IKEA-Lampe per Upcycling erneuert

Seit Jahren haben wir eine Stehlampe von IKEA, die uns von Form und Licht her gut gefällt. Nur hatte das Papier so viele schadhafte Stellen, Flecken etc., dass wir sie schon länger nicht mehr ansehnlich fanden. Versuche, die mit Geschenkpapier und anderen Mitteln zu flicken, waren mehr oder weniger erfolgreich, aber nicht unbedingt schön und teilweise noch weniger haltbar. Hier das Original mit den provisorischen Schönheitsreparaturen:

Irgendwie hatten wir schon die Vorstellung, mit Stoff den Schirm zu erneuern, aber wie? Ein Artikel in Brigitte brachte die Erleuchtung: Dort benutzte man Textilverstärker, um eine gewisse Steifheit zu erreichen.

Nach dem Entfernen des alten Papiers bleiben oben und unten Metallringe, an denen der neue Stoff wieder befestigt wird. Da das Papier geklebt war, bleiben hier Rückstände, die wenn sie grob entfernt sind, nicht weiter stören.

Alsdann haben wir ausgediente Leintücher/Bettlaken, Tischdecken, Vorhänge zusammengesucht, daraus Streifen verschiedener Breite geschnitten und ungefähr auf die nötigen 1,40 Meter Länge gebracht. Aus einem alten Kissen hatten wir auch noch Spitzen, und da wir gerne noch mehr Spitzen einsetzen wollten, haben wir extra welche gekauft. Die breiteren konnte man als eigene Bahn verwenden, die schmaleren dagegen haben wir auf im Laufe der Arbeit auf andere Stoffbahnen geklebt. Mit einem Pinsel haben wir die Streifen jeweils nacheinander satt mit Textilverstärker eingestrichen und provisorisch mit Wäscheklammern am oberen und unteren Ring befestigt. Es empfiehlt sich, die Ränder der jeweils zuletzt angebrachten Streifen besonders gut aneinander zu drücken, damit sie gut zusammenhalten. Zügige Arbeit lohnt sich übrigens, denn das Zeug trocknet entgegen der Angabe auf der Packung so schnell, dass die Bahnen sich beim Trocknen auch ein wenig nach innen wölben, sodass insgesamt eine etwas wellige Form entsteht.

Beim Aufbringen des Textilverstärkers könnte man sich erst über den manchmal ungleichmäßigen Auftrag des Verstärkers aufregen, aber wenn er trocknet, wird er transparent, sodass man das kaum sieht.

Und so sieht das Ergebnis aus:

Hier noch zwei Aufnahmen, die mehr Details zeigen, darunter ein paar aufgeklebte Wäscheknöpfe:

DSC_2401

 

DSC_2402

 

Bahnstadt in Apple Maps Luftaufnahmen am aktuellsten

Nach der Installation des Updates auf die neueste Betriebssystemversion habe ich heute mal nach längerer Zeit Apple Maps wieder ausprobiert und siehe da: Auch unsere Behausung „Urban Green“ ist in der Satelliten- oder Luftaufnahme jetzt fertig zu sehen. Damit scheint Apple an Aktualität den Vogel abgeschossen zu haben. Luftaufnahme der Bahnstadt (2. Bauabschnitt) aus Apple Maps

Zu sehen sind der praktisch fertiggestellte Gebäudekomplex sowie im Innenhof die ersten hergerichteten Wege und Fahrradständer-Überdachungen. Meiner Schätzung nach müsste die Aufnahme etwa aus dem Juni 2014 stammen, ungefähr als wir die Wohnung übernommen haben.

Die Karte zeigt ebenfalls die Objekte Baugemeinschaft und Wohnart, die zu dem Zeitpunkt bereits im Bau sind. Carré Clair dagegen ist noch nicht begonnen.

Das ist die Gelegenheit, mal die Karten zu vergleichen:

Sehr veraltet ist der Stand bei Google Maps (etwa 2010): Dort ist der Großteil der Bahnstadt noch unbebaut. In Bau sind die Kita an der Schwetzinger Terrasse und der Komplex Schwetzinger Terrasse sowie der letzte Komplex vor der dem Pfaffengrunder Plateau.

völlig veraltete Ansicht der Bahnstadt in Google Maps

völlig veraltete Ansicht der Bahnstadt in Google Maps

Microsoft liegt mit seiner Bing Map teils zeitlich dazwischen: Es kommt darauf an, ob man das Luftbild wählt oder die Vogelperspektive: Das Luftbild zeigt die Bahnstadt bis zur Pfaffengrunder Terrasse als größtenteils bebaut oder in Bau. (Vor Baubeginn von Urban green, also vor Januar 2013)

Die Bahnstadt in Bing Maps

Die Bahnstadt in Bing Maps: bebaut oder im Bau bis Pfaffengrunder Terrasse

Die Vogelperspektive sollte dagegen wählen, wer historische Forschungen anstellen oder sehen will, wie die Bahnstadt ausgesehen hat, als die Schienen zwar schon herausgerissen waren, aber sonst der Boden noch unverändert war. Dort ist sogar noch das kleine sechseckige Stellwerk zu sehen, das einst auf der heutigen Kumamotostraße stand. Das müsste also etwa 2008/2009 gewesen sein.

