In welch einer typischen Ardeche-Landschaft das Landgut liegt, kann man nicht besser erfahren, indem man direkt vom Haus aus loswandert. Und das haben wir heute getan: eine kleine Straße führt durch ausgedehnte Kastanienwälder, in Terrassen angelegt, hinauf zum verlassenen Dorf “Les Alauzas”, das offenbar ebenfalls sehr stark vom Kastanienanbau gelebt haben muss. Es stehen noch alte Häuser, die aber verlassen scheinen.
Die Straße endet, und wir biegen auf einen markierten Weg ab, der uns erst richtig in die Terrassen führt, entlang den traditionellen Trockenmauern, die hier (ähnlich wie in den Cinque Terre) durch die Landflucht gefährdet sind und einstürzen, wenn sie nicht gepflegt werden. Neubürger lernen es, wenn überhaupt, von den Alteingesessenen, wie man die Mauern baut und unterhält.
Durch den Kastanienwald führt der Weg über den Bergrücken, der zur Serre de Barre gehört, in ein Seitental, wo sich allmählich der Blick über das schmucke Dörfchen Naves hinweg Richtung Les Vans öffnet.
Schon die Dächer von Naves versprechen ein hübsches Dörfchen, und sie versprechen nicht zu viel. Ungewöhnlicherweise ist Naves nicht so vollgestopft mit Souvenirlädchen, wie man es in anderen touristischen Gegenden Frankreichs erwarten würde, und bei unserem Besuch war gar das einzige Restaurant geschlossen. Ein paar Touristen wie wir schlendern durch die Gassen, in denen man durchaus auch noch verfallene Häuser entdeckt, in denen die Natur in Form von Bäumen und Sträuchern allmählich die Oberhand gewinnt. Dennoch: Naves hat sehr viel Charme. Hier eine Galerie mit Eindrücken aus Les Alauzas und Naves:
Nachdem wir uns sattgesehen haben, setzen wir unseren Weg ein Stückchen auf der Fahrstraße nach Les Vans fort, um dann hinter dem Friedhof links auf den Strommast zu, um den Bergrücken erneut in Richtung auf “unser” Landgut zu, streifen auf der anderen Seite ein paar Weinberge und laufen oberhalb der D901 entlang. Am Ende kommen wir, vermutlich, weil wir einen Abzweig im Kastanienwald verpassen, erst ein Stück hinter dem Landgut auf der D901 wieder raus.














Der erste Tag führte uns auf eine kleine Wanderung durch den Bois de Païolive, ein Waldstück oberhalb der Chassezac-Schlucht, die sich einige Kilometer flussabwärts von Les Vans befindet, während wir flussaufwärts wohnen. Nördlich der D202, die durch ihn hindurchführt, gibt es drei interessante Wege, von denen wir einen gegangen sind: Er führt durch den Wald an traumhaften Kalksteingebilden vorbei, die mit Fantasie auch an Fabelwesen oder Tiere erinnern. Doch davon sind auf einem anderen Weg südlich der D252 mehr zu sehen als hier.
Lichtet sich der Wald, kommt man zur traumhaft über dem Tal gelegenen Ermitage (Einsiedelei) St. Eugene, die immer noch von Mönchen bewohnt wird und die man bis vor einigen Jahren auch noch besuchen durfte. Mittlerweile sind die großen schmiedeeisernen Tore für die Öffentlichkeit geschlossen.
Der weitere Weg führt dann bergauf, bergab, nicht weit von der Schlucht entfernt, zweigt dann nach links Richtung Corniche ab oder alternativ nach rechts Richtung Parkplatz zurück. Auf diesem Stück ist der Wald deutlich dichter. Wer vom Laufen her fit ist, sollte bei trockenen Wegen sicher auch den Corniche-Weg laufen, um den Blick auf die Schlucht zu genießen. Es lohnt sich sicher.





