türkisfarbene Flitzkacke

Manchmal fragt man sich, wie Reifen- und Schlauchhersteller ticken! Seit Samstag habe ich mich damit rumgeärgert, dass der eine Schlauch von Esthers Fahrrad keine Luft annehmen wollte:

Samstagabend: Hinterrad mit normalem Blitzventil braucht Luft. Kein Problem. Ich pumpe, pumpe, pumpe, die Luft ist drin. nicht üppig, aber genug fürs Erste. Vorderrad mit Sclaverandventil braucht auch Luft. Auch kein Problem, denke ich. Ich pumpe, pumpe, pumpe, es wird mehr und mehr Luft, aber beim Loslassen stößt mir die Pumpe fast den Kolben in den Magen, die Luft ist fast wieder raus. Sch…! Ich pumpe, pumpe, wieder, das gleiche Spiel. Ich versuche, die Pumpe anders anzusetzen, pumpe, pumpe, mir fällt fast der Arm ab, und zisch, plopp, der Kolben ist schon wieder in Bauchnähe, die Luft ist fast raus. Ist das Ventil kaputt oder ich? Mir scheint: beide! Ich drehe an dem Sicherungsschräubchen, aber es ist maximal draußen. Ist vielleicht an der Verbindungsstelle Ventil-Schlauch was kaputt? Naja, ich habe keine Lust mehr, das heute herauszufinden, bin hungrig, und es ist Zeit, was zu kochen und zu essen, wenn es heute noch was werden soll.

Sonntagabend: Es wird Zeit, weiterzusehen, ob ich da nicht doch Luft hineinbekomme. Hinterrad raus, den stramm sitzenden Schwalbe-Mantel runter, Schlauch raus, Unterwassertest: Natürlich ist der Schlach pottdicht, auch am Ventil kommt nichts, solange ich es nicht aufmache, dann die Überraschung: Ein bisschen Grünes oder Türkisfarbenes dringt durch das Ventil raus. Was ist das??? Was hat das in diesem Fahrradschlauch zu suchen? Blockiert das Zeug womöglich das Ventil? Ich schaue in die Fahrradkram-Kiste, ob sich nicht ein Reserveschlauch anfindet. Tatsächlich, er passt und hat auch ein Sclaverand-Ventil. Eigentlich mag ich die Dinger, weil sie hohe Luftdrücke aushalten und keiner so einfach das Ventil klauen kann. Kurzer Test: ok, er scheint dicht zu sein. Also: Schlauch und Mantel aufziehen und aufpumpen. Ich pumpe, pumpe, pumpe, es wird mehr und mehr Luft, und da, schon wieder kommt mir der Kolben entgegen. Ich probiere die anderen zwei Pumpen, die wie die erste bisher keine Probleme mit diesen Ventilen hatte. Bei beiden das gleiche Ergebnis wie vorher: Mehr als geschätzte 2 Bar gehen nicht rein.  Einmal falsch halten, und schon kommt fast alles raus. Ich könnte einen Anfall bekommen, mir reichts wieder für heute. Morgen fahre ich Esther mit dem Auto zur Arbeit.

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Montagabend: Ein neuer Versuch: Ich nehme mir den Reserveschlauch, schraube mit der Zange den Ventileinsatz raus, untersuche ihn unter der Leuchtlupe auf Auffälligkeiten, überprüfe ihn auf Leichtgängigkeit und setze ihn wieder rein, da er in Ordnung scheint. Pro forma sehe ich mir den Einsatz vom ersten Schlauch an, auch keine Auffälligkeit. Ich mache einen letzten Pumpversuch, bastle die Pumpe am Pumpenkopf kurz auseinander und wieder zusammen, ob sich das was findet, natürlich nichts. Ein neuer Versuch, und es klappt!!! Die Luft hält, der Kolben verhält sich so, wie er soll, und in einer Minute ist der Reifen hart. Endlich! Ich schaue mir nochmal den ersten Schlauch an, und wundere mich nochmal über den türkisfarbenen Schlunz aus dem Ventil. Da ich den Schlauch nicht gleich wegwerfen will, drücke ich die restliche Luft raus: Der Schlauch schmatzt! Und wie er schmatzt! Es wirkt, als wäre Matsch drin! Ich drücke und drücke alles in Richtung Ventil, und da kommt es in einem Schwall: Rund einen Schöpflöffel voll grüner bis türkisfarbener Masse in breiartiger Konsistenz dringt durch das Ventilloch (in dem der Einsatz entfernt ist) nach außen! Erste Assoziation: „grüne Flitzk…“, wie bei Werner aus dem Semmel Verlach (Und ich saaach noch …!). Ist das eine Schlauchtuberkulose oder was? Mir ist rätselhaft, was das Zeug im Schlauch zu suchen hat! Ich bin sicher, nie mit irgendwelchen Pannenflicksprays gearbeitet zu haben, also dürfte da von mir nur Luft reingekommen sein! Merkwürdig, einfach nur merkwürdig!

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