Bing Maps Bahnstadt Vogel

Fast schon nostalgisch: Die Bahnstadt vor jeglicher Bebauung. Lediglich die Schienen sind schon herausgerissen.

Harfenbrücken für Radverkehr in Bahnstadt kommen voran

Letzte Woche hat der Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss (SEVA) im Heidelberger Gemeinderat wieder ein paar Weichen gestellt, um die Radverkehrsbedingungen etwas zu verbessern: Die Fahrradbrücke über die Bahn Richtung Gneisenaustraße wird vorrangig verfolgt und könnte ab 2018 gebaut werden.

Doch zuerst mal: Was ist überhaupt geplant? Die Grundplanungen zur Erschließung der Bahnstadt für den Radverkehrs sehen vor, die Bahnstadt an drei Stellen über die Bahnstrecke nach Mannheim hinweg durch Brücken mit den Nachbarstadtteilen zu erschließen: eine direkt am Hauptbahnhof zur Nordwestseite des Hauptbahnhofs, eine weitere in der Verlängerung der Da-Vinci-Straße am geplanten Multiplex-Kino zur Gneisenaustraße sowie eine dritte in der Nähe des Wasserturms des ehemaligen Bahnbetriebswerks zum Wieblinger Weg hinüber. Die neue Fahrradbrücke über die Speyerer Straße, die seit 2014 fertig ist, soll hier kein Thema sein.

Im April 2013 hatte sich der Bauausschuss aus planerischen Gründen aufgrund einer Machbarkeitsstudie grundsätzlich dafür entschieden, die geplanten Fahrradbrücken als sogenannte Harfenbrücken auszuführen, unabhängig davon, ob diese Brücken jemals gebaut werden. Für die zwei ersten Brücken sind bisher sieben Millionen Euro im Wirtschaftsplan Bahnstadt vorgesehen.

Gneisenaubruecke

Bildnachweis: Ausschnitt aus „Entscheidungshilfe Geh- und Radwegbrücke Gneisenaustraße“ (Leonhardt, Andrä & Partner)

Jetzt hat der SEVA beschlossen und dem Gemeinderat als Beschlussempfehlung vorgelegt, die Planung Brücke in Richtung Gneisenaustraße vorrangig zu verfolgen, da die Planungen am Hauptbahnhof noch nicht weit genug gediehen sind und noch zu viele Unklarheiten in Bezug auf die Platzgestaltung am Südausgang etc. bestehen. Es sollen aber beide Brücken planerisch weiterverfolgt weren.

Für die Brücke zur Gneisenaustraße soll aus Kostengründen keine Harfenbrücke, sondern eine Schrägseilbrücke gebaut werden (den Unterschied mag mir jemand erklären, ich sehe ihn kaum). Der Pylon (der wesentliche Brückenpfeiler) soll dabei auf der Nordseite stehen, da er sonst mit dem Fundament des Kinos kollidiert. Ein Problem ist wohl die Frage, wie man mit dem ehemaligen OEG-Bahnhofsgebäude umgeht, das denkmalgeschützt ist. Bei der favorisierten Lage der Brücke (gradlinig über die Brücke) wird der verandaartige Anbau des Bahnhofs (links im Bild) durchdrungen. Hier muss also noch weitergeplant werden, um eine gute Lösung zu finden.

Bildnachweis: Screenshot aus Google Maps

Bildnachweis: Screenshot aus Google Maps

Ein Problem der Brücke besteht eigentlich darin, dass bisher eine vernünftige Radverkehrsverbindung in Richtung Neuenheimer Feld noch nicht möglich ist, da es sehr umständlich ist, am Ende der Gneisenaustraße die Bergheimer Straße (Autobahnende) zu überqueren. Dazu muss man derzeit noch ein Stück parallel zur Bergheimer Straße in Richtung Stadtmitte fahren, um dann den Fußgängerübergang zur Yorckstraße zu nehmen. Dazu sind mir bisher überhaupt keine Planungen, aber immerhin Überlegungen der Stadt bekannt, die Kreuzung Gneisenaustraße/Bergheimer Straße so umzubauen, dass z.B. auch für Autofahrer das Linksabbiegen in Richtung Autobahn ermöglicht wird. Was da also konkret passieren wird, damit diese Brücke wirklich großen Sinn ergibt, darauf sollten städtische Gremien, aber auch die Stadtteilvereine und der ADFC ein Auge drauf haben.

 

Pfaffengrunder Terrasse: Es bewegt sich was!

