Erste Woche

Zwischenzeitlich habe ich die erste Woche meines neuen Berufslebens hinter mir. Mit einem provisorischen Stundenplan, der nur für die erste Woche erstellt wurde, einer Anfangskonferenz in der Woche vor Beginn, in der vor allem einiges zum Ablauf der ersten Woche geklärt wurde, einer langen Konferenz am vergangenen Donnerstag, drei(!) Anfangsfeiern am Montag, meinem vollen Stundenumfang (derzeit 16 Stunden, also eine 75-%-Stelle), sowie vielen netten Kollegen und Schülern. So vollgestopft wie der Satz fühlte sich auch die Woche an.
Als sehr schön sehe ich die Anfangsfeiern (es gibt drei, weil die Schule keinen ausreichend großen Saal für alle Schüler und Lehrer hat). Auf diesen Feiern gibt jeder Klassenlehrer (der Klassen 2-8) sowie je einer der Klassenbetreuer (der Klassen 9-13) in Form einer Geschichte oder eines persönlichen Erlebnisses den Schülern etwas mit, das sie im Laufe des Schuljahres beschäftigen oder für sie möglicherweise eine Rolle spielen wird. Ein nettes Ritual, das alle wieder etwas auf den Unterricht einstimmt und auch Gemeinsamkeit stiftet. Die fast dreistündige Donnerstagskonferenz (an Waldorfschulen sind die Konferenzen meist donnerstags) zeigte dann auch gleich mit ihrem seminaristischen Teil sowie den üblichen, dort am Schuljahrsanfang zu klärenden Dingen wie Stundenplanverabschiedung, organisatorischen Aufgaben bei der Einschulung, etc., wie zeitraubend Konferenzen sein können.Zum seminaristischen Teil will ich zumindest für diejenigen einiges erklären, die keine Waldorfschulen kennen. Die Konferenzen sind an allen Waldorfschulen ähnlich, und einige Merkmale scheinen mir bei allen zu existieren: Es gibt meist zumindest eine pädagogische und eine technische Konferenz. In letzterer werden eben vorwiegend „technische“ Abläufe geklärt, also eher Organisatorisches, Dinge, die mit dem Schulbau, Versorgung etc. zu tun haben. Die pädagogische Konferenz beschäftigt sich eher mit den Schülern oder dem Unterrichten selbst und hat neben Teilen, in denen man sich mit Zeugnissen etc. beschäftigt, auch meist einen seminaristischen Teil, in dem man sich allgemein über (waldorf-) pädagogische Fragen Gedanken macht. Da ich keine Konferenzen von Staatsschulen kenne, weiß ich nicht, ob dies dort überhaupt eine Rolle spielt. Interessant können diese seminaristischen Teile durchaus sein, soweit ich das bisher beurteilen kann. So ging es in diesem Falle allgemein um das Thema „Was brauchen Schüler heute“, mit Blick auf verschiedenste alte und neue „Tugenden“ von Fleiß bis Flexibilität.
An die Konferenz schloss sich ein netter „gemütlicher“ Teil bei Kaffee und von Eltern gestiftetem Kuchen in der Schulküche an, bei dem sich neue und „alte“ Lehrer kennenlernten. Insgesamt fühle ich mich also gut aufgenommen von den Kollegen.Manches andere, was ich im Laufe der Woche aufseiten der Kollegen wahrgenommen habe, muss ich erst einmal auf mich wirken lassen und sehen, wie ich damit umgehe. Als „Greenhorn“ muss ich nicht zu allem meinen Senf geben.

Last, but not least noch ein Wort zu den Schülern, der Hauptsache: Rundherum nette junge Menschen, bei denen ich nach diesen wenigen Stunden bereits den Eindruck habe, dass sich da tolle Persönlichkeiten entwickeln, die mich beispielsweise zu Recht auf meine Fehler hinweisen oder mit Mut zu Defiziten stehen, für die sie nichts können.

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