Reiseproviant – einen Butterkuchen, und Ortrud rief ihren Bruder in Westberlin an, um eine Bleibe für uns zu organisieren. Michael und Thomas dagegen, die erst auch von der Idee begeistert waren, machten einen Rückzieher: Bei all den Menschen auf der Mauer war unsicher, ob nicht doch die Sowjetarmee dem ganzen Spuk ein Ende machen würde.

Jedenfalls machten wir uns mit sechs Leuten und zwei Autos auf den Weg. Schon unterwegs hörten wir im Autoradio, dass die Transitstrecken nach Berlin und die Übergänge komplett überlastet seien. Also entschieden wir uns, die Autos in Braunschweig am Bahnhof zu parken und mit dem Zug weiterzufahren. Der Zug war natürlich proppevoll, aber immerhin – wir kamen ans Ziel, bereiteten unser Lager und pilgerten durch die Stadt.

Am Abend liefen wir zum Grenzübergang Chausseestraße und bestiegen einen der Aussichtstürme dort. Unten passierten unzählige Menschen aus der DDR die Grenze zu Fuß und in ihren Trabbis und Wartburgs. Ein älterer Mann schluchzte und erzählte, er habe miterlebt, wie Jahre zuvor die Versöhnungskirche an der Bernauer Straße von der DDR gesprengt worden war. Die Kirche stand auf der Grenzlinie, war zum Mauerbau geschlossen worden und erst 1985 gesprengt worden. Ein unglaublicher Moment.

Durch Berlin zu laufen, war in diesen Tagen einzigartig. Alle Welt war auf den Beinen. In den U-Bahnen war sämtliches Personal damit beschäftigt, dafür zu sorgen, dass die Menschenmassen sich nicht auf die Gleise schoben, damit der Bahnverkehr weiter lief. Fahrkarten waren Luxus.

Am Sonntag dann wurde bekannt, dass in der Deutschlandhalle ein kostenloses Konzert zur Begrüßung der DDR stattfinden sollte. Wir pilgerten dorthin und hörten zusammen mit vielen anderen unter anderem Udo Lindenberg, die Scorpions, BAP, Joe Cocker, der wohl extra eine Tournee in Dänemark unterbrochen hatte, um dabei zu sein. Leider fehlte die Zeit, das Konzert ganz mitzuerleben: Da einige von uns am nächsten Tag wieder in der Uni sein wollten, fuhren wir im Laufe des Sonntags dann wieder zurück nach Heidelberg.

Binnendifferenzierung mit Unterstützung von E-Books


Eines der Ergebnisse meiner Bemühungen um Binnendifferenzierung ist die Erstellung unterschiedlich anspruchsvoller Lektüreteile für Teile meiner Klasse, für die ich zwar nicht im Unterricht, aber immerhin für die Vorbereitung E-Books als digitale Grundlage nutzen konnte.
Im vergangenen Schuljahr habe ich in meiner 9. Klasse einer Waldorfschule eine englischsprachige Easy-Reader-Ausgabe des autobiografischen Romans „Black Boy“ von Richard Wright behandelt. Diese Ausgabe ist für einige Schüler definitiv zu einfach, sowohl im Wortschatz als auch im Satzbau. Für einige Kapitel habe ich mithilfe von Calibre Texte in die Textverarbeitung geholt, mit Worterklärungen versehen und an die schnelleren Schüler mit speziellen Aufgabenstellungen verteilt. Das Ergebnis: Die ausgewählten  Schülerinnen und Schüler konnten die Originalversion des Romans durchaus verstehen und ohne weiteres die höhere Qualität nicht nur erkennen, sie wussten sie auch zu schätzen. Ein Resultat, das mich ermutigt, in ähnlichen Fällen wieder so zu verfahren und für eine neue 9. Klasse das so für alle Kapitel vorzubereiten, um noch stärker zweigleisig zu fahren.

Wieder ein Buchtipp: „Die Erfindung des Lebens“


41ZmGlZHmRL._SL160_Und wieder ist mir ein literarischer Leckerbissen in die Hände gefallen, diesmal durch eine Empfehlung aus meiner Familie: Hanns-Josef Ortheils „Die Erfindung des Lebens“.

Absolut fesselnd beschreibt Ortheil in seinem autobiografischen Roman seine erst zwanzig Lebensjahre, von denen er einige seiner Kindheit völlig stumm verbrachte, in einem extrem engen Verhälltnis zu seiner Mutter, die ebenfalls, allerdings durch ein psychisches Trauma, die Stimme Continue reading

RSS-Feeds – ein alter Hut? Im Gegenteil!

RSS-Feed IconViele Internetnutzer, die noch nicht ganz in der digitalen Welt zuhause sind, nutzen nach wie vor E-Mail Newsletter, um sich über Neuigkeiten auf bestimmten Websites auf dem Laufenden zu halten. Dabei gibt es (bereits seit vielen Jahren, aus der Zeit vor Facebook, Twitter und Google Plus) eine praktische Methode, diese Neuigkeiten zu abonnieren, ohne das E-Mail-Postfach vollzumüllen, und die nennt sich RSS, meist zu erkennen an einem orangefarbenen Logo mit weißen Funkwellen.

Continue reading