SperrungBaustraße-kDer Platz vor unserer neuen Wohnung in der Heidelberger Bahnstadt sollte ja ursprünglich in diesem Jahr gestaltet werden. Leider haben sich die Vorbereitungen so stark verzögert, dass es erst im Mai eine Bürgerwerkstatt gab, bei der die Ideen und Wünsche der Bewohner für die Auslobung des Gestaltungswettbewerbs gesammelt wurden. Im Vorfeld hatte die Stadt als Reaktion auf eine Unterschriftenliste und die Intervention des Stadtteilvereins angekündigt, dass der Platz, der bisher teilweise als Baustellenzufahrt für die weiteren Baukomplexe genutzt wird, ab Mitte des Jahres für die Durchfahrt gesperrt wird. Bisher konnte man ab 5-6 Uhr morgens damit rechnen, dass schwere LKWs über den unbefestigten Platz rumpeln sind und einem den Schlaf rauben, da man nachts meist mit offenen Fenstern lüftet.

Immerhin: Seit heute werden die Baustellengitter umgestellt, sodass die Durchfahrt weitestgehend unmöglich ist. Was allerdings auch manche Anwohner und Gewerbetreibende ärgern wird. Denn derzeit sieht es so aus, dass auch die quick-and-dirty-Parkplätze vor dem Haus wegfallen würden. Innerhalb des Bauzauns auf der nördlichen Platzseite werden noch bis auf Weiteres Baucontainer stehen, die für die Bebauung z.B. des Gadamerplatzes (Hintergrund) jenseits des Langen Angers notwendig sind. Dort entsteht ja mit dem B3 ein Bürgerzentrum, eine Kita und eine Grundschule. Der südliche Bereich der Pfaffengrunder Terrasse (rechts des Bildrandes) dagegen soll provisorisch hergerichtet werden, bis der Platz dann 2017/18 fertiggebaut wird.

Ich bin also gespannt, was in den kommenden Wochen hier passiert.

Was hast du beim Mauerfall gemacht?

Was den 9. November angeht, weiß ich das nicht mehr, das war mehr oder weniger ein normaler Uni-Tag. Aber am Tag darauf saßen einige meiner Mitbewohner des Studentenwohnheims und ich zum Ausklang der fast täglichen Teerunde am Fernseher und schauten die 19-Uhr-Ausgabe der heute-Nachrichten an, die bereits die Leute auf der Berliner Mauer-zeigten. Für alle war klar, dass das erlebte Geschichte war und wir dabei sein wollten. Ortrud, Michaela, Ilona(?) und ich entschlossen uns: Wir fahren nach Berlin! Auf dem Stockwerk besprachen wir uns mit anderen, darunter auch Laszlo, der als Gastwissenschaftler aus Ungarn ebenfalls auf unserem Stockwerk wohnte, und bald war für uns klar: Früh am nächsten Morgen wollten wir nach Berlin aufbrechen. Ich backte noch – quasi als Reiseproviant – einen Butterkuchen, und Ortrud rief ihren Bruder in Westberlin an, um eine Bleibe für uns zu organisieren. Michael und Thomas dagegen, die erst auch von der Idee begeistert waren, machten einen Rückzieher: Bei all den Menschen auf der Mauer war unsicher, ob nicht doch die Sowjetarmee dem ganzen Spuk ein Ende machen würde.

Jedenfalls machten wir uns mit sechs Leuten und zwei Autos auf den Weg. Schon unterwegs hörten wir im Autoradio, dass die Transitstrecken nach Berlin und die Übergänge komplett überlastet seien. Also entschieden wir uns, die Autos in Braunschweig am Bahnhof zu parken und mit dem Zug weiterzufahren. Der Zug war natürlich proppevoll, aber immerhin – wir kamen ans Ziel, bereiteten unser Lager und pilgerten durch die Stadt.

Am Abend liefen wir zum Grenzübergang Chausseestraße und bestiegen einen der Aussichtstürme dort. Unten passierten unzählige Menschen aus der DDR die Grenze zu Fuß und in ihren Trabbis und Wartburgs. Ein älterer Mann schluchzte und erzählte, er habe miterlebt, wie Jahre zuvor die Versöhnungskirche an der Bernauer Straße von der DDR gesprengt worden war. Die Kirche stand auf der Grenzlinie, war zum Mauerbau geschlossen worden und erst 1985 gesprengt worden. Ein unglaublicher Moment.

Durch Berlin zu laufen, war in diesen Tagen einzigartig. Alle Welt war auf den Beinen. In den U-Bahnen war sämtliches Personal damit beschäftigt, dafür zu sorgen, dass die Menschenmassen sich nicht auf die Gleise schoben, damit der Bahnverkehr weiter lief. Fahrkarten waren Luxus.

Am Sonntag dann wurde bekannt, dass in der Deutschlandhalle ein kostenloses Konzert zur Begrüßung der DDR stattfinden sollte. Wir pilgerten dorthin und hörten zusammen mit vielen anderen unter anderem Udo Lindenberg, die Scorpions, BAP, Joe Cocker, der wohl extra eine Tournee in Dänemark unterbrochen hatte, um dabei zu sein. Leider fehlte die Zeit, das Konzert ganz mitzuerleben: Da einige von uns am nächsten Tag wieder in der Uni sein wollten, fuhren wir im Laufe des Sonntags dann wieder zurück nach Heidelberg.